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Exponate halten die Erinnerung wach

Wedemark Exponate halten die Erinnerung wach

„Zeugnisse aus dunkler Zeit – 1933 bis 1945“ lautet der Titel einer neuen Ausstellung im Richard-Brandt-Heimatmuseum Wedemark in Bissendorf. Am Sonnabend, 18. November, eröffnet Bürgermeister Helge Zychlinski die Schau um 14 Uhr.

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Das Bett gehört zu den Exponaten, die künftig in einem gesonderten Raum im Heimatmuseum zu sehen sind.

Quelle: Konert, Heimatmuseum

Wedemark. Die Veranstaltung beginnt mit Lesungen und Berichten noch lebender Wedemärker Zeitzeugen in der Gemeindebibliothek Bissendorf im Erdgeschoss. Dieser erste Teil ist barrierefrei zugänglich. Anschließend wird im Dachgeschoss über der Bibliothek ein neu gestalteter Raum des Heimatmuseums eröffnet, der Exponate aus jener Zeit zeigt.

Zu Beginn liest Anne Rohde, Studentin an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover, Auszüge aus den Büchern von Maria Eilers „Wedemark – meine Liebe“. Erzählt werden Erinnerungen von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen. Von ihren persönlichen Erinnerungen an den Besuch einer früheren Zwangsarbeiterin in Bissendorf im Jahre 1993 wird dann Annemarie Döpke aus Bissendorf vortragen. Friedrich Niemeyer aus Brelingen erzählt von einem Kriegsgefangenen, der ein Modell der damaligen Brelinger Windmühle schuf.

„Das Thema ist brisant, weil teilweise von Familien erzählt wird, die noch heute in der Wedemark leben“, betont Museumsleiter Karl-Hans Konert. „Wir wollen niemanden verletzen, es ist aber wichtig, auf die Geschichte hinzuweisen.“ Es sei zentrales Anliegen, zu zeigen, wohin es führen könne, wenn Menschen nicht aufpassten und wachsam seien.

Im Anschluss an die Berichte wird der ungewöhnlich gestaltete und neu ausgestattete Museumsraum zum Thema „Zeugnisse aus dunkler Zeit – 1933 bis 1945“ im Dachgeschoss über der Bibliothek eröffnet. Während dieser Zeitraum der Geschichte bislang im Heimatmuseum keine Beachtung fand, solle jetzt mit einigen Exponaten aus dieser Zeit die Erinnerung daran wachgehalten werden, erläutert Konert. So könne das Museum mehr als 70 Jahre nach Kriegsende ein Stockbett zeigen, in dem Zwangsarbeiterinnen auf dem Gelände eines Industriebetriebes geschlafen haben. „Sogar die Namen der Frauen aus der ehemaligen Sowjetunion sind durch Namensschilder bekannt“, ergänzt der Museumsleiter. Auf diese Weise bekämen bisher anonyme Schicksale wieder eine Identität. Drei weitere originale Exponate erweitern den Einblick in die Vergangenheit, die auch in der Wedemark mit dem Leben und dem Leid von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern verbunden ist.

Dazu erstellt die Gemeinde Wedemark in der Reihe „Die Geschichte der Wedemark von 1930 bis 1950“ eine umfangreiche Dokumentation. Die ersten Bände der Buchreihe sind im Handel erhältlich. Band 1 hat den Titel „Verfolgung und Zwangsarbeit in der NS-Zeit“. Die Fortsetzung der Reihe mit aktuellen Forschungen wurde in der vergangenen Woche auf einem Symposium im Bürgerhaus in Bissendorf vorgestellt.

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