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 Verein „Bürger für Resse“ steht vor dem Aus

Wedemark  Verein „Bürger für Resse“ steht vor dem Aus

Der Verein„Bürger für Resse“ findet keinen neuen Vorstand und steht deshalb vor dem Aus. Im April fällt die Entscheidung, ob sich der Verein auflöst – das wirkt sich auch auf das Ärztehaus aus.

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Aus dem Vorstand dankt Renate Kolb dem zurückgetretenen Vorsitzenden, Jochen Pardey, im Juni 2016 für langjähriges Engagement.

Quelle: Kallenbach

Resse.   Der Verein „Bürger für Resse“ steht vor dem Aus. Beim Neujahresempfang des Vereins im Moorinformationszentrum (Mooriz) hat sich die stellvertretende Vorsitzende mit deutlichen Worten an die Mitglieder gewandt. Doch auch das zeigte keine Wirkung. Der Verein sucht weiter nach Mitgliedern für einen künftigen Vorstand. „Es hat sich seither niemand bei uns gemeldet“, berichtet Renate Kolb.

Kräfte reichen nicht aus

Seit fast einem Jahr ist der 2006 gegründete Verein bereits ohne einen Vorsitzenden und Schriftführer. Für die Vollversammlung im April haben weitere Vorstandsmitglieder angekündigt, sich nicht noch einmal aufstellen zu lassen. Auch einige Beisitzer wollen nicht mehr kandidieren. Sollten bis dahin keine Nachfolger gefunden werden, muüsen die Mitglieder entscheiden, ob sich der Verein auflöst. „Wir sind seit der Gründung ebenfalls zwölf Jahre älter geworden. Die Kräfte reichen nicht mehr aus“, sagt Kolb.

Doch warum will sich niemand mehr in dem Verein engagieren? Als sich der mittlerweile 500 Mitglieder starke Verein gegründet hat, wollte er sich gegen den Abwärtstrend der Dörfer auf dem Lande und gegen die fehlende Insfrastruktur stemmen. Dies sei in Resse gelungen, meint Kolb. Ein Ärztehaus, ein Supermarkt, der Moorerlebnispfad, das Mooriz und die Bücherzelle, barrierefreie Wohnungen – dies sei alles auch auf das Engagement des Vereins zurückzuführen. „Es gibt keine unbewohnten Häuser. Die Lebensqualität ist gestiegen“, zieht Kolb Bilanz.

Doch sind möglicherweise diese vielen Aktivitäten die Ursache der Probleme? „Vielleicht sind die neu Zugezogenen aber auch zu jung oder sie nehmen das Vorhandene als selbstverständlich und gegeben hin?“, fragt sich Kolb. Und auch die Belastung des Vorstandes sei über die Jahre gestiegen. Der Verein habe immer mehr Aufgaben übernommen. „Wir haben viele Mitglieder, die mithelfen. Uns fehlen aber die führenden Köpfe, die Verantwortung übernehmen wollen“, sagt Kolb.

Ärztehaus stellt leer

Sie müssen Herausforderungen meistern – wie für das Ärztehaus in der Osterbergstraße, das dem Verein gehört: Die Mediziner Olaf Harder und Martin Maeß haben ihre Zweitpraxis in Resse zum 31. Dezember dort überraschend geschlossen. Das Gebäude mit „sehr schönen Praxisräumen“, wie Kolb sagt, steht nun leer. Nun sucht der Verein einen Nachfolger. „Resse gäbe einen wunderbaren Standort für Ärzte ab“, ist sich die stellvertende Vorsitzende sicher. 

Um einen niederlassungswilligen Arzt zu finden, will der Verein nun mehrere Anzeigen schalten unter anderem im Bundes-Ärzteblatt. Eine Anzeige koste dort jedoch 500 bis 600 Euro. Deshalb hat der Verein etwa bei seinem Neujahresemfpang Spenden gesammelt. „Wir haben deutlich mehr als 2000 Euro zusammen“, schätzt Kolb. Auch der Ortsrat und die Gemeinde wolle „Bürger für Resse“ bei dem Vorhaben unterstützen.

Von Sascha Priesemann

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