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16:57 11.05.2015
Von Ursula Kallenbach
Zum Gastkonzert von Coby Grant haben sich die Besucher in der Elzer Pfarrscheune auf Klappstühlen eingerichtet. Quelle: Kallenbach
Wedemark

Mit 15 Jahren hat Coby Grant angefangen, Gitarre zu spielen, und ihrem Publikum erzählt sie die Geschichte ihres Instruments aus deutscher Handarbeit. Ebenso freimütig beschreibt sie mit dieser durchscheinenden Stimme in australischem Englisch, dass Liebe schwierig und sie selbst Single sei. Die Zuhörer werfen Grant ihre Herzen zu. In der Pfarrscheune an der Elzer Kirche erobert die Sängerin sie alle im Alleingang.

Etwa 110 Zuhörer bringen ihre Sitzgelegenheiten selber mit und verteilen sich in drei von Ständerwerk getrennten Abteilen der historischen Scheune. Es ist in der Reihe der Klappstuhlkonzerte des Kunstvereins Imago Wedemark das erste mit dem Zusatz und Risiko „außer Haus“ sowie in einem anderen Ortsteil, erweist sich jedoch als das mit den bislang meisten Besuchern.

Für den Kunstverein hat Andreas Mikonauschke die Australierin mit dem wunderbar romantischen Spirit zum Gastkonzert geholt. Bereits im Vorjahr war sie in Bissendorf aufgetreten. Imago hatte in den eigenen Räumen im Bürgerhaus im September mit den Klappstuhlkonzerten begonnen und gleich drei von ihnen präsentiert. Auf die bisher zwei in diesem Jahr sollen noch weitere drei Veranstaltungen folgen.

Künstler und Besucher finden sich in einer je einmaligen Atmosphäre von Improvisation und ungezwungenem Erleben der Musik zusammen - dies gemeinsam mit anderen vorzubereiten, macht für Imago-Organisator Mikonauschke den Spaß aus - bevor sich das Publikum an diesen speziellen Konzerten erfreuen kann. Er wählt die Künstler aus und stellt die Kontakte her. Im richtigen Leben sieht das etwa so aus: „Coby kenne ich über eine langjährige Freundin, die Wohnzimmerkonzerte bei sich zu Hause organisiert. Viele Künstler finde ich über spezielle Internetplattformen“. Mittlerweile erhält er alle ein bis zwei Wochen solche Anfragen. Den Ausschlag für die Auswahl gebe dann der persönliche Musikgeschmack, sagt Mikonauschke.

Auch ökonomisch funktioniere die Idee der Klappstuhlkonzerte trotz freien Eintritts, „weil die Künstler keine Organisationskosten haben, bei uns zu Hause übernachten und mit uns essen“. Und: Die Wedemärker Gäste spenden bei den Veranstaltungen großzügig. „Die Spenden gehen zu über 90 Prozent an die Künstler“, betont Mikonauschke. Imago erwirtschafte damit keinerlei Überschüsse. Kassenwart Wolfgang Jansen zählt dennoch gern die vollbesetzten Reihen durch - vor allem aus Freude über die Resonanz. Denn im Grunde betreibe man ehrenamtliches Kulturmanagement, meint der Organisator.

Die schöne Idee lieferte er dem Kunstverein statt Geld: Mikonauschke fand mit Imago zusammen, als der Verein den neuen Vertriebsdirektor der Sparkasse Hannover in der Wedemark auf finanzielle Unterstützung ansprach. Stattdessen beweist er sein persönliches Engagement vor Ort.

Nun ja, räumt er ein, sein Arbeitgeber unterstütze mit einem kleinen Budget das freundliche Begrüßungsritual -„Darf ich Ihnen ein Glas Rotwein oder Wasser anbieten?“, und ein Kollege aus der Grafikabteilung habe für Coby Grant die Plakate entworfen und gedruckt. Für den Vertriebschef passt alles.

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