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Umland Wedemark Nachrichten Tochter Lia erhält ein Buch als Denkmal
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17:59 01.12.2014
Maren Brüsemeister liest aus ihrem Buch „Die Löwenstarke“. Quelle: Niggemeyer
Wedemark/Langenhagen

Maren Brüsemeister strahlt eine unglaublich positive Energie aus. Optimismus, Humor und Lebensfreude dringen ihr förmlich durch alle Poren. Vielleicht hat der Wedemärkerin genau das geholfen, die schwerste Krise ihres Lebens zu überstehen, den Brustkrebs zu besiegen, unter geradezu unbeschreiblichen Umständen ein Kind zu gebären und darüber einen Roman zu verfassen: „Die Löwenstarke“.

Bücher über Menschen, die urplötzlich vom Krebs aus dem Alltag gerissen werden, gibt es viele. Etliche in ernstem, traurigem Ton, die meisten ohne Happy End. Brüsemeister hat einen anderen Weg gewählt. Zum einen, weil ihre Geschichte einen glücklichen Ausgang nahm, zum anderen, weil sie einfach ein starker, lebensbejahender und witziger Mensch ist. „Mir war es wichtig, dass ich dieses Buch locker und mit Humor schreibe, genauso wie ich bin und wie ich es bei allem Schrecken und aller Furcht erlebt habe.“

Zwar musste sie ein fiktives Ich wählen, um eine innere Blockade zu überwinden, doch dann floss es ihr quasi in die Tastatur. Trotz aller Ernsthaftigkeit, Schmerzen und Ängste und obwohl Gevatter Tod allzeit um die Ecke schielt, finden Patienten, Pfleger und Ärzte immer wieder Zeit zum Flachsen und Scherzen. Dass dabei bei ihr naturgemäß auch Verdrängung eine Rolle gespielt hat, leugnet sie bei ihrer Lesung in der Stadtbibliothek Langenhagen nicht: „Ich habe mich damals gar nicht in Lebensgefahr gesehen“, gibt sie zu. Und das, obwohl sie dreimal operiert werden musste. Operationen und Chemotherapie und Bestrahlungen überstanden, kommt sie nach und nach auf die Beine.

Doch dann schlug das Schicksal noch einmal zu - unerbittlich: Als sie sich bei einem ersten Versuch, eine kleine Runde zu joggen, übergeben muss, beschleicht sie eine Ahnung. Einen Arztbesuch später hat sie Gewissheit: Sie ist schwanger, und zwar in der 29. Woche. „Übelkeit, Gewichtszunahme - die Nebenwirkungen einer Chemo sind der einer Schwangerschaft sehr ähnlich.“ Das Baby im Bauch hat die komplette giftige Krebsbehandlung mitgemacht. „Was ist da in meinem Bauch? Ist es überhaupt lebensfähig?“, fragt sich die damals bereits zweifache Mutter. Würde sie es ertragen, dem Kind eine Tötungsspritze ins Herz injizieren zu lassen? „Zum ersten Mal hatte ich richtig Angst, aber nicht um mich, sondern um mein Kind“, gibt Brüsemeister zu.

Sie versprach dem ungeborenen Leben in ihrem Bauch, es zu beschützen. Obwohl es in Deutschland bis zu diesem Zeitpunkt keinen vergleichbaren Fall gegeben hat, kam dieses Baby auf die Welt. Fünf Wochen zu früh, aber gesund. Heute ist Töchterchen Lia zwei Jahre alt. „Das ist ein tolles Ende, wie gemalt“, sagt die stolze und glückliche Mama. Ein kleines Wunder, dem Brüsemeister in Buchform ein Denkmal gesetzt hat.

Jens Niggemeyer

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