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Nicht ohne Stein und Namen unter die Erde

Wedemark Nicht ohne Stein und Namen unter die Erde

In einem frisch angelegten Rhododendron-Garten und unter einem Ruhebaum ermöglicht die evangelische Kirchengemeinde St. Michaelis auf ihrem Friedhof mitten in Bissendorf demnächst neue pflegeleichte Bestattungsformen. Hohe alte Zypressen weisen den Weg kurz hinter der Eingangspforte.

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Pastorin Wibke Lonkwitz (links) und Elisabeth Wöbse aus dem Kirchenvorstand (daneben) freuen sich mit den ersten Besuchern bei der Übergabe der neuen Gräberfelder.

Quelle: Kallenbach

Bissendorf. Bereits seit dem Jahr 2000 wurden pflegeleichte Rasengräber angelegt. Aber auch sie sind mit einem Namensstein versehen. „Hier gibt es keine anonymen Bestattungen“, hielt Hans-Jürgen Klipphahn fest. Als Friedhofsgärtner und -verwalter dort seit rund drei Jahrzehnten haben ihn zunehmend die Veränderungen in der Gesellschaft beschäftigt, wie er jetzt bei der Übergabe der neuen Bestattungsbereiche erläuterte. Vor allem die Mobilität erlaube Familien oft eine traditionelle Grabpflege nicht mehr. „Ältere wollen auch ihren Kindern nicht zu Last fallen nach ihrem Ableben.“ So sei die große Nachfrage nach pflegeleichten Gräbern zu verstehen. Doch Veränderungen in der Gesellschaft erforderten auch neue Impulse auf Friedhöfen.

Den Pflegeaufwand einer Einzel- oder Doppelgrabstelle haben Angehörige mit den beiden neuen Bestattungsformen künftig auch nicht. Im Rhododendron-Garten sind Erd- und Urnenbestattungen möglich, wobei einheitliche Steine und Steinstelen die bronzenen Namensplatten mit individueller Gestaltung tragen. Unter dem Ruhebaum erhalten zwölf Urnen ihren Platz; auch dort stehen auf Stein-Stelen die Namen der Toten.

Das Besondere an diesem Konzept, das der langjährige Bissendorfer Friedhofsgärtner dem Kirchenvorstand vorgeschlagen hatte: In beiden Bestattungsfeldern können Paare gemeinsam ihre letzte Ruhe finden. Dies war bei den pflegeleichten Grabstellen nicht gegeben.

„Ich bin sehr erleichtert über diese Lösung“, betonte Klipphahn. Es sei seine tiefe Überzeugung, dass Lebenspartner auch eine gemeinsame Ruhestätte haben sollten. Den ersten Besuchern, die am Sonntag im Anschluss an einen Gottesdienst mit Pastorin Wibke Lonkwitz eine Friedhofsführung wahrnahmen, mochte der Friedhofsgärtner gern auch die gärtnerisch-praktische Seite im Rhododendron-Garten erklären. Rhododendren könne man ohne Schaden ausgraben, wenn eine Bestattung anstehe, und für drei Wochen an anderer Stelle lagern. Danach lassen sie sich umstandslos zurücksetzen.

Die neuen Bestattungsmöglichkeiten werden als Wahlgräber geführt, die nach 25 Jahren bei Ablauf der Ruhezeit weiter erworben werden können. Die Grab- und Urnenplätze dort sind in den Friedhofsunterlagen sicher dokumentiert.

Die alten Zypressen, wohl die ersten aus der Gründungszeit des Friedhofs (1910), bilden unübersehbar den Zugang zu den neu angelegten Bereichen. Nicht zuletzt als Ort der Begegnung und der Gartenkunst wollte auch die Pastorin den Friedhof verstanden wissen. Für die Mühen darum sprach sie dem Friedhofsgärtner und dem Mellendorfer Steinmetzbetrieb Rumpf  & Sohn ihren Dank aus. Und ohne Elisabeth Wöbse, die Vorsitzende des Friedhofsausschusses in der Bissendorfer Kirchengemeinde, „wäre alles langsamer gegangen“, hob Lonkwitz hervor. Nun aber stehen die neuen Bestattungsformen ab sofort zur Verfügung. Zum Einzugsbereich des kirchlichen Friedhofs in Bissendorf gehören Wennebostel, Scherenbostel, Wiechendorf und Schlage-Ickhorst.

Mehr über die kirchlichen Friedhöfe im Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen - dazu gehört auch die Wedemark - ist auf der Internetseite www.friedhof.kkbubl.de zu lesen.

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