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Wedemark Turnverein wartet weiter auf Geh- und Radweg
Umland Wedemark Turnverein wartet weiter auf Geh- und Radweg
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00:15 12.11.2018
Der Verkehr in der schmalen Industriestraße ist wegen zahlreicher Gewerbebetriebe erheblich. Quelle: Ursula Kallenbach
Mellendorf

Im Oktober 2013 hat der Mellendorfer Turnverein (MTV) seinen neuen Sportpark am Ende der Industriestraße in Mellendorf eröffnet. Seitdem steht ein sicherer Zuweg für Kinder und Jugendliche zu den Sportanlagen infrage. Noch immer gibt es keinen Geh- und Radweg. Woran es hakt, begründet die Gemeinde Wedemark auch aktuell wieder mit dem nicht gelingenden Grundstückserwerb.

Statt ausgebautem Fußweg eine durchgezogene Markierung. Quelle: Ursula Kallenbach

Für die betroffenen Sportler, Kinder, Jugendliche und Eltern scheint es unglaublich, dass die erfolgreiche Geschichte des neuen Vereinsstandortes in diesem Nadelöhr stecken geblieben ist. Gemeinde und Verein haben seinerzeit auf der 44.000 Quadratmeter großen Fläche rund fünf Millionen Euro in die Sportanlage investiert.

Der Verein war umgesiedelt worden, nachdem das gemeindeeigene alte Sportgelände an der Hermann-Löns-Straße am anderen Ende Mellendorfs zum Wohngebiet Am Rutenberge ausgewiesen wurde. Längst wohnen Familien dort. Noch der frühere Bürgermeister Tjark Bartels hatte mit Verwaltung, Politik und den Verantwortlichen des MTV die Grundlagen für den kompletten Umzug des damals fast 1600 Mitglieder großen Sportvereins geschaffen. Die Mitglieder schließlich hatten einer Darlehensaufnahme von rund 1,2 Millionen Euro zugestimmt und in der Folge über umfangreiche Eigenleistungen die Baukosten begrenzt.

Die große Sportanlage des MTV ist für Fußgänger und Radler nur auf unsicherem Weg zu erreichen. Quelle: Ursula Kallenbach

Es gab viele Vorstöße von Eltern aus Sorge um die Sicherheit ihrer Kinder auf dem Weg zu den Sportanlagen. Denn noch immer ist kein Geh- und Radweg entlang der Industriestraße mit zahlreich anliegendem Gewerbe ausgebaut; lediglich eine Linie wurde linksseitig auf der Fahrbahn markiert für Fußgänger. In der jüngsten Gemeinderatssitzung nahm das SPD-Fraktionsmitglied Larbi Amerouz auf seine Anfrage nach dem aktuellen Stand dort zumindest eine positive Teilantwort mit.

Verkehrsführung ist zusätzliches Problem

Denn nicht nur der Ausbau an der Industriestraße ist das Problem, sondern eine Verkehrsführung auf der Wedemarkstraße unmittelbar hinter dem Bahnübergang in Richtung Gailhof. Dort soll eine Ampelanlage als Querungshilfe für Fußgänger installiert werden, um sicher von dem südlich der Landesstraße führenden Fuß- und Radweg auf der Seite der Einmündung „Am Freizeitpark“ hinüber in die Industriestraße auf der anderen Seite gelangen zu können. Nach einem Konzept der Gemeinde soll dazu die Haltelinie des Linksabbiegers auf der Landesstraße aus Mellendorf in die Industriestraße einige Meter zurückgesetzt werden.

Ab wann diese Regelung zur Verfügung stehen werde, beantwortet die Gemeinde mit der wiederkehrenden Schleife, nämlich: nach Umbau und Erweiterung der Industriestraße. Die Planung liege in mehreren Varianten vor. Zur Anlage eines Geh- und Radweges sei jedoch Grunderwerb erforderlich, heißt es nach wie vor. Auch sei bei dem rechtsseitigen Ausbau Baumbestand zu berücksichtigen.

Die Kosten für den Ausbau der Industriestraße lägen nach Angaben der Verwaltung bei circa 1,2 Millionen Euro. Die Kosten können zu 50 Prozent auf die Anlieger umgelegt werden; sie beinhalten Erschließungs- und Ausbaubeträge. Es gebe eine Vielzahl von Grundstückseigentümern dort mit widerstreitenden Interessen, verdeutlichte Gemeindesprecher Ewald Nagel auf Nachfrage die Problematik. „Die Verhandlungen sind nicht einfach. Wir müssen die Interessen unter einen Hut bringen und mit den Eigentümern sprechen.“ Diese Gespräche würden jedoch nicht öffentlich geführt, betonte er.

MTV-Vorsitzender spricht von „Hängepartie“

„Das ist eine regelrechte Hängepartie“, sagt der Vereinsvorsitzende Günter Stechmann. „Ich hoffe und warte immer noch auf eine vernünftige Lösung.“ Viele Kinder und Jugendliche würden von ihren Eltern im Auto zu den Sportanlagen gefahren, dies verstärke noch den gewerblichen Lkw-Verkehr dort, und Stechmann sieht durch abgestellte Lastwagen ein zusätzliches Gefahrenpotential. „Wenn dazwischen kleine Kinder auf Rollen zum MTV fahren, macht mir das Sorgen.“ Trotz der durchgezogenen Linie sei die Situation immer noch sehr unbefriedigend, da auf diese Weise auch die Fahrbahnbreite verengt wurde.

Von Ursula Kallenbach

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