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Wedemark Nach Angriff auf eigene Halterin: Hund ist im Tierheim
Umland Wedemark Nach Angriff auf eigene Halterin: Hund ist im Tierheim
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00:17 02.09.2018
In dieser Straße ist das Unglück passiert. Quelle: Foto: Sven Warnecke
Wedemark

Der aggressive Hund, der am Mittwoch seine 32-jährige Halterin in Wedemark-Abbensen durch eine Beißattacke schwer verletzt hatte, befindet sich im Tierheim. Nach Angaben der Region Hannover hat der Besitzer des Hundes der Rasse Old English Bulldog das Tier dort von sich aus bis auf Weiteres in Pension gegeben. Parallel dazu prüft das Veterinäramt nun, ob der Rüde gefährlich ist. „Außerdem wurde ein Maulkorb- und Leinenzwang verfügt“, sagt eine Sprecherin der Region.

Der Hund hatte sein Frauchen im eingezäunten Garten attackiert und schwer an Armen sowie Beinen verletzt. Eine direkte Nachbarin half nach Informationen dieser Zeitung der schwer verletzten 32-Jährigen dann ins Haus. Dort wartete sie anschließend zusammen mit den zwei kleinen Kindern der Frau auf die Polizei. Die Beamten des Mellendorfer Kommissariats trauten sich aber zunächst aufgrund des aggressiven, im Garten herumlaufenden Tieres – ein zweiter belgischer Schäferhund war auch dabei – nicht auf das Grundstück und warteten sicherheitshalber auf Verstärkung. Doch auch den 20 Minuten später eintreffenden ausgebildeten Hundeführern gelang es nicht, das Tier mittels Schlinge einzufangen. Rettungskräfte stiegen letztlich durch ein Fenster ins Haus ein und versorgten die Schwerverletzte. In der Zwischenzeit fing der hinzugeeilte Besitzer des Hundes den Vierbeiner ein.

Die Polizei wehrt sich nun gegen die Kritik, den aggressiven Hund nicht mit einem gezielten Schuss getötet zu haben, um zur 32-Jährigen vordringen zu können. „Dieses Vorgehen ist immer das letzte Mittel“, sagt Behördensprecher Mirco Nowak. Die Beamten hätten jederzeit Kontakt zur Schwerverletzten gehabt „und es gab andere Möglichkeiten, zu ihr zu gelangen und das Tier einzufangen“.

Die Beißattacke weckt Erinnerungen an den blutigen Angriff des Staffordshire-Terriers „Chico“. Der Rüde hatte im April in Hannover seine Besitzerin und deren Sohn in der eigenen Wohnung totgebissen. Der Hund wurde zweieinhalb Wochen später eingeschläfert. Die Stadt räumte in dem Fall schwere Fehler ein, da „Chico“ von den Behörden bereits 2011 als gefährlich eingestuft worden war. Auf Anfrage teilt die Stadt mit, dass den mit dem Fall betrauten Mitarbeitern inzwischen „im gegenseitigen Einvernehmen“ andere Aufgaben zugeteilt wurden.

Unterdessen erheben die Nachbarn der von der Abbenser Beißattacke betroffenen Frau schwere Vorwürfe gegen die Behörden. Zum einen gegen die Polizei – da die Einsatzkräfte ihrer Ansicht nach die verletzte Frau zu lange unversorgt gelassen hätten. „In der Zeit hätte man verbluten können“, sagt ein in der Nähe wohnendes Ehepaar, das namentlich nicht genannt werden möchte. Dabei erinnern andere etwa an die Durchsuchung bei Frank Hanebuth im benachbarten Bissendorf-Wietze. „Dort wurde der Hund sofort erschossen“, sagt der Nachbar. „In Abbensen wird letztlich wohl ein Tierarzt die Tötung des Tieres anordnen“, meint ein weiterer Nachbar, der die Schreie der Frau morgens gehört hatte. Laut Veterinäramt war die Bulldogge den Behörden zuvor nicht bekannt.

Polizeisprecher Mirco Nowak kann indessen auflisten, dass der erste Notruf um 9.22 Uhr einging, die Mellendorfer Polizei bereits elf Minuten, die Experten für Tierangelegenheiten 25 Minuten später vor Ort waren. Er sieht also kein Versäumnis der Behörden.

Von Peer Hellerling und Sven Warnecke

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