Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Wedemark Jugendhalle stellt Programm um
Umland Wedemark Jugendhalle stellt Programm um
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:53 08.07.2018
Mit Katharina Frank (von links) und Thomas Dickmann bestreitet Gemeindejugendpflegerin Ellen Bruns die neuen Teile im Programm der Jugendhalle in Mellendorf. Quelle: Kallenbach
Mellendorf

Ein Flohmarkt von Kindern für Kinder – Gemeindejugendpflegerin Ellen Bruns war mit der ersten Aktion dieser Art an der Jugendhalle in Mellendorf am Sonnabend zufrieden. „Wir haben hier keine Sorge, dass Käufer die Kids über den Tisch ziehen könnten“, machte sie deutlich. 17 junge Anbieter hatten sich angemeldet, nicht alle waren gekommen. Eine Wiederholung ist geplant.

Dieser Flohmarkt stand erstmals als Aktion im Ferienkompass der Gemeinde, aber er fiel eben auch in die Ferienzeit und auf einen Sonnabend und war von bestem Sommer-, Ausflugs- und Badewetter begleitet. „Wenige Besucher, aber die, die da sind, kaufen“, stellte das Jugendpflegeteam immerhin zufrieden fest. Auch Bruns sichtete die Angebote an Spielen und Büchern an den Ständen und kaufte selbst für den Bedarf der Jugendpflege ein. Thomas Dickmann aus dem Team Jugendpflege brutzelte inzwischen Bratwürste auf dem Grill.

An der Jugendhalle wäre noch viel Platz gewesen für mehr Aussteller. Quelle: Kallenbach

Nach der Ferienzeit, im August, wird die Jugendhalle mit veränderten Öffnungszeiten starten. Im Programm werden gezielt jüngere Altersgruppen gesondert angesprochen, kündigte die Gemeindejugendpflegerin an. „Sie brauchen einen eigenen Raum, um nicht von den Größeren verdrängt zu werden.“ So öffnet jeden Mittwoch im Computerraum von 15 bis 18 Uhr eine „Let‘s Play Gruppe“. Die Kinder spielen die Spiele physisch, kommentieren sie dann aber am Computer im Netz und können sie als Videoclip online stellen. Als Anleiter steht Dickmann ihnen zur Seite.

Ein vielfältiges Programm

Zudem wird drei Mal in der Woche - montags, dienstags und donnerstags - in der Zeit von 15 bis 17 Uhr in einem Raum im Anbau der Jugendhalle der „Kids Club“ angeboten. Hier können Jungen und Mädchen von sechs bis zwölf Jahren mit Betreuerin Katharina Frank malen, spielen, basteln, kickern und vieles mehr. „Ganz nebenbei können die Kleinen auch die anderen Angebote der Jugendhalle kennen lernen und haben einen geschützten Raum für ihre Freizeitgestaltung“, verdeutlichte Frank.

Wenn das neue Schuljahr beginnt, sind die Jugendtreffräume der Jugendhalle ab 9. August montags bis freitags von 15 bis 21 Uhr geöffnet. An jedem dritten Sonnabend im Monat sind von 15 bis 21 Uhr auch Cafeteria und große Sporthalle freigegeben.

Ab August ist außerdem an vier Tagen, dienstags bis freitags, während des regulären Betriebes der EDV-Raum mit neun Rechnern für die Internetrecherche und Computerspiele geöffnet. Außerdem bietet die Jugendhalle dann jeden Freitag von 15 bis 18 Uhr eine Werkstatt an, in der sich Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen sechs und 27 Jahren handwerklich betätigen können. Sie können eigene Ideen mitbringen oder sich von Kai Schiewek anregen lassen. Auch die eigenen Fahrräder oder andere Dinge können dabei unter Anleitung repariert werden – jedenfalls so weit wie möglich. Eine Anmeldung dazu ist nicht erforderlich, es muss auch kein genereller Unkostenbeitrag entrichtet werden; lediglich die Materialkosten sind zu erstatten.

Grundsätzlich, so erläuterte die Gemeinde auf Nachfrage, dürfen alle Kinder und Jugendlichen laut Paragraf 11 des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (KJHG)) die öffentlichen Jugendeinrichtungen besuchen - was eben auch Personen bis zu 27 Jahren einschließt. „Dies hat für uns den schönen Effekt des ,Peer-to-Peer-Lernens’. Lernen von Gleichaltrigen ist effektiver, da es Lernen auf Augenhöhe ist“, betonte Gemeindesprecher Magnus Wurm.

Let‘s Play – für Lebenswelt der jungen Jugendlichen

Erwachsenen, die meist hilflos vor solchen Angeboten an die Jugendszene stehen, beschreibt Gemeindesprecher Magnus Wurm „Let’s play“: Es bezeichnet das Vorführen und Kommentieren des Spielens eines Computerspiels. Im Gegensatz zu Komplettlösungen steht nicht das Durchspielen eines Spiels im Vordergrund, sondern das individuelle Spielerlebnis des Spielenden.

Das „Let’s Play“ wird begleitend kommentiert, was dem Ganzen zusätzlich einen unterhaltenden Charakter verleiht. Oft ist dieser für Zuschauer sogar wichtiger als die Wahl des Spiels selbst.Einige „Let’s Plays“ werden „blind“ gespielt, was bedeutet, dass der Spieler das Spiel selbst zum ersten Mal spielt und somit auch den Lösungsweg nicht kennt.

Neben den klassischen Varianten gibt es auch welche, in denen den Zuschauern bestimmte Sachverhalte gezeigt werden. Dabei werden gezielt meist als problematisch erachtete Spielsequenzen herausgesucht oder komplizierte Handlungsabläufe visuell dargestellt. Diese Art des Zeigens wird als „Let’s Show“ bezeichnet. Es wird nicht gespielt, sondern es werden per Mikrofon Kommentare online abgegeben, die andere Interessierte sofort hören können.

Das Angebot von „Let’s Play“ verfolgt den Ansatz, die Jugendlichen in ihrer Lebenswelt abzuholen. Es richtet sich ausschließlich an Jugendliche, da diese Art Computerspiele (beispielsweise Minecraft, Sims und Co) eine Altersfreigabe ab 13 Jahren aufweisen.„Es ist ein gezieltes Angebot nur für Jugendliche der unteren Altersgruppe. Ältere Jugendliche finden sich eher auf Youtube und auf twitch wieder, da man dort 18 Jahre und älter sein muss“, erläutert der Gemeindesprecher. Es handele sich also um ein Angebot, das vorwiegend nur in dieser Altersstruktur gespielt wird.

„Let`s Play wurde in unseren Betrieb mit aufgenommen, da dies den Wünschen der Jugendlichen entsprach und wir bedarfsorientiert arbeiten. Grundsätzlich versuchen wir, die Kinder und Jugendlichen in ihren Lebenswelten abzuholen“, verdeutlicht Wurm die Intentionen der Gemeindejugendpflege.

Von Ursula Kallenbach

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein Feuer hatte Anfang Dezember das Haus von Laureen Rehse und Bastian Westmann komplett zerstört. Sieben Monate nach dem Brand feierte das Paar das Richtfest für ihr neues Zuhause.

06.07.2018

Den Tipp haben die Wedemärker Ermittler von Passanten erhalten: Die Polizei hat am Freitagmorgen in Bissendorf eine Outdoor-Plantage entdeckt und Marihuana-Pflanzen beschlagnahmt.

06.07.2018

Flächenbrände und die andauernde Trockenheit in der Region Hannover beschäftigen die Freiwilligen Feuerwehren. Die Sorgen der Landwirte sind groß, sie wappnen sich.

08.07.2018