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14:18 21.02.2018
Für die Nachwelt: Michael Hennebo hat ein Zeitdokument digitalisiert. Quelle: Sven Warnecke
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Negenborn

 Es war das Ereignis in Negenborn schlechthin – vermutlich sogar für die gesamte Wedemark: Gleich vier Rundfunkwagen des NDR rollten am 4. Oktober 1986 auf die Bürgerwiese, um das Erntefest, dass der Traditionsverein seit 1979 dort ausrichtet, aufzuzeichnen und über den Norddeutschen Rundfunk in ganz Niedersachsen zu verbreiten. Dafür sorgte das Moderatoren-Team Christian Wolf und Burghard Holland.

Dabei erfuhren die Hörer in der Sendung „Blick ins Land“ von 15.30 bis 17 Uhr live mehr über den Ort mit seinen neun Quellen, über die immens gute Zusammenarbeit der Vereine und Verbände in Negenborn sowie über das ländliche Leben im Allgemeinen.  Immerhin hatte das Dorf zu dem Zeitpunkt auch noch zwölf sogenannte Vollerwerbshöfe – 25 Jahre zuvor gab es derer gar noch 40. Doch auch diese zwölf sind heute nunmehr Geschichte. 

Dorfgemeinschaft ist für Großstädter ein Fremdwort

Die  Idee hatte einst Michael Hennebo – seinerzeit noch gar kein Negenborner. Doch er war von der Dorfgemeinschaft mit Traditionsverein, Feuerwehr und Schützenverein dank dort lebender Freunde total angetan. „Es herrschte damals eine große Dorfgemeinschaft“, sagt er nun mehr als 30 Jahre später im Gespräch mit dieser Zeitung. „Das kannte ich als Großstädter gar nicht“, berichtet der ehemalige Hannoveraner, der genau aus diesem Grund dann auch kurze Zeit danach nach Negenborn zog.

So hat seinerzeit die Landkreis-Zeitung der HAZ berichtet. Quelle: Repro: Sven Warnecke

Doch das ist lange schon Geschichte – auch die der Dorfgemeinschaft, meint Hennebo heute ein wenig traurig. Das hatte ihn später zunächst nach Bissendorf-Wietze und dann nach Bissendorf ziehen lassen. Doch die seinerzeit große landesweite Aufmerksamkeit ließ dem einstigen Marketingleiter der Raiffeisen-Hauptgenossenschaft Hannover keine Ruhe. Und der Zufall half. Hennebo traf auf Andreas Ritter, der die Radioübertragung seinerzeit mitgeschnitten hatte. Wenn es Hennebo schon damals gelungen war, den NDR dank seiner Kontakte nach Negenborn zu locken, müsste doch auch eine Digitalisierung der seinerzeit angefertigten Aufnahmen in der Rundfunkanstalt möglich sein, meinte er und fand Gehör. Mittlerweile ist der Mitschnitt auf CD gepresst.

„Das ist ein Stück Dorfgeschichte“, betont  der heute 71-Jährige. Auch die damalige Landkreiszeitung hatte über das Ereignis mehrfach berichtet. Natürlich auch über das opulente Rahmenprogramm mit Musik, etwa von den Negenborner Feuerhähnen sowie der Elzer Feuerwehrkapelle, seinerzeit unter Leitung von Günter Rudolph. Auch das Löns-Trio war an dem Tag zu hören – und wurde im Radio übertragen. 

Nach Angaben Hennebos kamen damals ganz viele Wedemärker Zeitzeugen nicht nur zu Besuch, sondern auch zu Wort – und sind dank Übertragungswagen heute auf der CD noch zu hören. „So haben wir ganz viele Honorationen der damaligen Zeit verewigt“, wirbt der Wedemärker. Etwa einstige Kommunalpolitiker, der damalige Landvolkpräsident, Vereine, Landwirte, Landfrauen und Negenborner Bürger kamen zu Wort. Thematisch ging es um die Agrarpolitik, bäuerliche Landwirtschaft und das Dorf- und Vereinsleben. „Die Sendung ist damit ein interessantes, historisches Zeitdokument der 1980er Jahre“, betont Hennebo.

Wer nun neugierig geworden ist, kann die CD erwerben – für fünf Euro. „Zum Selbstkostenpreis“ meint Hennebo.  Bestellt werden könnten diese über ihn per Telefon (05130) 36927, (0151) 59431506 und per E-Mail an hennebo@gmx.de. 

Von Sven Warnecke

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