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00:27 28.03.2018
Von Ursula Kallenbach
Weit mehr noch als die zuvor angemeldeten 42 Kuchen und Torten werden geliefert und gehen im Mooriz über den Tresen. Quelle: Ursula Kallenbach
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Resse

42 Kuchen und Torten sind von ehrenamtlichen Bäckern aus dem Dorf angekündigt, doch im Laufe des Nachmittags gingen weitere Köstlichkeiten im Mooriz ein, darunter zwei Thementorten zum geplanten Moorerlebnispfad. Sie wurden versteigert. Genau 1305 Euro erbrachte die Aktion des Vereins Bürger für Resse (BfR), die die Werbung für eine weitere Arztsuche finanzieren soll.

„Der Andrang war groß und hat unsere Erwartungen weit übertroffen. Viele Besucher haben beim Kuchenkauf großzügig aufgerundet. Die Kuchen waren aber auch Spitze“, bescheinigte Renate Kolb allen Beteiligten. Viele Sponsoren hätten bei der Veranstaltung im Mooriz auch Spenden gegeben, wenn sie selbst keinen Kuchen essen wollten, berichtete die geschäftsführende Vorsitzende des Vereins Bürger für Resse und dankte allen Spendern. „Wir werden alles versuchen, was man mit Geld tun kann, um einen Arzt für Resse zu finden.“

Zugleich bat sie die Resser und alle Besucher aus der Wedemark, reichlich Gebrauch von dem Informationsflyer zu machen, den der Bürgerverein zu 1500 Stück in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Wedemark aufgelegt hat. Das Faltblatt informiert mit allen notwendigen Details über den guten Standort für eine Hausarztpraxis in dem vereinseigenen Haus im Alten Dorf in Resse. Die barrierefreien Praxisräume dort sind vorhanden, stehen aber leer, seit die letzten Ärzte die Zweigstelle ihrer Bissendorfer Praxis dort aufgegeben haben. Der Verein verteilt die Flyer, damit die Resser die Infos weitergeben. „Wir versuchen, nichts auszulassen, und hoffen auch, dass uns der Zufall hilft“, sagte Kolb. Auf der Homepage der Gemeinde Wedemark führt unter Gesundheit und Soziales ein Link zur Resser Arztsuche.

Bis Ende September gehen noch Mietzahlungen für die Räume im Arzthaus beim Bürgerverein als Vermieter ein. „Für 3000 Euro haben wir schon Anzeigen laufen lassen seit Dezember 2017“, machte Kolb die nicht nur finanziell angespannte Situation deutlich. „Wir hatten keine einzige Reaktion darauf.“ Desolat sei die Situation der Hausärzteversorgung landauf, landab. In Internetportalen zur Arztsuche stünden 1700 Suchen gerade 17 Mediziner gegenüber, die sich anbieten. Auch die Kassenärztliche Vereinigung ist eine Anlaufstelle, die der BfR nutzt.

Hoffnung liegt auch auf der Unterstützung durch die Gemeinde. „Wir sind im Gespräch mit Bürgermeister Helge Zychlinski. Am 4. April haben wir dazu wieder einen Termin mit ihm“, berichtete Kolb. Am 19. April tagt der Verein Bürger für Resse in seiner Vollversammlung. Die Arztsuche ist dabei wahrlich nicht das einzige drängende Thema – es geht um das Fortbestehen des seit so vielen Jahren für Resse erfolgreich wirkenden Vereins. Der jetzige Vorstand führt die Geschäfte, nachdem der frühere Vorsitzende Jochen Pardey sein Amt niedergelegt hatte, und sich seither für die Führung keine neuen und jüngeren Kräfte finden lassen. Nicht nur das Arzthaus, das Mooriz, der örtliche Lebensmittelmarkt und weitere Infrastruktur im Dorf sind Erfolge, die sich der Verein Bürger für Resse zurechnen kann.

Was, wenn kein Arzt kommt? Noch gehen die Gedanken nur zögerlich in diese Richtung. Dort eine Tagespflegestation einzurichten, wird gleichwohl als Alternative angedacht. Für Fragen und Hinweise ist Renate Kolb per E-Mail an vorstand@buerger-fuer-Resse.eu erreichbar.

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