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Umland Wedemark Nachrichten Gemeinde investiert über Jahre in Abwasser
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00:32 17.06.2018
Von Ursula Kallenbach
Als Betriebschefin hat Abwassermeisterin Alexa Fella schon reichlich Erfahrungen gesammelt. Quelle: Kallenbach
Bissendorf

Mit Investition in Höhe von zwölf Millionen Euro für die Modernisierung der Kläranlage Bissendorf über die nächsten Jahre steigt die Gemeinde Wedemark wieder in die Abwasserentsorgung in kompletter Eigenregie ein. Die Gebühren für die Wedemärker sollen in den nächsten Jahre konstant bleiben.

Dass am Montag, 18. Juni, der Gemeinderat diesen Beschluss fasst, ist keine Frage. Die beiden großen Fraktionen von SPD und CDU stimmen darin überein, wie sie jetzt eröffneten: Trinkwasser und Abwasser bekommen die Wedemärker künftig wieder aus einer Hand - von der Gemeinde. In einer Informationsveranstaltung auf Einladung der Groko hatten vor einer Woche auch andere Ratspolitiker die Möglichkeit, sich umfassend mit den Fakten und Planungen auseinanderzusetzen.

„Nach 30 Jahren Erfahrungen mit einem privaten Betreiber ist die Gemeinde zu ihren Ursprüngen zurückgekehrt. Wir können es gut oder sogar besser“, betonte der SPD-Fraktionsvorsitzende, Jürgen Benk, vorab in einem gemeinsamen Pressegespräch mit CDU-Fraktionschef Rudi Ringe. 29 Jahre und ein halbes hatte das Unternehmen KED die Abwasserentsorgung im Klärwerk in Bissendorf betrieben. Dass dann auch ein erheblicher Sanierungsstau in den technischen Anlagen bestand, ließ Verwaltung und Kommunalpolitiker bereits vor Jahren handeln.

Wegen Sanierungsstau muss Verwaltung handeln

Mit dem Wasserverband Peine hatte die Kommune Anfang 2016 die Teilbetriebsführung in der Abwasserbeseitigung übernommen und diesen Vertrag im Einvernehmen bis 30. Juni diesen Jahres verlängert. Parallel wurden erste Erneuerungen für das Klärwerk auf den Weg gebracht. Obwohl sich der Wasserverband an einer kompletten Übernahme der Aufgaben interessiert zeigte, entscheidet die Kommune nun, mit ihrer alleinigen Tochtergesellschaft Wedemark Abwasser (WAG), die erforderlichen Investitionen von rund zwölf Millionen Euro schrittweise zur Modernisierung der Kläranlagen einzusetzen. Die Betriebsführung mit sieben qualifizierten Fachkräften für Abwassertechnik vor Ort und weiteren Mitarbeitern in der Verwaltung übernimmt ab 1. Juli offiziell die Gemeinde.

Die Abwassertechniker mit Betriebsleiterin und Abwassermeisterin Alexa Fella haben nach Überzeugung der Politiker, die sich ebenfalls in die komplexe Materie einarbeiten mussten, in den zwei Jahren das erforderliche Know-how aufgebaut. Dabei sei die Zusammenarbeit mit dem Wasserverband Peine, einem nicht erwerbsorientierten Zweckverband, immer gut gewesen.  „Aber wir sehen einige Vorteile, wenn wir es selber fortführen“, begründeten Ringe und Benk. So seien die Personalkosten eingeflossen in die Berechnungen der Kommune, „und wir können die Gebühren selbst steuern“.

Gebühren sollen trotz Investition stabil bleiben

„Am Ende kommen wir etwa auf den gleichen Preis von 2,97 Euro je Kubikmeter Gebühren. Das bleibt so bestehen, auch bei den erheblichen Investitionen“, stellt Ringe fest. Die Gemeinde Wedemark liege mit dem Preis im oberen Drittel der Kommunen in der Region Hannover. Aber sicher sei auch, dass viele andere Kommunen in den nächsten Jahren ebenfalls erheblich investieren müssen in die Abwasserreinigung.

„Mit unseren Investitionen in moderne Technik können wir auch Betriebskosten sparen“, führte CDU-Fraktionsvorsitzender Ringe an. So könne aus der Schlammfaulung (große Teile aus dem Abwasser müssen verrottet werden) im Klärwerk noch Strom gewonnen werden. „Wir haben auch einen Auftrag für eine Klärschlamm-Lagerhalle von 450 Quadratmetern erteilt“, berichtete Ringe. In der Halle, die mit einer Million Euro veranschlagt ist, werde der Entsorgungsschlamm vor der weiteren Verwertung getrocknet – zugleich könne aber auf dem Dach der großen Halle Photovoltaik installiert werden. Insofern sind sich die beiden großen Fraktionen einig: „Wir bauen zukunftsfähig“.

Der gesamte Ausbau muss auf dem bestehenden Gelände am Ortsrand von Bissendorf erfolgen. „Alle Leitungen sind dorthin ausgerichtet“, erklärte Ringe. Eine neue Vorklärung für Feststoffe muss gebaut werden. „Was wir vorher entfernen können, müssen wir hinten nicht reinigen“, verdeutlichte Ringe. Die bisher drei Klärbecken, die mit Bakterien und Sauerstoff arbeiten, stehen ebenfalls auf dem Prüfstand; was an die Stelle kommt, ist noch nicht entschieden. Die endgültige Planung der Kläranlage ist noch nicht beauftragt.

Der Gemeinderat tagt am Montag, 18. Juni, ab 20 Uhr im Bürgersaal des Bürgerhauses in Bissendorf.

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