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Wedemark Zychlinski: „Beispiel für verdichtete Bebauung“
Umland Wedemark Zychlinski: „Beispiel für verdichtete Bebauung“
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00:16 13.01.2019
Uwe Grefer (von links), Wolfgang Kasten und Helge Zychlinski schauen sich in dem Abbenser Neubaugebiet um. Quelle: Sven Warnecke
Abbensen

Wo sich vormals lediglich eine Wohneinheit im Dorf auf riesigem Areal befand, gibt es künftig Wohnraum für 22 Familien: Nach dem Dafürhalten von Wedemarks Bürgermeister Helge Zychlinski ist das Neubaugebiet „Neumannshof“ ein gelungenes Beispiel für eine „umsichtige Nachverdichtung“. Und das könnte durchaus Modellcharakter in der Gemeinde überall dort haben, wo es sich anbietet, betonte der Verwaltungschef jetzt bei einem Ortstermin mit dem Investor Uwe Grefer aus Bissendorf sowie dem stellvertretenden Abbenser Ortsbürgermeister Wolfgang Kasten. Denn es könne nicht immer nur am Ortsrand neu gebaut werden, hob Zychlinski hervor. Überall dort, wo es sich anböte, sollte auch im Zentrum der Dörfer entsprechend gebaut werden. Vergleichbares schloss er allerdings für Bissendorf, Elze und Mellendorf vorerst aus.

Seit Februar sind nun in Abbensen auf einer Fläche von gut 17.000 Quadratmetern eines ehemaligen Bauernhofes mehrere moderne Einfamilien- und Doppelhäuser im Energiestandard KfW 55 entstanden. Weitere sowie ein zweigeschossiges Mehrfamilienhaus mit sieben barrierefreien und einer behindertengerechten Wohnung sollen folgen. Nun ist der erste Bauabschnitt nahezu fertig, in die ersten Häuser ziehen in der nächsten Woche die neuen Eigentümer ein.

Investor lobt Zusammenarbeit mit Gemeinde

Grefer lobte bei dem Ortstermin die unbürokratische Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung, die innerhalb von nur etwa zwölf Monaten den Bebauungsplan derart verändert und genehmigt hatte, dass er loslegen konnte. Das sei aber auch etwas besonders, gestand der Wedemärker Verwaltungschef. Denn entgegen sonstiger Gepflogenheit habe es gegen die Pläne keinerlei Einsprüche gegeben. Möglicherweise auch ein Resultat der frühzeitigen Beteiligung der Abbenser, meinte er.

Für Zychlinski sei besonders positiv, dass eine Wedemärker Familie ihren Grundbesitz aufgibt und ein Wedemärker Investor dort nun das Areal baulich für viele Familien nachverdichtet. Und die bestehende Abbenser Infrastruktur werde dabei nicht überstrapaziert, betonte der Bürgermeister. „Die kommt damit zurecht.“ Er machte aber zudem auch deutlich, dass etwa die Kita perspektivisch nicht erweitert werde.

Nach Auskunft von Investor Uwe Grefer sind bereits drei der nunmehr fertiggestellten Häuser verkauft. Es sei Prinzip seines Unternehmens, erst mit der Vermarktung zu beginnen, wenn ein Großteil der Bauten hochgezogen worden sei. Die anderen sechs Immobilien des ersten Bauabschnitts werden aber in Kürze auf dem Markt beworben. Zudem gebe es jeden Sonntag zwischen 11 und 14 Uhr vor Ort einen Schautag. Der Kaufpreis beginnt Grefers Angaben zufolge bei etwa 378.000 Euro für eine Doppelhaushälfte mit circa 145 Quadratmetern Wohnfläche. Die Einfamilienhäuser sind ab 150 Quadratmetern groß, einschließlich einem Grundstück von rund 500 Quadratmetern. Im Preis inbegriffen sind unter anderem Garagen-Stellplätze und eine auf Erdwärme basierende Heizung.

Straßenname steht noch nicht fest

Das gesamte Investitionsvolumen einschließlich Abrisskosten des aufgegebenen ehemaligen landwirtschaftlichen Betriebs Hinck-Naumann beziffert Grefer auf etwa acht Millionen Euro für beide Bauabschnitte. Mit dem zweiten Part ist nun begonnen worden.

Bei dem Ortstermin diskutierten Zychlinski, Grefer und Kasten auch über den künftigen Straßennamen. Zur Zeit steht dieser noch nicht endgültig fest. Zwar hatte sich Kastens Angaben zufolge der Ortsrat bereits auf die Bezeichnung „Naumannshof“ geeinigt, doch in das Ansinnen grätschte letztlich der Realverband hinein. Dieser favorisiere eher einen historischen Namen. „Da müssen wir uns noch einigen“, gibt sich Kasten aber doch zuversichtlich, schnell eine Einigung zu erzielen.

Das künftige Wohngebiet wird von der Abbenser Ortsdurchfahrt über die Alte Zollstraße her erschlossen und ist über Stichstraßen und Wendehammer erreichbar. Im zweiten Bauabschnitt werden nun elf weitere Einfamilienhäuser und das Mehrfamilienhaus errichtet – dieses auch mit Fahrstuhl. Und Grefer schwebt für die Gesamtanlage noch eine Besonderheit vor: Ein Gemeinschaftsfahrzeug für kleinere Erledigungen etwa. So könnte ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden, einzelne Familien auf ein zweites oder gar drittes Auto verzichten können. Und zudem stärke das auch das Gemeinschaftsgefühl der Bewohner im Neubaugebiet.

Die Vorgeschichte des einstigen Hofes

Die Geschichte des abgängigen Hofes und die Vorarbeiten, bis der tief tonhaltige Baugrund vorbereitet war, konnten die Dorfbewohner über Jahre mitverfolgen. Ein Unglücksfall auf dem Hof hatte das Dorf und die Verwaltung samt Feuerwehr am 22. Januar 2008 aufgeschreckt: Aus dem Hochbehälter auf dem Hof liefen rund 150­.000 Liter Gülle aus. Der Landwirt hatte den Schaden damals selbst bemerkt. Die Flüssigkeit hatte von dem landwirtschaftlichen Betrieb aus eine Wiese überflutet und war auf anliegende Grundstücke vorgedrungen. Ein mehrtägiger Großeinsatz der Feuerwehr und der zuständigen Behörden stellte sicher, dass die Gülle nicht in das Kanalsystem der Gemeinde gelangte, und minderte die Folgen des Unfalls. swa

Von Sven Warnecke

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