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Nachrichten Kriegskinder und -enkel sprechen öffentlich
Umland Wedemark Nachrichten Kriegskinder und -enkel sprechen öffentlich
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00:36 09.06.2018
Von Ursula Kallenbach
Nachkriegszeit in Hannover: Kinder lauschen einem Mann, der aus einem Gewehr eine Art Cello gebastelt hat und darauf musiziert. Quelle: Wilhelm Hauschild (Archiv)
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Mellendorf

„Im Krieg war ich noch klein“, lautet der Titel eines 2011 erschienenen Buches der ärztlichen Psychotherapeutin Dr. Anette Winkelmüller. Sie hat mit ihrem Jahrgang 1937 nicht nur als Kriegskind den Zweiten Weltkrieg erlebt, sondern weiß als Therapeutin auch um ein selten erörtertes Thema: die unbewusste Weitergabe von Traumata über Generationen. In einer öffentlichen Diskussion am Donnerstag, 6. September, im Mehrgenerationenhaus in Mellendorf werden drei Betroffene aus drei Generationen über den Problemkreis sprechen

Traumata, über das Maß belastende seelische Verletzungen haben viele Menschen aus Kriegs-, Verfolgungs- und Fluchtereignissen davongetragen. Psychische Traumatisierungen geschehen aber auch – bewusst oder unbewusst - in der Familie. Initiator der Diskussionsveranstaltung ist Fredy Krause aus Wennebostel, der als Hobby-Familienchronist auch zu seinen eigenen Wurzeln geforscht hat. Er sieht sich selbst, Jahrgang 1959, als Kriegsenkel und möchte das Thema einem größeren Kreis Interessierter zugänglich machen.

„Transgenerationale Weitergabe von Traumata - Die Betroffenheit der Kriegsenkel“ wirft Fragen auf: Kriegsenkel – was haben unsere Eltern, die Kriegskinder, an uns weitergegeben? Kriegskinder- was haben unsere Großeltern an unsere Eltern weitergegeben? Es geht um eine unbewusste Weitergabe unverarbeiteter, unausgesprochener Traumata an die jeweils nächste Generation im 20. Jahrhundert, zwischen und nach zwei Weltkriegen.   

Neben Winkelmüller diskutieren in der Runde und mit den Zuhörern die Diplom-Sozialpädagogin Heike Pfingsten-Kleefeld, Jahrgang 1961, und der Journalist Rolf Zick, Jahrgang 1921. Pfingsten-Kleefeld ist Autorin des Buches „Kriegsenkelgefühle“, Zick hat ebenfalls ein Buch geschrieben: „Ich war dabei - und habe überlebt“. Von Winkelmüller liegen außerdem die Bücher „Deutschland halb und halb“ über ihre Erfahrungen in der früheren DDR (2012) und „Als die Jeans noch gebügelt wurden“ (2014) vor; dieses Buch über Kriegsenkel gab sie gemeinsam mit Thorsten Heese und Gaby Heetderks heraus.

Der Historiker und Politologe Olaf Mußmann, Jahrgang 1958, moderiert das Gespräch im Mehrgenerationenhaus. Eines der Ziele der Veranstaltung ist es, ein besseres gegenseitiges, mitfühlendes Verständnis generationenübergreifend zu entwickeln – daraus könnte eine Versöhnung der Kriegskinder mit der Kriegsenkelgeneration entstehen. Der Diskussionsabend am 6. September beginnt um 18.30 Uhr. Die Ankündigung des kostenlosen Diskussionsabends schon jetzt ist dem Veranstalter nach eigenen Worten wichtig, damit das Thema in der Öffentlichkeit frühzeitig Raum bekommt und möglichst viele Besucher anspricht.

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