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Nachrichten Polizeihubschrauber verunglückt bei Trainingsflug
Umland Wedemark Nachrichten Polizeihubschrauber verunglückt bei Trainingsflug
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20:48 12.01.2010
Der Polizeihubschrauber Phoenix 94 kam in Bodenkontakt und stürzte auf die Seite. Quelle: Tim Schaarschmidt

Der Verlauf des Unglücks vom Dienstag lässt sich Stunden danach noch in den Spuren im Schnee ablesen. Die Kufen des Polizeihubschraubers Phoenix 94 haben in der winterlichen Wedemärker Feldmark tiefe Furchen hinterlassen. Sie lassen über eine Distanz von rund 100 Metern genau erkennen, wo der Hubschrauber den Erdboden wiederholt touchierte – bevor es zum Absturz kam.

Es ist bereits das zweite Mal innerhalb von zwei Jahren, dass ein Helikopter der Hubschrauberstaffel Niedersachsen vom Typ MD 902 Explorer verunglückt. Im November 2007 musste der Phoenix 92 auf dem Langenhagener Flughafen notlanden, weil die Heckdüse der Maschine defekt war. Der Hubschrauber wurde dabei vollkommen zerstört. Innerhalb von vier Wochen beschaffte die Polizei eine gebrauchte Maschine baugleichen Typs als Ersatz. Es handelt sich dabei um jenen Hubschrauber, der am Dienstag auf dem Acker in der Wedemark zerschellte.

Der Pilot des vor zwei Jahren verunglückten Explorers saß auch dieses Mal in der Maschine. Das Unglück passierte, als sich der 35-Jährige gerade von einem Fluglehrer ein Manöver zeigen ließ, das er anschließend selbst fliegen sollte. Am Mittag war die dreiköpfige Besatzung mit dem Phoenix 94 vom Flughafen Langenhagen aus zu dem Trainingsflug aufgebrochen. Um ihre Fluglizenz behalten zu können, müssen die Mitglieder der Hubschrauberstaffel 50 bis 129 Flugstunden pro Jahr nachweisen. Nach Angaben von Karsten Wolff, Sprecher der Zentralen Polizeidirektion Hannover, wollten die Beamten über einem Wald- und Wiesengebiet zwischen der A 7 und der Ortschaft Berkhof sogenannte „bodennahe Manöver“ trainieren. Dabei kam es zum Absturz: Gegen 13 Uhr berührte der Polizeihubschrauber den Boden. Eine der beiden Kufen riss ab, blieb im gefrorenen Boden stecken. Dem Piloten gelang es zunächst, die Phoenix 94 in der Luft zu halten. Am anderen Ende des Ackers ging der Hunschrauber dann endgültig zu Boden. Die Unterseite des rund sieben Million Euro teuren Fluggeräts wurde aufgerissen, die Rotoranlage brach vollständig ab. Die ZPD geht davon aus, dass an dem Helikopter, der auch für Patiententransporte eingesetzt wird, Totalschaden entstanden ist.

Die drei Besatzungsmitglieder hatten Glück. Sie erlitten Schnittverletzungen, konnten sich aber selbst aus dem Wrack im Schnee befreien.

Die Ursache für den Absturz ist unklar. Weder ein technischer Defekt noch ein Fehler des Piloten kann derzeit ausgeschlossen werden. Sicher ist nur, dass die Besatzung vor dem Absturz keinen Notruf per Funk gesendet hat. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig sollen jetzt klären, was an Bord des Phoenix passiert ist.

von Vivien-Marie Drews 
und Tobias Morchner

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