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Umland Wedemark Nachrichten Jungfer Anni spürt dem Nachtwächter nach
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18:09 25.02.2018
Von Ursula Kallenbach
Das Requisitenkörbchen ist immer dabei, wenn Anja Hemme als Jungfer Anni durch Bissendorf führt. Quelle: Kallenbach
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Bissendorf

Es gibt Welttage, deren Notiz im Kalender etwas merkwürdig erscheint. Der Welttag der Gästeführer vom 21. Februar war es in dieser Inszenierung in Bissendorf indes nicht. Die Gästeführerin Anja Hemme verwandelte sich einmal mehr in Jungfer Anni und ließ ihre Gäste die Aufgaben der Nachtwächter von früher erleben. Und sie durften daran mitwirken, denn Jungfer Anni verteilte diverse aktive Rollen an sie. Laternen waren zu tragen, und der Chor der Gäste hatte zu sprechen „Menschenwachen wird nichts nützen, Gott muss wachen, Gott muss schützen, Herr in Deiner Güt und Macht, gib uns eine gute Nacht“. Jungfer Anni trug dazu über der dicken Winterbekleidung Baumwollschlüpfer als vergangener Zeit und und ein Headset aus eben heutiger, damit sie ein jeder verstehen konnte.

Ein solcher Tag lenke den Fokus auf Menschen, die engagiert sind, betonte Wedemarks Bürgermeister Helge Zychlinski bei dem abendlichen Nachtwächter-Rundgang, der auf dem historischen Amtshof seinen Anfang nahm. Für die Wedemark hätten aber solche Veranstaltungen noch mehr Bedeutung. „Es ist in unserem Naherholungsgebiet etwas sehr Wichtiges, alte Orte in ihren besonderen Eigenschaften vorzustellen“, verdeutlichte er. Zychlinski brachte Blumen für die Hauptakteurin mit. Die Gäste hatten ihr Geschenk schon vorab erhalten: Die Gemeinde hatte für diesen Rundgang 24 Freikarten verlost.

„Der letzte Nachtwächter hieß Lührs und lief bis 1937 durch die Wedemark“, berichtete die Gästeführerin. Der Mann wohnte Am Kummerberg, also zentral an Kirche und Amtshaus in Bissendorf. „Die Nachtwächter dienten dem Schutz des Ortes, sie überwachten, ob das offene Feuer in den Häusern gelöscht wurde, damit es nicht zu Bränden kam. Sie liefen durch den Ort und hielten Obacht, ob Diebespack, Lumpenhunde und Trunkenbolde unterwegs waren“, erzählte Hemme mit Witz und Kenntnis. Ein Horn hatte sie auch dabei: „Der Stundengesang des Nachtwächters diente den Menschen als zeitliche Orientierung. Durch verschiedene Tonfolgen bei dem Hornsignal konnte der Nachtwächter Alarm geben und sich mitteilen, in welchem Teil des Dorfes gerade etwas passiert ist“. Der Nachtwächter – schon damals ein Multijobber? „Da er nur nachts arbeitete, hatte er meistens nur etwa sechs Stunden Arbeitszeit. Das damit verdiente Geld reichte meistens nicht, um eine Familie zu gründen“, erfuhren die Zuhörer. Also waren die Nachtwächter vielerorts auch tagsüber beschäftigt, so Hemme, etwa als Totengräber oder Abdecker. Manche verdienten sich nachts auf nicht ganz gesetzliche Art und Weise ein bisschen Geld dazu, indem Sie den Zapfenstreich in den Gaststätten etwas später vollzogen oder Trunkenbolde nach Hause eskortierten. Die Gäste waren angesichts der vielfältigen Informationen hochzufrieden.

Die nächste Tour von Jungfer Anni, nur für Frauen, startet am Sonnabend, 10. März, um 15 Uhr am Bürgerhaus: „Weiber-Wollust-Wurzelsud.“

Fotostrecke Wedemark: Jungfer Anni spürt dem Nachtwächter nach

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