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Nachrichten Meitzer See erhält Flachwasserzonen
Umland Wedemark Nachrichten Meitzer See erhält Flachwasserzonen
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11:43 19.02.2018
Von Ursula Kallenbach
Holger Machulla (von links) und der Biologe Thomas Klefoth begleiten die Arbeiten am Meitzer Kiessee. Quelle: Kallenbach
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Meitze

Noch bis Ende der Woche wird ein Bagger am Südufer des Meitzer Kiessees des Angelvereins Neustadt bis zu 3000 Kubikmeter Sand umheben und die Uferböschung neu formen: Die bislang steil abfallenden Seeränder werden in Flachwasserzonen umgewandelt.

Einen solchen Eingriff kann man nicht mal eben so machen: Bis der Vorsitzende des Angelsportvereins Neustadt (ASV), Holger Machulla, und der promovierte Biologe Thomas Klefoth vom Anglerverband Niedersachsen (AVN) das große Vorhaben zur Aufwertung des Uferbereichs an dem Meitzer See jetzt begleiten können, waren aus guten Gründen nicht wenige Behördenprüfungen vonnöten. Es ist ein vereinseigener See des ASV Neustadt am Rübenberge, der in der Wedemark viele Mitglieder zählt. Auf der Eigentums-Prämisse besteht das Bundesamt für Naturschutz, damit ein so tiefgreifendes Vorhaben in der Natur auch langfristig sichergestellt ist; Pachtverträge reichen nicht aus. Von der Wasserbehörde der Region in Abstimmung mit dem Naturschutz war die Genehmigung einzuholen; ein Planfeststellungsverfahren erforderlich. 

„Das neue geschaffene Flachwasserareal besteht aus vier solchen Zonen mit einer Gesamtfläche von rund 4130 Quadratmetern und einer durchschnittlichen Wassertiefe von einem Meter. Insgesamt müssen für den Bau etwa 7680 Kubikmeter Sand und Erde bewegt werden“, verdeutlicht der Biologe. Auch die Nordostseite des Sees kommt noch unter die Baggerschaufel.

Die Angler wissen, was in dem See lebt, und es soll mit der Ufergestaltung nicht nur die Artenvielfalt, sondern auch die so genannte fischereiliche Qualität verbessert werden. „Wir haben hier Hechte und Schleien, Weißfische, Barsche, Karpfen und Welse“, berichtet Machulla. Doch an diesem Kiessee wie an vielen anderen verläuft die Uferzone so steil, so dass dort kaum Wasserpflanzen wachsen. „Fische, Amphibien oder Libellen finden keinen Schutz und Möglichkeiten zur Eiablage“ verdeutlichen die Experten. Also wird zum Umbau Sand oder Lehm aus diesem Ufer abgetragen, so dass dies flacher verläuft, oder an anderer Stelle wird Sand und Kies eingebracht, um einen flacheren Verlauf zu schaffen. Mit Schilf sei dort in ein bis zwei Jahren zu rechnen, meinen die erfahrenen Wasser- und Umweltschützer.

In den ehemaligen Brelinger Kiessee, ebenfalls im Eigentum des Angelvereins Neustadt, waren vor kurzem ebenfalls zur Förderung des Artenbestandes große Totholzbündel ins Wasser eingelassen worden. Dies ging am Meitzer Kiessee der jetzigen Aktion schon voraus.

Landesweit laufen Pilotprojekte zur Gewässeraufwertung

Dass sich Schutz und Nutzung solcher Baggerseen nach dem Kiesabbau vereinbaren lassen, wollen Praktiker und Wissenschaftler in dem groß angelegten Projekt nachweisen. Bis Mitte Februar 2018 werden landesweit in insgesamt vier Baggerseen Flachwasserzonen geschaffen, zusätzlich wird dort Totholz eingebracht. Zudem werden vier weitere Baggerseen nur mit Totholz aufgewertet. In nochmals vier Seen wird nur neuer Fischbesatz eingebracht. So wollen die Wissenschaftler die Wirkungen des unterschiedlichen Vorgehens erfassen und vergleichen – herauskommen soll das bestmögliche Verfahren zur Aufwertung von Baggerseen. Und so - „Baggersee“ - heißt auch das Gemeinschaftsprojekt des Anglerverbandes Niedersachen, dem Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei und der TU Berlin; niedersachsenweit sind 20 Angelvereine beteiligt. Das Projekt wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert und läuft bis Mai 2022.

Die Aktiven der Feuerwehren im Land sollen bald zügiger die Aus- und Fortbildungen bekommen, für die sie bisher teilweise jahrelang in der Schlange stehen: Der Akademie für Brand- und Katastrophenschutz (NABK) in Celle wird voraussichtlich mehr Geld dafür bereitgestellt.

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