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Nachrichten Gemeinde: Wir lassen uns nicht erpressen
Umland Wedemark Nachrichten Gemeinde: Wir lassen uns nicht erpressen
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01:31 04.03.2018
Von Ursula Kallenbach
Mit Bürgermeister Helge Zychlinski (links) stimmt Regionsdezernent Axel Priebs in den Zielen des Wohnungsbaus voll überein. Quelle: Kallenbach
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Wedemark

Die Wedemark gilt in der Region Hannover neben Garbsen als eine der beiden Kommunen, die sich am besten entwickeln. Deshalb stellt der scheidende Umwelt- und Baudezernent Professor Dr. Axel Priebs der Gemeinde im Wohnungsbau das beste Zeugnis aus.

 „Die Wedemark ist eine der Kommunen in der Region, die am stärksten ihre Positionierung verändert hat – von der ländlichen Gemeinde zum beliebten Wohnort.“ Dies sei – wie bei der Region Hannover insgesamt - deutlich auch an den Zuzugszahlen erkennbar, bescheinigte der scheidende Bau- und Umweltdezernent der Region am Donnerstag Bürgermeister Helge Zychlinski. Bei einem Gespräch im Rathaus glichen sie die Anstrengungen der Gemeinde Wedemark im Wohnungsbau mit den Zielen des regionalen Wohnbauversorgungskonzepts ab. Die Richtung ist gleich: Wohnungen für Normalverdiener, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, vor allem Ein- bis Zwei-Zimmer-Wohnungen für junge Leute, Alleinerziehende und Senioren.

Die Region mit ihrer ambitionierten Wohnbauinitiative – 28 300 Wohneinheiten bis zum Jahr 2025 – wolle gern die Planungs- und Bauaktivitäten der Kommunen koordinieren, bestätigte Priebs. Die Bürgermeister wünschten auch, dass die Region koordiniere, „aber die Gemeinderäte müssen auch aktiv mitziehen und Baugebiete ausweisen". Dafür sei die Wedemark ein gutes Beispiel. „Die Gemeinde stellt sich aktiv den Herausforderungen. Sie nimmt die Dinge stark in die Hand“, betonte Priebs. Dies war in seiner Funktion als Dezernent der wohl letzte Besuch in der Wedemark; in einem Monat wechselt er an die Universität Wien. Ein süßer Präsentkorb stand daher im Rathaus in Mellendorf für ihn bereit.

Die Wohnbauprojekte in der Gemeinde seien teils voll in der Spur, einige hätten Bebauungsplanreife, andere steckten in Grundstücksverhandlungen, zeigte der Bürgermeister anhand einer Kartenübersicht. Die vorrangige Entwicklungsachse verlaufe entlang der S-Bahn-Linie (Bissendorf, Elze, Mellendorf), erläuterte Zychlinski und benannte die bekannten Baugebiete, für die große Nachfrage herrscht. „Aber wir ergreifen auch die Eigenentwicklung in den anderen Orten“, betonte er. Als Beispiele für die weitere Innenentwicklung in den Dörfern nannte er Resse. Dort wie anderenorts sei die Nachverdichtung auf großen Grundstücken aus den 1960-er Jahren eine Möglichkeit, Wohnraum zu schaffen. Auch in Abbensen sei mit einem Investor auf einer großen, schon verfallenen Hofstelle ein Baugebiet mit Mehrfamilien- und Doppelhausstrukturen aufgelegt worden.

Übereinstimmend sehen Zychlinski und Priebs die größten Entwicklungspotentiale im Ort Elze mit seinem Bahnhofsumfeld. Nach den dreigeschosssigen Wohnbauten mit 70 Wohneinheiten an der Walsroder Straße – Eigentum, aber fast alle vermietet - gehe man in Elze mit dem Baugebiet Bäckkamp und Alter Festplatz weiter voran. Beides werde voraussichtlich nach Ostern vorgestellt werden können.

In Bissendorf und Wennebostel liege der Fokus nach dem baurechtlich gesicherten Wohnbaugebiet Diersrahe jetzt auf dem Mühlengrund. „Auch dort werden wir eine Reihenhausbebauung mit einplanen“, verdeutlichte Zychlinski. Zum Projekt Mühlengrund beteilige die Gemeindeverwaltung nach wie vor Kinder am Planen– ein Pilotprojekt im Rahmen der Kinderfreundlichen Kommune Wedemark. Die bisherige Industriefläche am Krähenberg in Wennebostel wird irgendwann ebenfalls verdichteter Bebauung weichen, die sich dort einfügen soll. „Die Gewerbefläche dort hat keine Zukunft mehr“, sagte Zychlinski.

Die stärkere Ausnutzung von Grundstücken auch mit Reihen- und Doppelhäusern neben Einfamilienhäusern ist aus Sicht der Gemeinde wie der Region ein wichtiges Instrument, um mehr Wohnraum zu schaffen. Hier wie dort werden Flächen knapp, wenn auch Landschaft und Naherholung ihren Wert behalten sollen. Doch zunehmend schwieriger werde der Grunderwerb mit vielen Partnern und Preisverhandlungen, betonten Priebs und Zychlinski. „Wir lassen uns nicht mit horrenden Preisen erpressen“, machte der Bürgermeister deutlich. „Dann brechen wir als Kommune die Verhandlungen ab.“ Der eigene Profit sei nicht über alles zu stellen. Für die Haltung, sich nicht jeden Preis aufnötigen zu lassen, zollte Priebs dem Bürgermeister und der Gemeinde ausdrücklich Respekt und erinnerte ebenfalls an die Sozialverpflichtung von Eigentum und Boden.

Zum wohl letzten Termin in der Wedemark bekommt Regionsdezernent Axel Priebs (rechts) von Bürgermeister Helge Zychlinski einen süßen Präsentkorb auf den Weg zur neuen Stelle an der Universität Wien. Quelle: Kallenbach

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