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Uetze Turnabteilung des TSV Friesen Hänigsen schafft die Wende
Umland Uetze Turnabteilung des TSV Friesen Hänigsen schafft die Wende
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00:19 14.02.2019
Handstand extrem: Turnerinnen in der Uetzer Großsporthalle. Quelle: Sandra Köhler
Hänigsen

In den Sportvereinen der Gemeinde Uetze wird „ein Mangel an qualifizierten Übungsleitern beklagt“: Zu diesem negativen Urteil gelangten vor fünf Jahren Experten des Regionssportbundes. In einem sogenannten Sportentwicklungsplan beschrieben sie auch die Ursache des Dilemmas. Es fehle an gezielter Förderung, hieß es. Die Empfehlung lautete daraufhin, den sportbegeisterten Nachwuchs möglichst früh an die Übungsleitung heranzuführen und auf dem Weg zu unterstützen, selbst Aufgaben im Verein zu übernehmen. Fünf Jahre später vermeldet Uetzes größter Sportverein, der TSV Friesen Hänigsen, nun eine kleine Wende.

Erstmals seit Jahren werden alle Kinder- und Jugendgruppen in der Turnsparte wieder von ausgebildeten Übungsleitern betreut. Gleich sieben Turnerinnen haben gerade ihre Qualifikation zur Leiterin mit der sogenannte C-Lizenz absolviert. Überstanden ist der Trainernotstand damit jedoch noch lange nicht.

Qualität zahlt sich aus

„Beim Training lege ich jetzt viel Wert darauf, dass der Handstand auch korrekt ausgeführt wird“, sagt Anna-Lina Meyer. Die 22-Jährige gehört zu der Gruppe junger TSVlerinnen, die gerade frisch ihren Übungsleiterschein gemacht hat. Selbst turnt sie schon seit der Kindheit. Auch beim Training hat sie bereits mitgeholfen. Auf was es beim Handstand, der allseits bekannten Grundübung, allerdings aus fachlicher Sicht genau ankommt, hat sie erst in der Ausbildung erfahren. „Dort lernt man neben dem Fachwissen auch ganz viel Praktisches“, sagt die Sportstudentin. Die Anregung, einen Schritt weiterzugehen, von der Hobbytrainerin zur qualifizierten Übungsleiterin, kam aus dem Vereinsumfeld, berichtet sie. Man habe sie gefragt: „Willst du das nicht mal machen? Wir zahlen das auch.“

Rund 360 Euro kostet die dreiteilige Ausbildung zum Übungsleiter. Auf einem eigenen Bildungsportal des Landessportbunds lassen sich die Kurse und Ausbildungen durchsuchen und buchen. „Wir übernehmen als Verein den gesamten Betrag“, sagt Bodo Regener. Als Leiter der 500 Mitglieder starken Turnsparte ist ihm bewusst, wie wichtig die aktive Förderung geworden ist. „Von allein kommt in der Regel keiner zu den Ausbildungen. Es sind meistens die Vereine, die schicken“, erklärt Felix Decker, Referent bei der Sportjugend der SportRegion, zu der Regionssportbund und Stadtsportbund gehören. Er weiß auch: „Viele Vereine in der Region sind auf der Suche nach Übungsleitern.“ Je weiter ein Verein von der Stadt entfernt ist, umso schwerer wird es für ihn, externe Trainer zu rekrutieren.

Der Verein zahlt

Wenn Vereine diese Unterstützung persönlich sowie finanziell nicht geben, kommt es oft zu einer Situation, die auch Regener kennt. „Ein paar Jahre hatten wir einfach keine Übungsleiter“, sagt er. Heute spricht man aktiv an, ermutigt schon Jugendliche. Als ersten Einstieg empfiehlt die SportRegion Vereinen, Jugendliche für den sogenannten Sportassistenten-Lehrgang zu begeistern, eine Art Hilfstrainerausbildung, die sehr niederschwellig schon für Jüngere infrage kommt.

Wettkampf ist wichtig

Allein die Anregung reicht aber nicht. Weiterer wichtiger Faktor ist die sportliche Perspektive, die der Verein bietet. Hierbei spielt vor allem die Aussicht auf die Wettkampfteilnahme eine Rolle. Turnsparten, die keine Wettkampfgruppen anbieten, verlieren viele Mitglieder im Übergang vom Kinderturnen zur Jugend. „Die suchen sich dann andere Sportarten“, sagt Regener. Durch gezielte Nachwuchsförderung hat der TSV Friesen Hänigsen heute so viele Übungsleiter dazu gewonnen, dass zumindest im Kinder- und Jugendbereich die Durststrecke vorüber scheint. Bei den Älteren sieht es gleichwohl anders aus. „Hier übernehmen oft die alten Hasen die Leitung“, sagt Regener. Ohne Ausbildung wohlgemerkt.

 

Jahresversammlung des TSV

Am Mittwoch, 13. März, findet die Jahresversammlung der Turnabteilung des TSV Friesen Hänigsen statt. Das Treffen im Schützenheim der Bürgerschützen, am Schützenplatz Hänigsen, beginnt um 19 Uhr. Hauptpunkt der Tagesordnung ist die Wahl des Teilvorstands. Außerdem gibt es einen Ausblick auf anstehende Veranstaltungen der Sparte. Auch eine geplante Beitragserhöhung um einen Euro pro Monat wird Thema sein.

Von Mario Moers

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