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Uetze Jedes Haus hat seinen Einreißhaken
Umland Uetze Jedes Haus hat seinen Einreißhaken
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00:18 16.07.2018
Der Heimatbund-Vorsitzende Peter Doms zeigt vor dem Zweiständerhaus den Einreißhaken, der zu dem Gebäude gehört. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
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Wackerwinkel

Trotz allen technischen Fortschritts bei den Feuerwehrautos und -geräten gehört ein Einreißhaken nach wie vor zur Standardausrüstung jeder Ortsfeuerwehr. Ein solcher Haken musste früher in Uetze und in anderen Gegenden, in denen es mit Stroh gedeckte Fachwerkhäuser gab, sogar in jedem Haus vorhanden sein – das verlangten die damaligen Brandschutzvorschriften. Ein Einreißhaken gehört deshalb auch zu den Ausstellungsstücken im mehr als 400 Jahre alten Zweiständerhauses in Wackerwinkel.

„Mit dem Feuerhaken hat man früher von einem brennenden Haus das Stroh vom Dach gerissen“, sagt der Uetzer Heimatbundvorsitzende Peter Doms. So habe man das weitere Ausbreiten der Flammen verhindern wollen. Der Haken wurde aber auch benutzt, um bei einem Brand die Wände eines Fachwerkhauses einzureißen. Daher rührt die Bezeichnung Einreißhaken.

Der des Zweiständerhauses hat einen sechs Meter langen Holzstiel. An einem Ende befindet sich ein geschmiedeter Widerhaken mit Spitze. Der lange Stiel ermöglichte, dass mehrere Männer gleichzeitig mit ganzer Kraft daran ziehen konnten.

Heute kommen nach Auskunft des Uetzer Gemeindebrandmeisters Tobias Jacob Einreißhaken hauptsächlich bei Dachstuhlbränden zum Einsatz. Damit reißen laut Jacob Feuerwehrleute Dachziegel vom Dachstuhl, um an Glutnester heranzukommen. Selten benutze die Feuerwehr den Haken, um die Standfestigkeit einer Wand eines abgebrannten Hauses zu überprüfen.

Laut Doms war früher auch vorgeschrieben, dass jeder für die gemeinsame Brandbekämpfung in seinem Fachwerkhaus einen Löscheimer vorhalten musste. Einen solchen Eimer aus Leder stellt der Uetzer Heimatbund in seiner Heimatstube in der Olen Dorpschaule aus. „Da steht eine Hausnummer drauf, damit jeder nach dem Löschen seinen eigenen Eimer wieder mit nach Hause nehmen konnte“, erzählt der Vorsitzende.

Der Uetzer Heimatbund öffnet das Zweiständerhaus, das unter Fachleuten als Baudenkmal par excellence für den ländlichen Raum in Norddeutschland gilt, im Sommerhalbjahr jeden Donnerstag ab 15 Uhr für Besucher.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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