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Nachrichten Vortrag über Moorschutz aus Faunisten-Sicht
Umland Wedemark Nachrichten Vortrag über Moorschutz aus Faunisten-Sicht
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00:16 10.09.2017
Ein ehemaliger Handtorfstich, der nach Anstau vor 30 Jahren inzwischen vorbildlich regeneriert und als prioritäer Lebensraum eingeordnet ist. Quelle: Löhmer
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Wedemark

Löhmer ist im Natur- und Umweltschutz vielfältig aktiv. So ist er Vorsitzender des BUND Niedersachsen, Vorsitzender der Faunistischen Arbeitsgemeinschaft Moore (FAM), Storchenbeauftragter der Region Hannover und eine Koryphäe im Bereich Naturschutz.

Moore, vor allem Hochmoore kann man seiner Ansicht nach in ihrer ökologischen Qualität nur erfassen, wenn man im europäischen Ausland vergleichbare, noch intakte Lebensräume studiert hat. Zum Einstieg des Vortrages gibt er deshalb einen kurzen Einblick in die Deckenmoore von Irland und Schottland, von den Hochmooren Skandinaviens und dem Baltikum. Der Blick für Lebensräume und Lebensgemeinschaften steht dabei im Vordergrund.

Die FAM kümmert sich ehrenamtlich um die Moore in den Naturräumen „Hannoversche Moorgeest“ und „Diepholzer Moorniederung“. Sie ist dem BUND-Landesverband angeschlossen. Ungewöhnlicherweise wurde sie vor nunmehr 45 Jahren auf Anregung der damaligen Naturschutzverwaltung gegründet, die Anfang der 1970iger Jahre für die noch verbliebenen Moore Schutzgebiete ausweisen wollte, aber nicht über die dafür notwendigen faunistischen und vegetationskundlichen Daten verfügte. So lag anfangs der Schwerpunkt der FAM-Arbeit in der umfänglichen Kartierung von Fauna und Flora der Moore zwischen Hannover und dem Dümmer.

Schon bald nach der Gründung begann die FAM mit Pflegemaßnahmen wie der Beseitigung von Birken- und Kiefernaufwuchs, Aufstau von Gräben zwecks Wasserhaltung in den Torfkörpern, um die hochmoortypischen Lebensräume zu erhalten. Bestandsaufnahmen und Pflegemaßnahmen gehören bis heute zum zentralen Programm der FAM.

Aufgrund der jahrzehntelangen Erfahrungen war die FAM immer eingebunden in den Moorschutz in Niedersachsen. Während bis vor 15 Jahren die naturschutzfachliche Qualität der Moore im Focus stand, ist seit dieser Zeit immer mehr ihre Klimarelevanz deutlich geworden. So gehen nach einer Pressemitteilung des Mooriz zwölf Prozent der CO2-Emissionen pro Jahr in Niedersachen auf das Konto der Zersetzung von Hoch- und Niedermoortorfen – ein nicht unerheblicher Anteil der Gesamt-Treibhausgase. Ihre Bedeutung als Kohlenstoff-Senke ist heute unbestritten.

Hochmoore werden überwiegend landwirtschaftlich genutzt. Ein weiterer Flächenanteil wird industriell abgetorft. Schließlich gibt es noch viele kleinere Hochmoore, in denen bis vor etwa 60 Jahren Torf für den Hausbrand gestochen wurde und die dann mehr oder weniger sich selbst überlassen wurden. Alle Moor-/Torfflächen müssen heute nach Mooriz-Informationen unter den Gesichtspunkten der Biodiversität und des Klimaschutzes analysiert und bewertet werden.

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