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Umland Wedemark Nachrichten Kein Jugendtreff mehr - was dann?
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00:44 03.03.2018
Von Ursula Kallenbach
Der Jugendtreff - ein ehemaliger Zirkuswagen - soll aufgehoben werden. Quelle: Kallenbach
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Abbensen

Das Ende des Projekts war der Politik angekündigt: Die Verwaltung wird den Betrieb des Jugendtreffs Abbensen mit Ablauf des 31. Juli einstellen. Mit dem Personal sollen die anderen Jugendtreffs verstärkt werden.

Damit hebt die Gemeinde den Jugendtreff, der ohnehin mit größten Anlaufschwierigkeiten erst 2014 in dem kleinen Dorf in Gang gebracht wurde, wieder auf. Der Standort des ehemaligen Bauwagens im Außenbereich auf der Festwiese war nur zeitlich befristet genehmigt und ist bereits letztmalig verlängert bis zum 30. September. Am Donnerstag, 1. März, befasst sich der Ortsrat mit dem Abzug der Jugendpflege aus dem Dorf. Die öffentliche Sitzung im Gasthaus zur Post in Abbensen beginnt um 19 Uhr.

„Man kann den Treff nicht einfach still abbauen. Dann muss die Gemeinde mal Geld in die Hand nehmen, das wäre meine Forderung“, sagte Ortbürgermeister Peter Reuter vorab auf Nachfrage dieser Zeitung. „Wir wussten, dass es auf uns zukommt. Aber wir werden die Verwaltung auffordern, Ideen zu entwickeln.“ So denkt Reuter an einen Neubau, einen Anbau an das Dorfgemeinschaftshaus oder die Verlagerung des Wagens ohne Räder auf einen Platz neben dem DGH.

Ideen hat jedenfalls die Verwaltung noch nicht mitgeliefert in ihrer Informationsdrucksache, die sie in dieser Woche zuvor auch in den Fachausschuss für Bildung, Kinder und Jugend gegeben hatte. Stattdessen führt sie die Argumente nüchterner Fakten an, weshalb in Abbensen nichts weiter gehen soll: das baurechtliche Problem der Nutzung im Außenbereich samt Ablauf der Genehmigung sowie fehlende sanitäre Anlagen einschließlich Frisch- und Abwasser. So müssen die Kinder bei Bedarf die Sanitäranlage im nahe gelegenen Dorfgemeinschaftshaus aufsuchen, was laut Verwaltung teilweise zu Aufsichtsproblemen geführt habe. Da Kinder und Betreuer in dem Bauwagen weder Hände noch Gegenstände reinigen können, habe dies außerdem die Vielfalt der Angebote in der Arbeit der Jugendpflege dort eingeschränkt.  

„Die finanziellen Aufwendungen für die Aufstellung eines notwendigen Planverfahrens und anschließenden Bau eines barrierefreien Jugendtreffs sind aus finanziellen Erwägungen heraus nicht darstellbar“, schließt die Verwaltung. Angefügt für die Kommunalpolitiker hat sie auch die belegt geringen Nutzerzahlen. Gleichwohl räumt die Verwaltung auch ein, dass sich dabei die Katze in den Schwanz beißen könnte: Die mangelnde Nutzung sei „sicherlich auch beeinflusst durch häufige Personalveränderungen bei den Fachkräften“, so dass „der Jugendtreff nie eine gesuchte und notwendige Einrichtung im Gemeindeteil Abbensen geworden“ sei.  

Wenn der Jugendtreff dort entfällt, seien ja die Gründe dafür nicht entfallen, dass er eingerichtet wurde, hält Daniela Mühleis fest. „Wir wollen das so nicht hinnehmen“ kündigte die Ausschussvorsitzende gestern auf Nachfrage an. „Es gibt jetzt keine Verlängerung der baurechtlichen Genehmigung – der Tisch ist geputzt. Aber wir prüfen nochmal ganz intensiv und wollen die Jugendlichen mit einbeziehen“, stellte die SPD-Ratsfrau in Aussicht.

Neben dem jetzigen Standort Festplatz, den der Ortsrat für Abbensen, Duden-Rodenbostel und Negenborn (Wedemark I) seinerzeit bevorzugt hatte, eignet sich aus Sicht der Verwaltung auch die damals ausgeschlagene Alternative weiterhin nicht - der Parkplatz vor dem Dorfgemeinschaftshaus. „Die bereits damals genannten Problempunkte wären auch jetzt präsent“, führt die Verwaltung den Politikern vor Augen: Der Parkplatz wäre nur noch eingeschränkt nutzbar, der ortsbildprägende Baum am Rand müsste deutlich beschnitten werden und könnte in der Folge absterben. Wollten die Kinder dann die Außenspielanlage Festplatz nutzen, müsste jeweils eine Fachkraft sie begleiten und Aufsicht führen und - störender Lärm für die umliegende Wohnbebauung.

Im Jahr 2011 hatte der Ortsrat erstmals die Verwaltung beauftragt, einen kommunalen Jugendtreff in Abbensen einzurichten. Den Kindern und Jugendlichen im Dorf  wurde aus Kostengründen erst 2014 der Zirkuswagen zugestanden, Kostenpunkt 25 000 Euro.

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