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Wedemark Lotsen im Dickicht der Pflegeangebote
Umland Wedemark Lotsen im Dickicht der Pflegeangebote
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17:16 10.10.2018
Mehr Anfragen: Die Wedemärkerin Sarah März und ihre Kolleginnen vom Senioren- und Pflegestützpunkt ziehen in größere Räume. Quelle: Antje Bismark
Wedemark

Wie lässt sich eine Wohnung oder ein Haus barrierefrei umbauen? Welche ambulante oder teilstationäre Pflege gibt es im Ort? Und wer finanziert das alles? Diese und viele andere Fragen beantworten seit sieben Jahren die Mitarbeiter des Senioren- und Pflegestützpunkts Burgdorfer Land, die auch die Senioren und ihre Angehörigen in der Wedemark betreuen. Dazu gibt es an jedem vierten Mittwoch im Monat eine Beratung in der Gemeinde. „Viele suchen aber auch unser Büro in Burgdorf auf“, sagt Sarah März, die in der Wedemark lebt. Gemeinsam mit Angelika Nikolai und Annika Jordan kümmert sie sich darum, dass Menschen möglichst lange in den eigenen vier Wänden wohnen können.

Der Bedarf dafür wächst: Im ersten Beratungsjahr zählten die Mitarbeiter nach Aussage von Teamleiterin Silke Priebs etwa 400 Ratsuchende, inzwischen nutzen mehr als 1000 von ihnen das Wissen der Fachleute. Deshalb hat die Region als Trägerin der Einrichtung in diesem Jahr die Zahl der Mitarbeiter im Nordosten erhöht, außerdem zieht das Team vom 16. bis 19. Oktober in größere Räume an der Hannoverschen Neustadt in Burgdorf. „Das neue Büro befindet sich zentral am Bahnhof und an kostenlosen Parkplätzen, es ist ebenerdig, barrierefrei, und es bietet mehr Raum für Beratungen“, zählt Priebs die Vorteile auf.

Beratung ist kostenlos, vertraulich und neutral

Die Erreichbarkeit stellt auch Sicht der Fachleute eine große Verbesserung dar, weil viele Betroffene mehrere Termine vereinbaren müssen. „Die Bandbreite der Anfragen reicht von einer einmaligen telefonischen Nachfrage bis hin zu einer mehrjährigen, sporadischen Begleitung“, weiß die Wedemärkerin März aus ihrer Arbeit zu berichten. Sie und ihre beiden Mitstreiterinnen besuchen die Ratsuchenden bei Bedarf auch zu Hause, denn letztlich laute der Auftrag der Pflegeversicherung „ambulant vor stationär“. Und deshalb sei es mitunter notwendig, sich die Gegebenheiten einer Wohnung genau anzuschauen. „Die Beratung ist immer kostenlos, neutral und vertraulich“, betont die Wedemärkerin. Zudem könnten Kinder oder Enkelkinder für ältere Angehörige zwar einen Termin organisieren: Der Betroffene müsse dem aber zustimmen.

Gleichwohl wünscht sich März, dass sich Familien frühzeitiger melden: „Manche nehmen erst dann Kontakt auf, wenn sich ein Krankheitsbild dramatisch verschlechtert oder ein weiteres hinzukommt.“ Dann müssten die Beraterinnen oft sehr schnell handeln, wobei sich die Vernetzung mit Kommunen und Pflegediensten auf Regionsebene auszahle. „Für Notfälle schaufeln wir auch einen Termin frei oder vereinbaren Termine außerhalb der Sprechzeiten“, sagt März, normalerweise betrage die Wartezeit bis zu fünf Tage. Sie selbst bezeichnet ihre Arbeit als Lotsenfunktion in einem wachsenden Angebot von Assistenzsystemen zu Hause, Pflegeangeboten, Leistungen und veränderten gesetzlichen Vorschriften.

Information: Das Team des Senioren- und Pflegestützpunktes ist an jedem vierten Mittwoch im Monat von 15 bis 17 Uhr im Rathaus Wedemark, Fritz-Sennheiser-Platz 1, erreichbar. In Langenhagen öffnet die Sprechstunde an jedem zweiten Dienstag von 14 bis 17 Uhr und an jedem vierten Mittwoch im Monat von 9 bis 12 Uhr und von 15 bis 17 Uhr im sozialen Rathaus, Schützenstraße 2. Die Sprechstunde in der Begegnungsstätte Isernhagen, An der Riehe 32, öffnet an jedem ersten Mittwoch im Monat von 14 bis 16 Uhr und in der Seniorenbegegnungsstätte Burgwedel, Gartenstraße 10, an jedem zweiten Mittwoch im Monat von 14 bis 16 Uhr. Außerdem sind Sarah März und ihre Kolleginnen per E-Mail spn.burgdorferland@region-hannover.de und unter Telefon (0511) 70020116 erreichbar.

Region bildet ehrenamtliche Seniorenbegleiter aus

Neben der Begleitung von Familien, die Angehörige pflegen, kümmert sich der Senioren- und Pflegestützpunkt in Zusammenarbeit mit einem Bildungsträger auch um die Ausbildung von ehrenamtlichen Seniorenbegleitern. Der Kurs umfasst 70 theoretische und praktische Stunden, er richtet sich an Menschen, die sich einige Stunde im Monat um Senioren kümmern. „Dabei geht es vor allem darum, andere vor Einsamkeit zu bewahren“, sagt Teamleiterin Silke Priebs. Mit dem Projekt reagiere die Region darauf, dass das „Modell der Großfamilie“ in vielen Fällen nicht mehr bestehe: Kinder und Eltern lebten oft räumlich weit auseinander. Die Seniorenbegleiter übernähmen deshalb einige Aufgaben wie Arztbesuche, Ausflüge oder das Einkaufen. Dafür erhalten sie eine monatliche Aufwandsentschädigung, sie sind zudem unfall- und haftpflichtversichert. Interessierte können sich bei der Freiwilligenakademie per E-Mail info@freiwilligenakademie.de melden. bis

Von Antje Bismark

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