Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Wedemark Projekt: Schüler spielen Rollstuhl-Basketball
Umland Wedemark Projekt: Schüler spielen Rollstuhl-Basketball
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 10.02.2019
Im fahrenden Rollstuhl den Korb zu treffen ist die Herausforderung des Rollstuhl-Basketballs. Quelle: Philipp Bader
Mellendorf

Mit quietschenden Reifen fahren die Jugendlichen über das Spielfeld. Ein Geräusch, welches man bei einem Basketball-Spiel nicht sofort erwartet. Doch dort liegt eben die Besonderheit des Sportereignis: die Schüler sitzen alle in Rollstühlen. Im Zuge des Wahlpflichtkurses „Gesellschaftliche Aspekte des Sports“ haben vier Mädchen und 14 Jungen des achten Jahrgangs des Gymnasiums Mellendorf Rollstuhl-Basketball ausprobiert.

Im ersten Schulhalbjahr hatten sich die Schüler in Referaten mit verschieden Arten des Behindertensports beschäftigt. Im Zuges dessen sollten die Achtklässler die Chance bekommen, sich mit einer dieser Sportarten vertraut zu machen. „Mit diesem Projekt wollen wir den Schülern die Werte der Fairness des Sports näherbringen. Dieses wird vor allem in solchen Inklusionssportarten besonders deutlich“, sagte Sportlehrer David Thale.

Unter dem Motto „Sitzenbleiben erwünscht“ probieren 18 Schüler des Gymnasiums Mellendorf Rollstuhl-Basketball aus.

Ein Nationalspieler macht es vor

Jan Sattler leitete das Probe-Training in der Sporthalle des Gymnasiums. Der 25-Jährige ist seines Zeichens Spieler des Rollstuhl-Basketball-Vereins Hannover United und außerdem deutscher Nationalspieler. Das Schulprojekt „Sitzenbleiben erwünscht“ soll Heranwachsende mit und ohne Handicap zusammenbringen und Berührungsängste verringern. „Wir wollen jungen Menschen einfach mal zeigen, wie es sich anfühlt, diesen Sport, selbst mit Handicap, auszuüben“, sagte Sattler. Die Schulprojekte der „Hannover Uniteds“ erfreuen sich großer Beliebtheit. „In Linden machen wir zum Beispiel ein wöchentliche AG, das macht auch großen Spaß“, sagte der 25-jährige Nationalspieler.

Das Training begann mit einem Einfahren im Rollstuhl. Die Schüler sollten erst einmal ein Gefühl für die Fahrgeräte bekommen. Dabei handelte es ich um spezielle Rollstühle mit zusätzlichen Rädern, welche Stabilität und Beweglichkeit geben. Ganz günstig ist das nicht: der maßangefertigte Rollstuhl von Sattler zum Beispiel kostete rund 9000 Euro. Auf diesen teuren Geräten galt es nun einen Slalom-Parcours zu überwinden. Für jeden Kontakt mit den Slalom-Hütchen mussten die Schüler Strafrunden drehen.

Viel Spaß und neue Erfahrungen für die Schüler

Der 14-jährige Ole und der 13-jährige Ben berichteten begeistert über ihre gesammelten Erfahrungen: „Das war zwar erstmal gewöhnungsbedürftig , aber dann hat es voll viel Spaß gemacht. Ich hab sogar schon einen Korb geworfen“, sagte Ole. „Man kommt da relativ schnell rein und dann ist das echt mal was anderes. Es geht aber ordentlich auf die Hände“, sagte Ben. Auch Nick, 13 Jahre alt, hat Spaß an dieser Sportart: „Ich finde es toll, dass wir die Chance bekommen, so etwas auszuprobieren“, sagte er.

Zum großen Abschluss spielten die Schüler gegeneinander, um das Erlernte gleich unter Beweis zu stellen. Das Fahren an sich funktionierte sehr gut und so kamen ein paar schöne Spielzüge zu Stande. Einzig und allein das Körbe-Werfen stellte sich immer noch als schwierig heraus. Doch auch dort steigerten sich die Jugendlichen. Schließlich kam es auf beiden Seiten zu schönen Treffern.

Rollstuhlbasketball: Ein Punktesystem sorgt für Fairness

Rollstuhl-Basketball zählt zu den inklusivsten Sportarten. Männer und Frauen mit unterschiedlichen Behinderungen bilden eine Mannschaft. Um einen fairen Wettkampf zu gewährleisten gibt es Punktesystem: jeder Spieler wird von einer Kommission aufgrund der Stärke der Behinderung mit einem Wert von 1 bis 4,5 eingestuft. In einem Team dürfen maximal 14 Punkte erreicht werden. So soll ein faires, ausgewogenes Spiel entstehen. „Ich bin zum Beispiel eine Drei“, sagt Nationalspieler Jan Sattler. Damit kommen auch andere Aufgaben auf dem Spielfeld auf ihn zu. Einem Teamkollegen mit einer stärkeren Behinderung muss er in der Defensivarbeit unterstützen.

Von Philipp Bader

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

An diesem Freitag ist die IGS Wedemark auch am Nachmittag geöffnet und präsentiert sich. Der Grund: Die Schule lädt für den 15. Februar alle interessierten Grundschüler und Eltern zum Tag der offenen Tür ein.

07.02.2019

Eine Radtour führt durch Wald und Feld, in der Brelinger Kirche erklingt Jazz und die Jugendfeuerwehren kämpfen beim Winterturnier um den Sieg: Das und mehr ist am Wochenende in der Wedemark los.

07.02.2019

Der Reisejournalist Reinhard Pantke berichtet in Mellendorf von seiner Reise durch Kanada. In der Grundschule können Besucher am 14. Februar die Faszination des großes Landes in Wort und Bild erleben.

07.02.2019