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Wedemark Gemeinde vermeldet Projekt-Aus
Umland Wedemark Gemeinde vermeldet Projekt-Aus
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15:12 24.07.2018
Viel Wirbel um das landwirtschaftliche Objekt in Negenborn, das zu einem Generationshof hätte ausgebaut werden sollen. Quelle: Kallenbach (Archiv)
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Negenborn

Das Vorhaben „Sonnenblumenhof“ in Negenborn, das auf einem landwirtschaftlichen Hof Betreuungsplätze in Kita, Krippe und Seniorenpflege schaffen sollte, ist nun auch in der offiziellen Bestätigung der Gemeinde vom Tisch. „Das Objekt steht nicht mehr zur Verfügung. Die vorherige Investorin ist nicht mehr unsere Gesprächspartnerin“, sagte auf Nachfrage Bürgermeister Helge Zychlinski am Dienstag nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub. Ein zweiter Investor werde das so sicher nicht in Angriff nehmen; etablierte Träger seien dafür nicht zu gewinnen. „Wir bedauern, dass es nicht geklappt hat, aber wir werden uns bemühen, in Negenborn eine Kindertagesstätte zu errichten“, versicherte der Verwaltungschef.

Der Eigentumsübergang für den Hof mit großen Außenflächen am Jürsenende in Negenborn war notariell vollzogen, doch der Verkäufer erhielt eigenen Angaben zufolge seinen Kaufpreis nicht. Er lässt sich von einem Rechtsanwalt vertreten. „Es gab einen wirksamen Kaufvertrag und den Finanzierungsplan der Investorin. Sie hat uns gesagt, welche Vorstellungen sie zur Finanzierung von der Gemeindeseite hatte“, erläuterte jetzt der Verwaltungschef. Als Kommune habe man jedoch nicht die privaten Kreditvereinbarungen der Investorin – Bankfachfrau und Betriebswirtin – für die geplanten Investitionen überprüfen können.

Ein integrativer Kindergarten sollte dort 19 Plätze und eine Krippe 15 Plätze bieten. Damit hätte die Kommune die zunehmende Nachfrage im nordwestlichen Einzugsbereich der Wedemark abgedeckt. Als Generationshof sollte der Sonnenblumenhof außerdem einen Seniorenbereich mit 15 Pflegeplätzen und Tagespflege bereitstellen.

Dass diese Gesamtkonzeption sich dort noch verwirklichen lassen könnte, schließt der Bürgermeister aus. „Wir können froh sein, wenn wir überhaupt einen Kita-Träger finden“, machte Zychlinski deutlich. Um aber in Negenborn eine Kita zu bauen, fange die Gemeinde nun gerade bei null an. „Umbauen können wir nicht, nur einen Neubau avisieren.“

Gemeinde prüft zehn mobile Standorte

Erst einmal versuche die Verwaltung, die Betreuungsplätze auszugleichen, die aufgrund des Projektendes in Negenborn wegfallen, wiewohl die Plätze bereits in der Bedarfsplanung vorgesehen waren. Überlegt werde, welche provisorischen Maßnahmen – auch wedemarkweit – infrage kämen. Auch zehn mobile Standorte werden Zychlinski zufolge dafür zurzeit geprüft.

„Wir hatten ohnehin schon Schwierigkeiten bei der Bedarfsplanung. Es ist schwierig wie noch nie“, erläuterte der Verwaltungschef. Mehr als 40 Kinder seien gemeldet, die in den Kitas blieben, obwohl ihnen der Übergang in die Schule möglich wäre.

In Negenborn und den benachbarten Ortsteilen hatte das Projekt Sonnenblumenhof, das 2017 im Ortsrat für Abbensen, Duden-Rodenbostel und Negenborn vorgestellt worden war, Interesse bei vielen Eltern und Familien mit pflegebedürftigen Senioren geweckt. Der betroffene Verkäufer –mehrere Mietparteien sind inzwischen ausgezogen –hatte öffentlich schon vor einigen Tagen das Aus bestätigt.

Die positive Ankündigung aus dem Rathaus begrüßte Ortsbürgermeister Peter Reuter auf Anfrage umso mehr. „Wir haben doch einen hohen Bedarf seit Jahren an Kitaplätzen hier“, betonte er für den Ortsratsbereich Abbensen, Duden-Rodenbostel und Negenborn. Dass Planung und Bau einer neuen Kita in Negenborn nun einige Zeit dauern würden, müsse aber allen auch klar sein.

Von Ursula Kallenbach

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