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Wedemark Das Ärztehaus in Resse steht noch leer
Umland Wedemark Das Ärztehaus in Resse steht noch leer
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00:15 02.08.2018
Wirtschaftsförderin Antonia Hingler (Zweite von rechts) hört von Renate Kolb (von links), BfR-Kassenwart Robert Mühlbauer und Ortsbürgermeister Jochen Pardey, welche Anstrengungen der Ort für die weitere ärztliche Versorgung dort unternimmt. Quelle: Kallenbach
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Resse

Es gibt kaum etwas, das künftigen Hausärzten, die sich in Resse niederlassen möchten, nicht ermöglicht würde. Das solide eingerichtete Ärztehaus im Dorfzentrum könnte sofort bezogen werden. Der Verein Bürger für Resse (BfR) und die Gemeinde Wedemark würden unterstützen, wie sie nur können, um endlich die Versorgungslücke in dem 2600 Einwohner zählenden Dorf wieder zu füllen. Drei Interessenten stehen aktuell im Gespräch.

„Alle drei sind sympathisch und haben eine hohe Fachkompetenz“, sagte die Vereinsvorsitzende Renate Kolb – selber Ärztin im Ruhestand – jetzt bei einem Besuch von Bürgermeister Helge Zychlinski mit der neuen Wirtschaftsförderin Antonia Hingler im Ort. Fast zehn Jahre hatte eine Lösung für die ärztliche Versorgung dort funktioniert. Doch die beiden Ärzte aus Bissendorf, die im Wechsel in Zweitpraxis dort praktizierten, schlossen die Praxis zum Jahresende 2017. Das von der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) unterstützte Modell mit vorgeschriebener Stundenzahl hatte sich letztlich als zu zeitaufwändig für die Bissendorfer Ärzte erwiesen. Der Mietvertrag für die Praxisräume im Resser Ärztehaus läuft am 30. September 2018 aus.

Bekannt für Initiative und Einfallsreichtum hatte der Bürgerverein zuletzt mithilfe der Aktion „Backen bis der Arzt kommt“ noch einmal im Dorf und in der Wedemark auf die drängende Situation hingewiesen und Geld eingeworben für weitere bundesweite Anzeigenschaltungen. Die Vereinsaktiven lassen nicht nach, die Arztsuche medienwirksam zu betreiben. „Eine Frauenzeitschrift kommt demnächst zu uns, und nach den Sommerferien sind wir mit Radio ffn verabredet“, berichtete die Vereinsvorsitzende.

Gemeinschaftspraxis oder Ärztezentrum? Vieles ist denkbar

„Es ist vor allem der bundesweite Ärztemangel, der uns zu schaffen macht“, erläuterte Kolb. Bei möglichen neuen Lösungen hätten sie die KVN auf ihrer Seite. „Die stehen hinter uns, wenn irgendetwas mit mehreren Ärzten zu konstruieren wäre.“ So seien durchaus auch fachärztliche Richtungen interessant. .Auch eine Gemeinschaftspraxis mit erweiterten Öffnungszeiten für durchfahrende Pendler zwischen Neustadt am Rübenberge und Hannover, sogar ein Ärztezentrum mit Fachärzten und Betreuung der Altenheime in der Wedemark hatte der Verein schon angedacht.

Das Ärztehaus hatte der Bürgerverein 2008 von der Sparkasse erworben, die sich mit Filialen aus der Fläche zurückzog. Für den Kauf hatten die Bürger für Resse 38.000 Euro gesammelt und sich einen Kredit gesichert. 15.000 Euro hatte die Gemeinde Wedemark beigetragen. Das Ärztehaus ist von einer Seite barrierefrei ausgebaut. Ein Eingangsbereich, zwei Sprechzimmer, ein Labor und Mitarbeiterräume stehen eingerichtet bereit.

„Was wir unterstützen können, würde ich zusagen“, betonte Bürgermeister Helge Zychlinski bei seinem Besuch. Da Interessenten teils auch aus dem ganzen Bundesgebiet infrage kämen, könnte die Gemeinde sich auch vorstellen, über einen Bauplatz Hilfe anzubieten.

In Sichtweite des Ärztehauses in Resse liegen der genossenschaftlich ebenfalls mithilfe des BfR errichtete neue Lebensmittelmarkt sowie 22 Baugrundstücke, auf denen mittlerweile auch acht barrierefreie Wohnungen gebaut wurden. Auch dies ist ein gemeinschaftliches Projekt von Genossenschaft und Gemeinde. „Resse ist eben Hauptstadt der Subsidiarität“, kommentierte Zychlinski wohlmeinend, was ohne Bürgerengagement kommunal allein nicht zu leisten wäre.

Auf eine Lösung wartet noch ein Dauerbrenner aus Resser Sicht, der direkt vor dem Ärztehaus liegt. „Seit 50 Jahren versucht Resse, hier einen Dorfmittelpunkt zu installieren“, verdeutlichten die BfR-Vorsitzende und Ortsbürgermeister Jochen Pardey. Vier teils private, teils öffentliche Pläne in Folge hätten schon Entwürfe für eine Gestaltung für den Ortsbereich vom Lebensmittelmarkt bis zum Mooriz geliefert. Für die Verwirklichung könnte auch eine Neubesetzung des Ärztehauses einen Anstoß geben.

Von Ursula Kallenbach

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