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Ortsrat sucht dringend Ansprechpartner

Wedemark Ortsrat sucht dringend Ansprechpartner

Ob das Radfahren die Welt von morgen bestimmt, wird sich erst erweisen, wenn es dafür vorrangige Wege im Alltag gibt. In der Wedemark soll das Radwegenetz 2019 zwischen Bissendorf und Scherenbostel ausgebaut werden. 2020 folgen neue Radwege zwischen Resse und Wiechendorf – alle aus Bundesmitteln.

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Nur ein kombinierter Fuß-/Radweg bisher.

Quelle: Kallenbach

Wedemark. Beide Radwege-Planungen betreffen die Regionsstraße K 102. Sie wurden lange gefordert und erwartet, und die Bestätigung von der Region Hannover wird in der Wedemark mit Dank entgegen genommen. Gleichwohl: Die Ortsbürgermeister kämpfen für mehr, und der aktuelle Entwurf eines Verkehrskonzepts Wedemark geht mit seiner Priorität für den Radverkehr noch weit darüber hinaus.

Die frohe Botschaft kommt also aus Berlin. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit stellt der Region weitere 4,3 Millionen Euro für den Ausbau des Radwegnetzes für den „Alltagsverkehr“ der Radler zur Verfügung. Die Fördersumme wird in den Jahren 2018 bis 2021 ausgezahlt und ermöglicht im nächsten Jahr den Neubau von Radwegen in mehreren Kommunen. Die Zuwendung stammt aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative bei einer Förderquote von 70 Prozent. Der Eigenanteil der Region Hannover als Bauherrin beläuft sich auf zwei Millionen Euro.

„Wunderbar, es gibt also einen“, freut sich die Ortsbürgermeisterin von Bissendorf, Susanne Brakelmann. „Wenn der Radweg dann, auch gut gepflegt, super intakt ist, hoffen wir, dass viele Menschen per Rad zur S-Bahn fahren.“ Und dort am Bahnhof sieht sie, dass das Vorhaben „noch nicht fertig gedacht ist“. Denn als Bissendorferin wünsche sie sich wie alle anderen vernünftige Unterstellmöglichkeiten für die Räder – die vorhandenen Abstellbügel reichten eben nicht aus. Viele Wedemärker führen jetzt schon E-Bikes.

„Wenn ich als Berufstätiger auf das Auto verzichten will oder muss, besteht die Chance nur mit einem hochwertigen Rad“, verdeutlicht Brakelmann. Das aber müsse sie vernünftig unterstellen können, wenn das Umsteigen auf die S-Bahn klappen soll. Feste, verschließbare Boxen für Fahrräder seien die einzige Chance für diese Alternative – „die Leute kommen ja gewohnheitsmäßig aus dem Auto“.

2017 sei schon ins Land gegangen, gibt Brakelmann zu bedenken. „Und wir sind damit keinen Schritt vorwärts gekommen. Wir haben den Antrag im Ortsrat für 2018 noch einmal gestellt“, sagt sie. Auch der Ortsrat für Mellendorf und Gailhof fordere solche Boxen; dort könnten sie am Bahnhof vielleicht auf dem Grünstreifen unter den Linden installiert werden. Für den Bissendorfer S-Bahnhof sieht Brakelmann, solange sich keine andere Möglichkeit biete, eine erst einmal radikal anmutende Lösung: Fünf Radboxen würden auf einem Autostellplatz eingerichtet.

Für diese sehr konkreten und detaillierten Ideen suche der Ortsrat dringend die zuständigen Ansprechpartner sowohl in der Gemeindeverwaltung wie bei der Bahn, betont die Ortsbürgermeisterin. Daran hake es. Und sie verweist auf das neue, jüngst öffentlich vorgestellte Verkehrskonzept Wedemark, das die vernünftige Gestaltung der Radfahrwege zum vorrangigen Prinzip für die Wedemark bestimmt.

„Resse ist als einziger großer Ort in der Wedemark bisher in keiner Richtung an das straßenbegleitende Radwegenetz angebunden. Es ist dringend geboten, dass dieser Missstand behoben wird“, stellt Ortsbürgermeister Jochen Pardey nicht zum ersten Mal fest. Bereits 2016 hatten die Resser dies mit einem Fahrrad-Corso öffentlich zum Ausdruck gebracht. Bei der Region Hannover hatte der Ortsrat Resse außerdem darauf gedrungen, den schon damals für einen Zeitraum bis 2020 geplanten Radwegebau entlang der K 102 von Resse nach Scherenbostel vorzuziehen.

Vertreter der Region haben Pardey zufolge auf einer Ortsratssitzung bereits Planentwürfe für eine Verbindung nach Scherenbostel vorgestellt. „Dabei wurde auch das Jahr 2020 als Zeitraum der Fertigstellung genannt. Wenn dieser Zeitplan jetzt bestätigt wurde, ist das natürlich zu begrüßen“, unterstreicht Pardey. Eine solche Anbindung an das vorhandene straßenbegleitende Radwegenetz setze aber natürlich auch den Lückenschluss zwischen Scherenbostel und Wiechendorf voraus – dort fehlt ein Radweg völlig. Ein Thema, so Pardey, blieben für Resse außerdem die fehlenden Radwegverbindungen an der Landesstraße 380 nach Negenborn und Engelbostel.

Wie die Amtskollegin in Bissendorf sieht auch der Resser Ortsbürgermeister den Radwegeausbau vor der Folie eines allgemeinen Verkehrskonzepts Wedemark, das jetzt zur Diskussion steht. „Es ist aus meiner Sicht ein sinnvoller Vorschlag, im Verkehrskonzept dem Radverkehr eine hohe Priorität einzuräumen“, bestätigt Pardey. „Das Verkehrskonzept wird seinen Zweck nur erfüllen können, wenn es gelingt, die Alternativen zum Autoverkehr angemessen zu stärken. Dazu gehören neben guten ÖPNV-Verbindungen natürlich sichere Fuß- und Radwege.“

Mit seinen Vorschlägen für eine neue Verkehrsregulierung in der Wedemark hatte kürzlich das Büro SHP Ingenieure aus Hannover zum Erstaunen der Kommunalpolitiker den Radverkehr in den Mittelpunkt gestellt. Die Experten nannten dieses Leitbild „die erste Ansage“ für die Wedemark. „Für uns ist der Radverkehr ortsteilübergreifend Schwerpunkt –eigentlich   das  Thema“, betonte Geschäftsführer Jörn Jansen. Die Vorhersage der Fachleute: In zehn Jahren werde jedes zweite Fahrrad ein E-Bike oder Pedelec sein. Das Rad müsse auf die Straßen, und diese müssten umgestaltet werden zu Begegnungszonen.

60 Ortsdurchfahrten bald radlerfreundlich

Das Vorrangnetz Radwege soll flächendeckend eine Gesamtlänge von rund 800 Kilometern umfassen, die zentralen Orte der Städte und Gemeinden erschließen und auch über die Regionsgrenze hinaus Verbindungen in die benachbarten Landkreise schaffen, wie Regionssprecher Klaus Abelmann erläutert. Neben Lückenschlüssen als Neubau haben vor allem der Ausbau (Breite, Belag) und die Führung bestehender Fahrradwege Vorrang.

Die Region Hannover hatte sich schon 2016 beim Förderwettbewerb des Bundesministeriums zum Thema „Klimaschutz im Radverkehr“ erfolgreich beworben. Für das Projekt „Ausbau des Vorrangnetzes für den Alltagsradverkehr“ gab es im Frühjahr 2017 nicht nur eine Urkunde, sondern erstmalig Geld in Höhe von drei Millionen Euro, mit denen zurzeit die Fahrbahndecken von mehr als 60 Ortsdurchfahrten in der Region saniert und insbesondere die Führungsformen des Radverkehrs – im Mischverkehr oder auf Schutzstreifen - überprüft werden. Die Anlage von Querungsstellen an den Ortseingängen gehört gleichfalls zum Ausbauprogramm; sie dienen auch zur Temporeduzierung des Autoverkehrs.

„Das Radfahren in der Region Hannover soll schneller, bequemer und sicherer werden“, fasst Conrad Vinken vom Fachbereich Verkehr der Region die Leitlinie des Projektes zusammen: „Unser Ziel ist ein hochwertiges, ganzjährig nutzbares Wegesystem für Fahrten im Alltag: Dies bezieht neben den Radwegen an den Kreisstraßen auch Routen an Gemeinde-, Landes- und Bundesstraßen ein.“ 

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