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Umland Wedemark Nachrichten Wedewind feiert 20 Jahre Bürger-Windkraft
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00:16 01.10.2017
Zum 20-jährigen Bestehen der Wedewind GmbH & Co KG trifft sich ein Teil der 50 Gesellschafter am ältesten Windrad in Elze. Quelle: Roman Rose
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Wedemark

Die Initiative war im März 1995 von Sven Rickertsen aus Negenborn nach Gesprächen mit den Grünen ausgegangen. Als Architekt habe er sich mit Dorferneuerung, Erhaltung und Ressourcenschonung befasst, erzählte er am Rand der Feier in Elze. So habe er in Südfrankreich schon früh Häuser kennengelernt, die Wärme speicherten. Vor dem Hintergrund der Anti-Atom-Bewegung war es auch die Zeit, als dringend Alternativen gesucht wurden. Da Rickertsen nicht zuletzt Erfahrungen mit einer Beteiligung an einer kleinen, mittlerweile wieder abgebauten Windkraftanlage auf dem Heisterberg bei Hannover-Ahlem hatte, entstand bei ihm die Idee eines Wedemärker Windprojekts.

Unter seiner Leitung etablierte sich schließlich eine Arbeitsgruppe, die innerhalb von zweieinhalb Jahren das Eigenkapital, die Finanzierung, die Baugenehmigung und den Bau der ersten beiden Anlagen in der Feldmark bei Elze auf die Beine stellte. Später folgte eine dritte Anlage, für die eine weitere Gesellschaft gegründet wurde, berichtete Heinz-Werner Reichenbach, einer der Wedewind-Geschäftsführer.

Die Gesamt-Investitionssumme betrug 2,2 Millionen Mark. 38 Prozent davon brachten die Eigentümer als Eigenkapital auf, in Anteilen von 5000 bis 100.000 Mark, berichtete Reichenbach. Am 30. September 1997 wurden die ersten Windkraftanlagen in Elze in Betrieb genommen. "Die damalige Initiative ist für alle Beteiligten erfolgreich gewesen", bilanzierte er.

Allerdings blies der Wind ab dem Jahr 2000 immer schwächer, als die Experten angenommen hatten. So seien über viele Jahre nur 80 Prozent der erhofften Werte erreicht worden, 2016 sogar nur 66 Prozent. Als Folge sank die Rendite von ursprünglich errechneten 8 Prozent auf 5 Prozent. "Wir werden die Anlagen so lange laufen lassen wie möglich", sagte Reichenbach. Bis Jahresende 2020 gelte für Wedewind noch die Einspeisevergütung von 9,1 Cent pro Kilowattstunde.

Erfolgsgeschichten kleiner Projekte wie Wedewind mit wenigen Anlagen, die in erster Linie durch Bürgerengagement vor Ort geschrieben wurden, werde es zukünftig jedoch nicht mehr geben, meint er. "Durch das mit der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes in Kraft getretene Ausschreibungsmodell werden nur noch große Projekte mit zahlreichen Windkraftanlagen, die in der Regel von großen Konzernen betrieben werden, am Strommarkt bestehen können und diesen unter sich aufteilen", ist Reichenbach überzeugt.

Fotostrecke Wedemark: Wedewind feiert 20 Jahre Bürger-Windkraft

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