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Wedemark Gemeinde bringt Radwegekonzept auf den Weg
Umland Wedemark Gemeinde bringt Radwegekonzept auf den Weg
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00:16 16.03.2019
Heinz Mazur (rechts) ist selbst Radfahrer und erarbeitet in dem beauftragten Büro PGT Umwelt und Verkehr Vorschläge für ein alltagstaugliches Radwegenetz in Abstimmung mit Fachbereichsleiter Kay Petersen in der Gemeinde Wedemark. Quelle: Ursula Kallenbach
Wedemark

„Wie ticken die Radbürger in der Wedemark?“ Dies zu verstehen, bemüht sich Landschaftsarchitekt Heinz Mazur mit seinem Ingenieurbüro PGT Umwelt und Verkehr in Hannover. Es geht um den Alltagsradverkehr auf innerörtlichen Straßen in der Gemeinde. Herausgekommen sind eine Analyse und Vorschläge für ein Netz. Die Gemeinde Wedemark öffnet die Ideen für eine öffentliche Diskussion darüber am Dienstag, 26. März. Die Veranstaltung im Bürgerhaus in Bissendorf beginnt um 19 Uhr.

„Jeder kann kommen“, betonen Baufachbereichsleiter im Wedemärker Rathaus, Kay Petersen und der PGT-Geschäftsführer. Für 15.000 Euro hat die Kommune das Büro beauftragt, speziell die Alltags-Radwegebeziehungen in der Wedemark unter die Lupe zu nehmen. „Die anderen gibt es ja schon“, sagt Petersen und verweist auf die Radwege zur Naherholung, die in Kooperation mit der Region Hannover als Netz ausgeschildert sind.

Radfahrer sollen sichtbarer werden

Fachbüro und Gemeinde wollen den Alltagsverkehr verbessern und die Radfahrer darin sichtbarer machen, sagt Mazur. Dies sind im Alltag zum Beispiel die Radfahrer, die ihre Besorgungen und Termine per Rad erledigen, Arbeitnehmer, die zwischen den S-Bahn-Station und ihrer Arbeit unterwegs sind, Mütter und Väter, die Kinder in die Kitas und Grundschulen bringen. Dem eigenständigen Schülerverkehr per Fahrrad zwischen Schulen und Wohnorten widmen die Experten besondere Aufmerksamkeit.

Auch die Gemeindeverwaltung will die Schüler extra berücksichtigen, um ihre Meinungen und Kritik zu erfahren. „Wir denken, dass Schüler eher nicht in die öffentliche Abendveranstaltung im Bürgersaal gehen, aber die Jugend soll sich auch beteiligen. Deshalb werden wir vermutlich versuchen, die Probleme und die Vorstellungen gesondert mit den Schülern aufzuarbeiten“, sagt Petersen.

Auch Autoverkehr setzt den Rahmen

„Aus planerischer Sicht sind viele Mängel an den innerörtlichen Radwegeführungen hundertfach genannt worden“, sagt Mazur, der auch frühere Ergebnisse aus dem Verkehrskonzept Wedemark von 2018 ausgewertet hat. Darin hatte ein anderes von der Gemeinde beauftragtes Ingenieurbüro schon ein Radwegekonzept angerissen –in Diskussionen darüber bei der öffentlichen Vorstellung und in den politischen Gremien war es damals schon hoch hergegangen.

Dass der Autoverkehr als Rahmenbedingung für die Radfahrer dazugehört, blenden die Fachleute keineswegs aus. „Eine alltagstaugliche Radwegeführung ist immer auch eine Auseinandersetzung mit dem Autoverkehr“, sagt Mazur. Selbst Radfahrer, hat er beim Abfahren der Wedemärker Strecken seine eigenen Erfahrungen gemacht. Auseinandersetzung ist planerisch nötig über die Nutzung des gemeinsamen Straßenraums. „Wir sagen: Radfahrer müssen sichtbar werden. Und mit welchen Maßnahmen kann man Sichtbarkeiten so herstellen, dass Radverkehr und Autofahrer sich vertragen?“

Kompromisse finden

Nicht überall gebe es Radverkehrsanlagen, manche abgetrennten Radwege oder Schutzstreifen würden nicht gern benutzt, aber auch Landesstraßen nicht, und manchmal ist auch gar kein Platz vorhanden, um einen Radweg zu schaffen. „Da geht es vielleicht darum, den Autoverkehr in der Geschwindigkeit zu beschränken. Autos und Fahrräder könnten dort gleich langsam und sicher fahren“, sagt der Fachmann. Andererseits müssten auch Fußgänger ungestört gehen dürfen. „Darüber muss man reden und Kompromisse finden, den zur Verfügung stehenden Verkehrsraum aufzuteilen.“

Achsen und Knoten werden betrachtet

In Wennebostel wird es, das steht zum Umbau der K 107 schon fest, keinen Radweg geben – der Straßenraum ist dort zu eng. Ihm geht es vor allem darum, mithilfe verschiedener Formen der Wegeführungen ein Netz herzustellen für die Alltagsradler. Er sieht wichtige Hauptachsen, etwa vom Schulzentrum Mellendorf in Richtung Hellendorf und Richtung Bissendorf, die Ost-West-Achse vom Bahnhof Mellendorf oder die Achse vom Bahnhof Bissendorf Richtung Scherenbostel. Radabstellmöglichkeiten sind auch ein Thema. Klar auszumachen sind aber auch „Knoten“ – wichtige Kreuzungen von verschiedenen Verkehrsarten. Sie seien nicht immer gut gelöst. So führt Mazur die Stucke-Kreuzung in Mellendorf an oder den Weg von Roye-Platz und Grundschule Mellendorf hinunter zur Wedemarkstraße.

„Wir wollen auch die Diskussion führen über subjektive und objektive Sicherheit von Radfahrern“, kündigt der Experte an. Viele Kinder lernten heute den Verkehr gar nicht kennen, wenn sie nur transportiert würden.

Radwege in der Gemeinde: Das sind die Erfahrungen der Leser

Viele Wedemärker haben bereits ihre eignen Erfahrungen mit den Radwegen in der Gemeinde gemacht – und der HAZ-Redaktion ihre Wünsche und Meinungen geschrieben.

Verwaltung gibt Leitbild in politische Diskussion

Die öffentliche Versammlung im Bürgerhaus am Dienstag, 26. März, ab 19 Uhr soll einen vielfältigen Input für das Netz alltagstauglicher Radwege und Hinweise für ein Leitbild geben, wie Radfahren auf innerörtlichen Straßen – auch dort sind alle Baulastträger vertreten - entwickelt werden soll. Das beauftragte Ingenieurbüro PGT Umwelt und Verkehr stellt seine Ideen vor und moderiert. Die Gemeindeverwaltung wird die Ergebnisse aufnehmen und selbst Vorstellungen zu dem Leitbild erarbeiten, das es dann zur Abstimmung in die politischen Gremien gibt.

Wenn das Netz in der Wedemark politisch beschlossen wird, so denken die Planer, kann die Kommune beispielsweise die Region und das Land als Straßenbaulastträger stärker fordern, damit diese auch kurzfristige Verbesserungen auf Gemeindegebiet eintakten in ihre Programme. Damit würden unterschiedliche erforderliche Arbeiten – Fahrbahndecken, Fuß-/Radweg, Kanalbau, Baumfällungen – aller Zuständigen in einem Verkehrsraum besser koordiniert. Der Auftrag an das Ingenieurbüro umfasste nicht die überörtlichen Straßen. Die Übergänge vom innerörtlichen Netz der Radwegeverbindungen sind aber mitgedacht und auf der Karte dargestellt.

Interessierte, die an der öffentlichen Veranstaltung zum Radwegekonzept teilnehmen möchten, werden gebeten sich per E-Mail an radwege@wedemark.de anzumelden. uc

Von Ursula Kallenbach

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