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Prozess wegen bankrotter Spedition angelaufen

Wedemark Prozess wegen bankrotter Spedition angelaufen

Vor der 4. großen Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Hildesheim muss sich derzeit ein gebürtiger Stuttgarter verantworten, der auch in der Wedemark eine Spedition in den Ruin getrieben haben soll. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Untreue, Bankrott und Insolvenzverschleppung vor.

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Wegen vorsätzlichen Bankrotts unter anderem einer Wedemärker Spedition steht derzeit ein ehemaliger Rechtsanwalt vor dem Landgericht Hildesheim.

Quelle: Symbolbild

Wedemark.. Der heute 62-jährige Angeklagte, ein ehemaliger Rechtsanwalt, soll faktisch die Geschäfte von bundesweit vier Logistikstandorten geführt haben. Nach Auskunft von Gerichtssprecher Philipp Suden hatte von diesen rechtlich jeweils selbständigen Gesellschaften eine ihren Sitz in der Wedemark. In der Wedemark gelebt habe der Angeklagte selbst aber nicht. Der hiesige Standort ging Anfang 2007 als erster in die Insolvenz, nachdem unter anderem Mitarbeiter und örtliche Subunternehmer Strafanzeigen gestellt hatten. Deswegen sei auch hier zuerst ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, erläuterte Suden. Die Staatsanwaltschaft Hannover habe die später eingeleiteten Verfahren für die anderen drei Standorte von den jeweils örtlich zuständigen Staatsanwaltschaften übernommen.

Der Angeklagte soll zwischen November 2006 und Mai 2007 gemeinsam mit dem mittlerweile verstorbenen formellen Geschäftsführer 95 Überweisungen im Umfang von insgesamt 1,22 Millionen Euro an eine von ihm beherrschte GmbH veranlasst haben. Weitere knapp 47.000 Euro sollen an eine weitere GmbH geflossen sein. Allen Überweisungen sollen keine Leistungen der Zahlungsempfänger zugrunde gelegen haben. Durch dieseZahlungen soll die Insolvenzreife der Logistikstandorte herbeigeführt beziehungsweise vertieft worden sein. Sie waren jeweils in der Rechtsform einer GmbH & Co. KG organisiert.

Des Weiteren soll der Angeklagte jeweils dafür verantwortlich sein, dass der Insolvenzantrag für jede der vier GmbH & Co. KG jeweils verspätet gestellt wurde. Zudem soll er im Februar 2007 die Auskehrung von jeweils 20.000 Euro aus demVermögen der vier Komplementär-GmbHs an eine von ihm geführte Schweizer Aktiengesellschaft veranlasst haben, obwohl auch die Komplementär-GmbHs bereits zahlungsunfähig beziehungsweise überschuldet waren.

Wie intensiv sich das Gericht mit diesem Fall auseinanderzusetzen gedenkt, zeigt die Terminierung in der Prozessvorschau. Allein im September sind neun Termine angesetzt, sechs folgen im Oktober, weitere 19 sind bis Ende Januar 2018 geplant.

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