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Extreme Wetterlagen belasten Feuerwehren

Wedemark Extreme Wetterlagen belasten Feuerwehren

Die vermehrten Stürme belasten die Freiwilligen Feuerwehren. Bei der Jahresversammlung in der Wedemark wird klar: Einsätze können nicht weiterhin gefahren werden wie bisher.

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Gemeindebrandmeister Maik Plischke und die Teilnehmer der Hauptversammlung des Gemeindekommandos Wedemark.

Quelle: Patricia Chadde

Mellendorf.  Maik Plischke, Gemeindebrandmeister der Wedemark, führt rund 600 Mitglieder an. Die hatten im vergangenen Jahr mit dem Absturz eines Leichtflugzeuges am 5. April, dem Brand einer Mellendorfer Zimmerei am 4. Juli direkt neben einer Tankstelle sowie einem Hausbrand am 2. Dezember dramatische Einsätze zu leisten. Doch von insgesamt 399 Alarmierungen ging es nur bei 65 Einsätzen tatsächlich um das Löschen von Feuer. 226 Mal mussten die Gemeindefeuerwehren für technische Hilfeleistungen ausrücken. „Wir verzeichnen in diesem Bereich einen enormen Anstieg, eigentlich eine Verdopplung“, betonte Maik Plischke mit Blick auf die Anzahl der Alarmierungen aus 2016 und 2017.

Gemeindekommando drängt auf Änderung der Gebührenbescheide

Darauf will das Gemeindekommando nun auf zwei Wegen reagieren: „Erstens sollen die Gebührenbescheide angepasst werden. Außerdem müssen wir uns fragen, ob ein Ast, der nur einen Feldweg blockiert, wirklich sofort von uns beseitigt werden muss“, so Plischke. Denn die besonderen Wetterlagen bringen ganz neue Herausforderungen, wie das Hochwasser in Hildesheim oder die Folgeschäden des Sturm Xavier im Oktober 2017 zeigten. „Weil die Notrufnummer 112 durch die zahlreichen Schadensmeldungen bei Xavier oft besetzt war, rief mancher direkt beim Ortsbrandmeister an oder ging wie in Abbensen zum Feuerwehrhaus. Daher müssen wir die Koordinierung zwischen Polizei, Leitstellen und den Wehren noch detaillierter abstimmen“, erklärte der Gemeindebrandmeister.

Aus statistischer Sicht werden extreme Wetterlagen auch künftig eine Herausforderung für das Gemeinekommando der Wedemark bleiben.  Die Tagesverfügbarkeit der ehrenamtlich tätigen Feuerwehrkameraden zählt ebenfalls zu den existentiellen Fragen. Schichtarbeit sowie ein Arbeitsplatz in großer Entfernung zum Wohnort erforderten neue Lösungswege. Kinder- und Jugendfeuerwehr sicherten zwar den Nachwuchs. Aber auch außergewöhnliche Lösungen zeigten Vorbildcharakter. So wie ein Wedemärker Arbeitgeber, der gleich 18 Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr beschäftigt. Jeweils im wöchentlichen Wechsel rücken neun Kameraden bei der  Alarmierung raus, in der folgenden Woche dann die anderen neun, so dass die Produktivität gesichert bleibe. 

Jürgen Biester bekommt Silberne Ehrennadel am Band

Kooperation war daher das große Thema bei der Hauptversammlung am Freitag Abend in Mellendorf. Bürgermeister Helge Zychlinski dankte ebenso wie Klaus Waschkewitz, Polizeichef der Wedemark, den unermüdlichen Einsatzkräften.

Landwirt Jürgen Biester bekam die Silberne Ehrennadel am Band, denn der Oegenbosteler setze sich seit mehr 30 Jahren in überdurchschnittlichem Umfang und mit beeindruckender Flexibilität für seine Ortswehr ein. Eberhard Schmidt, stellvertretender Regionsbrandmeister, heftete Biester die Ehrennadel zum Ende der Hauptversammlung persönlich an die Uniformjacke. 

Von Patricia Chadde

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