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Nachrichten Wedemark: Zychlinski (SPD) setzt sich durch
Umland Wedemark Nachrichten Wedemark: Zychlinski (SPD) setzt sich durch
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17:11 10.02.2014
Die Wedemärker haben entschieden: Helge Zychlinski (34, SPD, links) wird neuer Bürgermeister. Quelle: Kallenbach (Archiv)
Wedemark

Im Polo-Shirt mit kurzen Ärmeln konnte Helge Zychlinski seinen Stress wohl am besten meistern. Und stressig war es, denn sein Wahlsieg stand erst am Ende ohne Zweifel fest. Zuletzt ließen die Stimmen aus Resse noch auf sich warten, dann das Briefwahlergebnis.

Gefeiert wurde im Restaurant Pinocchio aber erst, als Zychlinski ausführlich seiner Familie und allen Mit-Wahlkämpfern gedankt hatte. Auch Tjark Bartels, der als vorheriger SPD-Bürgermeister bei der Wahlparty gemeinsam mit Zychlinski auf die Fortsetzung der Arbeit im Wedemärker Rathaus hoffte, bekam von dem Jüngeren bestätigt: „Wir haben irrsinnig viel gearbeitet und geleistet in den vergangenen Jahren.“ Seinem CDU-Kontrahenten Dirk Hallmann bescheinigte Zychlinski einen fairen Wahlkampf. „Wir wollen versuchen, ein neues Miteinander zu begründen“, wünschte sich Zychlinski für die künftige Ratsarbeit – auch wenn die Mehrheitsverhältnisse so bestehen blieben.

„Ich bin sehr enttäuscht, ich hatte gehofft, dass wir gewinnen können“, sagte ein spürbar betroffener Dirk Hallmann am Sonntagabend bei der Wahlparty der Wedemärker CDU im Gasthaus Bludau in Wennebostel. Enttäuscht zeigte er sich auch von der geringen Wahlbeteiligung.
Hallmann äußerte sich überzeugt, gemeinsam mit der CDU Wedemark im Wahlkampf „alles gegeben zu haben“. Wir haben die Menschen in den großen Dörfern nicht ausreichend überzeugen können, und in den kleinen Dörfern war unser Vorsprung zu gering“, lautete seine erste Wahlanalyse. Mit langem, stehenden Applaus und Blumen dankten ihm die CDU-Anhänger. „Einen besseren hätten wir nicht haben können“, lautete ein Zwischenruf.

Offenbar wollen nicht alle Helge Zychlinski

Ein Kommentar von Sven Warnecke

Nicht alle Wedemärker wollen Helge Zychlinski als Bürgermeister – nur knapp 52 Prozent votierten für den Sozialdemokraten. Amtsvorgänger Tjark Bartels holte 2006 in der Stichwahl immerhin 65,5 Prozent der Stimmen.
Fakt eins ist: CDU-Kandidat Dirk Hallmann hat sich als Nicht-Wedemärker mit 48 Prozent der Wählerstimmen mehr als achtbar aus der Affäre gezogen. Gleich sieben Wahlbezirke konnte er gar für sich entscheiden.
Fakt zwei: Die SPD muss die Wahl aufarbeiten – schleunigst Gründe suchen. Möglicherweise lag es an den Grünen, immerhin Koalitionspartner der SPD im Rat, die es ohne eigenen Kandidaten vielleicht nicht geschafft haben, ihre Wähler – auch für die SPD – zu mobilisieren. Möglicherweise hat es auch andere Gründe, die die SPD klären muss.
Fakt drei allerdings: Bei nur knapp 51 Prozent Wahlbeteiligung hat die Demokratie in der Gemeinde eine tiefe Scharte bekommen.

Der Liveticker zum Nachlesen

19:14 Uhr: Das Ergebnis steht fest: Helge Zychlinski (SPD) gewinnt mit 51,8 Prozent die Wahl zum Bürgermeister in der Wedemark. Sein Kontrahent Dirk Hallmann (CDU) erreicht 48,2 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 50,5 Prozent.

19:02 Uhr: Noch warten alle auf die Stimmen aus der Briefwahl, da werden schon Witze über das Wahlbüro gemacht, in dem das Auszählen der Stimmen am längsten gedauert hat: Resse. Prominenteste Politikerin des Wahlkreises ist die Bundestagsabgeordnete Caren Marks. Sie scherzt, Ursache für die Verzögerung seien die Computer in Resse.

Helge Zychlinski ist der neue Bürgermeister für die Wedemark. Der Sozialdemokrat setzte sich mit 51,8 Prozent der Stimmen gegen Dirk Hallmann (CDU) durch.

18:57 Uhr: Bei der Wahlparty der SPD im Restaurant Pinocchio in Bennemühlen ist die Stimmung ausgelassen. Zychlinski hat - da sind sich die Ortsbürgermeister sicher - auch in Ortsteilen deutliche Mehrheiten erreicht, in denen das nicht unbedingt zu erwarten gewesen wäre. Dazu zählen Negenborn, Brelingen und Mellendorf. Auch in den traditionell CDU-nahen dörflichen Bereichen hat der SPD-Kandidat vielleicht nicht gewinnen können, aber deutliche Stimmzuwächse zu verzeichnen.

18:52 Uhr: Auch Resse ist ausgezählt, hier lag Zychlinski (SPD) wie in den meisten anderen Bezirken vorn. Noch stehen die zwei Wahlbezirke der Briefwahl aus. Bisher steht es 52,6 Prozent zu 47,4 Prozent für Zychlinski.

18:48 Uhr: Noch fehlt Resse. Zum ersten Mal wird übrigens nur der Bürgermeister gewählt - ohne eine angehängte Kommunalwahl. Darum hat die Gemeinde in einigen Dörfern Wahlbezirke zusammengelegt - auch um ehrenamtliches Personal in den Wahlvorständen einzusparen.  

18:44 Uhr: 19 von 22 Wahlbezirken: Nur die Stimmen aus Resse und die Ergebnisse der Briefwahl stehen noch aus. Zychlinski (52,6 Prozent) liegt weiter vorn.

18:43 Uhr: Der SPD-Kandidat liegt weiter vorn: 53 Prozent hält Zychlinski, sein Kontrahent liegt bei 47 Prozent. 17 von 22 Bezirken sind ausgezählt.

18:40 Uhr:  Helfen ihm die prominenten Unterstützer? Zychlinski (SPD) hatte die Landesebene der Politik voll für seinen Wahlkampf nutzen können: Mit Niedersächsischen Wirtschaftsministers Olaf Lies schaute er in Wennebostel die innovativen Unternehmen FS-ZM und Sennheiser an. Ministerpräsident Stephan Weil trug sich auf seine Einladung im Goldenen Buch der Gemeinde Wedemark ein. Hallmann hatte weniger Glück: Die CDU hat im Moment eben keine Landesminister.

18:35 Uhr: Baut Zychlinsky (SPD) seinen Vorsprung aus? Nach 14 von 22 ausgezählten Wahlbezirken hat er 53,4 Prozent der Stimmen auf sich vereint. Hallmann (CDU) liegt inzwischen bei 46,6 Prozent der Stimmen.

18:31 Uhr: Ein andere Wedemärker war noch kreativer: Er hat Stempel mit ins Wahllokal gebracht und bei Zychlinski den Stempel "Witzig" und bei Hallmann den Stempel "Nicht witzig" auf den Wahlzettel gedruckt. Hängt es damit zusammen, dass man Bürgermeister schon mit 16 Jahren wählen kann? 

18:28 Uhr: In Bissendorf hat ein Wähler auf dem Stimmzettel ein drittes Wahlfeld angelegt, ein Kreuz gemacht und dazu geschrieben "Mein Schatz". Bedeutet dann wohl: Weder Zychlinski noch Hallmann bekommen die Stimme.

18:26 Uhr: Zehn von 22 Wahlbezirken sind ausgezählt. Zychlinsky (SPD) liegt mit 53,7 Prozent vor Hallmann (CDU) mit 46,3 Prozent.

18:24 Uhr: Dass es zu einer Stichwahl kommt, hält Fachbereichsleiter Christian Bruns für unwahrscheinlich. Bei zwei Kandidaten wird es voraussichtlich einen Wahlgewinner geben – es sei denn, dass es zu einer Stimmengleichheit kommt. „Wir haben vorsorglich die Wahlhelfer und die Wahllokale auch für diesen Termin gebucht“, sagte Bruns.

18:20 Uhr: Nach acht von 22 Wahlbezirken lässt sich noch kein Favorit ausmachen: Zychlinksi (SPD) liegt bei 50,8 Prozent und Hallmann (CDU) bei 49,2 Prozent. 

18:13 Uhr: Die erste Hochrechnung steht: Helge Zychlinski (SPD) liegt mit 49,7 Prozent knapp hinter Dirk Hallmann (CDU, 50,3 Prozent). Mit Gailhof, Oegenbostel und Wennebostel sind drei von 22 Wahlbezirken ausgezählt.

17:58 Uhr: Unsere Kollegen Friedrich Bernstorf und Ulla Kallenbach sind vor Ort. Gegen 18.15 Uhr wird mit den ersten Ergebnissen gerechnet.

16:34 Uhr: An der Briefwahl haben sich nur 9,9 Prozent der Wahlberechtigten beteiligt. Im Vergleich zur Bundestagswahl im vergangenen Jahr eine alarmierend niedrige Zahl: Hier hatten sich 18,8 Prozent der Wedemärker die Wahltunterlagen im Vorfeld zuschicken lassen. Es wird mit einer Wahlbeteiligung gerechnet, die möglicherweise unter 50 Prozent liegt (Bundestagswahl 80,4 Prozent).Bei der letzten Bürgermeisterwahl im Jahr 2006, bei der auch der Gemeinderat und die Ortsräte gewählt wurden, lag die Wahlbeteiligung bei 55,2 Prozent. Damals hatten sich vier Kandidaten zur Wahl gestellt. In der Stichwahl hatte sich Tjark Bartels (SPD) gegen Horst Müller (CDU) durchgesetzt. Im Herbst vergangenen Jahres setzte der sich bei der Wahl um das Landratsamt im Landkreis Hameln-Pyrmont gegen den ehemaligen Innenminister Uwe Schündemann (CDU) durch. Die Wahlergebnisse erwarten die Kandidaten und Parteien ab 18 Uhr bei ihren Wahlpartys. Die SPD hat dazu nach Bennemühlen in das Restaurant Pinocchio (am Bahnhof) eingeladen. Die CDU trifft sich im Gasthaus Bludau in Wennebostel.   

ek/ka/ff

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