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Nachrichten AfD kritisiert Schulung für Ehrenamtliche
Umland Wedemark Nachrichten AfD kritisiert Schulung für Ehrenamtliche
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00:15 01.02.2018
Von Ursula Kallenbach
Groß ist die Themenvielfalt der Gruppen, die sich unter dem Dach des Mehrgenerationenhauses treffen. Quelle: Kallenbach
Wedemark

„In einigen Dingen Licht ins Dunkel bringen“ will nach eigenen Worten die AfD-Fraktionsvorsitzende im Rat der Gemeinde, Antje Lange. In einer Anfrage an die Verwaltungsspitze moniert sie, dass in Gebäuden der Gemeinde der Verein „Miteinander. Wedemark“ Veranstaltungen des Bündnisses „Aufstehen gegen Rassismus“ (AgR) durchführen lasse.

Lange bezieht sich auf eine Veranstaltung des gemeinnützigen Vereins Miteinander vom 20. Januar im Mehrgenerationenhaus in Mellendorf. Dazu hatte „Miteinander“ vor allem über seine Internetseite eingeladen. Vertreter des AgR-Bündnisses sollten demnach den Teilnehmern in kostenfreier Schulung vermitteln, was diese „überall rassistischen Sprüchen und rechten Parolen entgegensetzen“ könnten - nicht nur in der Kneipe, auch in der Mensa, am Arbeitsplatz, im Sportverein, am Familientisch.

An der Veranstaltung haben, wie die Vorsitzende des Vereins Miteinander, Dorothea Diekmann, auf Nachfrage berichtet, 20 Interessierte teilgenommen. Vor allem Ehrenamtliche, die in der Integrations- und Migrationsarbeit ehrenamtlich unterwegs sind, seien häufig Situationen ausgesetzt, in denen sie gegen Vorurteile kämpfen müssten, erläutert Diekmann die Intention. Insofern sei die Veranstaltung „im internen Verteiler der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer unserer Gemeinde sowie der Mitglieder des Vereins“ bekannt gemacht worden.

Die AfD-Ratspolitikerin Lange und der Vorsitzende des Gemeindeverbandes der AfD, Dirk Brandes, bemängeln, dass das Bündnis AgR auf seiner Internetseite auch zum Kampf gegen die AfD aufrufe. „Die AfD täglich neu mit Rassismus in Verbindung zu bringen, ist schäbig und für viele mittlerweile durchschaubar. Wenn dieses System der Diffamierung aber über die Gemeinde selbst mitgetragen werden sollte, wäre das ein Verstoß gegen das Neutralitätsgebot“, argumentiert Brandes. Dieses Gebot der parteipolitischen Neutralität möchte Lange ausdrücklich gewahrt wissen; insofern erhoffe sie sich Aufklärung durch die Verwaltung, vertreten durch den Bürgermeister.

„Ob das gegenseitige Aufbringen durch Veranstaltungen wie diese, in der offen ,Stammtischkämpfer' gegen die AfD ausgebildet werden sollen, förderlich für ein Miteinander ist, wie sich der Verein nennt, der obendrein noch als gemeinnützig geführt ist und damit auch entsprechenden Bedingungen unterliegt, ist da wohl eher ausgeschlossen“, ergänzt der AfD-Vorsitzende.

„Wir nehmen keinen Einfluss auf inhaltliche Ausgestaltungen von Veranstaltungen. Dieser indirekten Aufforderung der AfD zur Zensur werde ich nicht nachkommen“, stellt Bürgermeister Helge Zychlinski auf Nachfrage entschieden klar. „Wir sind eine Gemeinde, die Pluralität in den politischen Weltanschauungen begrüßt und nicht einschränkt. Veranstaltungen des Vereins Miteinander werden von uns ebenso ohne Zensur genehmigt wie große politische Veranstaltungen der AfD. Selbst ein Grünkohlessen der AfD im Bürgerhaus der Gemeinde, für das andere Parteien ein Restaurant mieten und bezahlen würden, haben wir jüngst genehmigt“, führt Zychlinski an. „Es ist verwunderlich, dass die AfD eine Einrichtung der Gemeinde für sich nutzt, das aber Organisationen mit anderen politischen Grundauffassungen nicht zugesteht.“

Die AfD-Fraktionsvorsitzende hatte im Rat den Verein Miteinander als links orientierte Gruppe eingeordnet. Der Verein werde von der Gemeinde unterstützt. Die Vereinsvorsitzende bestätigt dies für ihre konkrete Arbeit: 2017 habe die Kommune 1500 Euro für Deutschkurse bereitgestellt.

Welche Ziele verfolgt der Verein Miteinander?

Zu den Vorwürfen der AfD, die dem Verein „Miteinander“ erst durch Anfrage dieser Zeitung bekannt wurden, nimmt der Vorstand so Stellung: „Der Verein Miteinander.Wedemark e.V. hat sich mit seiner Satzung das Ziel gesetzt, auf Basis unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung die Integration von politisch, rassistisch und religiös Verfolgten in der Wedemark zu fördern. Unsere Mitglieder und die ehrenamtlich engagierten Helfer sehen sich im Zuge dieser Arbeit immer wieder mit Situationen konfrontiert, in denen sie rassistischen Meinungsäußerungen und Provokationen für ihre Arbeit ausgesetzt sind. Der Verein hat daher eine Veranstaltung unterstützt, in der sich Menschen stärken lassen konnten, um rassistischen Äußerungen in der Öffentlichkeit selbstbewusst und argumentativ gestärkt zu begegnen“. Dazu wird ein Zitat eines Teilnehmers angefügt: „Ich habe gelernt, auch in solchen schwierigen Diskussionen zu unterscheiden zwischen der Sache und der Person. Ich möchte mein Gegenüber als Mensch im Blick haben."

Nachdem die Teilnehmer der Veranstaltung von zwei Trainerinnen des Bündnisses Aufstehen gegen Rassismus geschult wurden, können sie dieses Wissen jetzt im Sinne des Vereins weitergeben – so ist es der Vereinsvorsitzenden zufolge gedacht.

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