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Wedemark Gemeinde schafft neues Katastrophenschutzfahrzeug an
Umland Wedemark Gemeinde schafft neues Katastrophenschutzfahrzeug an
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00:17 20.01.2019
Jens Tauber (links) und Cord Hanebuth freuen sich auf das neue Modell. Quelle: Stephan Hartung
Mellendorf

Das Rolltor des Feuerwehrgerätehaus öffnet sich. Es ist ein Hauch von Nostalgie zu spüren. Als Jens Tauber, stellvertretender Ortsbrandmeister von Mellendorf, das sogenannte Katastrophenschutzfahrzeug (KSF) auf den Hof fährt, wird die Entwicklung im Fahrzeugbau deutlich. Das Gefährt wirkt mit seinen weichen Linien wie aus der Zeit gefallen. Und in Kürze ist auch seine Zeit abgelaufen. Nach 34 Jahren geht das KSF in Ruhestand.

Die Ortsfeuerwehr Mellendorf bekommt ein neues Katastrophenschutzfahrzeug - hier noch das aktuelle, aber alte Modell. Quelle: Stephan Hartung

Kurios: Das Vehikel hat, da es nur in der Umgebung im Einsatz war, trotz seines stolzen Alters lediglich 40.000 Kilometer auf dem Tacho. Darüber würden Spediteure nur lächeln. „Eine solche Strecke reißen die pro Monat runter“, sagt Tauber und lacht.

Ein Fahrzeug für den Fall der Katastrophe – das klingt dramatisch. Damals war es vom Katastrophenschutz angeschafft worden. Als dieser sich anders aufstellte und in ein Bundesministerium aufging, übernahm vor gut zehn Jahren die Gemeinde den Mercedes. „Das Auto gehört bei uns zum normalen Dienstbetrieb und damit zum kommunalen Brandschutz“, sagt Cord Hanebuth, Mellendorfer Ortsbrandmeister. Das Fahrzeug ist Teil der Mellendorfer Flotte mit acht Wagen, spezielle Teams sind im Ernstfall nicht notwendig. Auch das neue Gefährt wird bei alltäglichen Alarmierungen in und um den Ort zum Einsatz kommen. „Das Fahrzeug soll nicht nur herumstehen“, sagt Wedemarks Gemeindesprecher Ewald Nagel.

Teil der Regionsfeuerwehrbereitschaft

Über die Wedemärker Gemeindegrenzen hinaus steht es dann zur Verfügung, „wenn es bei erforderlicher Einsatzlage angefordert wird“, sagt Hanebuth. Das KSF gehört nach Angaben von Gemeindebrandmeister Maik Plischke zum ersten Zug der Regionsfeuerwehrbereitschaft 5, der außer der Wedemark auch Langenhagen, Burgwedel und Isernhagen umfasst. Wenn in diesen Kommunen also für einen Einsatz zusätzliche Hilfe benötigt wird, kommt sie aus Mellendorf. Jeweils einmal in den vergangenen Jahren kam das Fahrzeug jedoch überregional zum Einsatz –etwa beim Hochwasser im Harz oder in Dannenberg.

Das neue Modell hat natürlich Ausstattungen, die der noch aktuelle Vorgänger nicht besitzt. Der größte Unterschied: Das neue Fahrzeug wird einen 1600-Liter-Wassertank haben, das alte hat gar keinen. Auch deshalb war es nach Angaben von Plischke nicht beim Moorbrand in Meppen dabei. Dort wurden Geräte benötigt, die mehr Wasser bereithalten können. Zudem gibt es demnächst ein Stromerzeuger-Aggregat. „Daher ist das neue Fahrzeug mit 14 Tonnen auch fünf Tonnen schwerer – auch wegen der anderen Ausstattung und Sicherheitstechnik“, sagt Hanebuth und verweist auf Vorgaben, die es in den Achtzigerjahren eben noch nicht gab. „Eine Führungskraft und acht Kameraden passen in das Fahrzeug“, sagt Gemeindebrandmeister Plischke. Das Ziel sei möglichst standardisierte Fahrzeuge zu haben. „Die Anzahl der Schläuche, die Geländegängigkeit und die Ladung sind genormt“, sagt Plischke.

Fahrzeug soll Ende des Jahres kommen

Vermutlich Ende des Jahres erhält die Ortsfeuerwehr Mellendorf ihr neues Katastrophenschutzfahrzeug (KSF). Zumindest ist die sogenannte Ausschreibungsphase abgeschlossen. In Kürze geht die Bestellung raus. Aller Voraussicht nach wird das Fahrgestell in Süddeutschland, der komplette Aufbau in Österreich angefertigt. Komplett kostet das Gefährt 411.000 Euro. Das Land Niedersachsen übernimmt davon 190.000 Euro. Die Differenz zahlt die Gemeinde Wedemark. Bestimmt ein Thema wird das neue KSF auf der nächsten Jahresversammlung sein: Die Ortsfeuerwehr Mellendorf trifft sich am Sonnabend, 26. Januar, um 19.30 Uhr im Gasthaus Stucke.

Von Stephan Hartung und Julia Polley

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