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Wedemark Heimatmuseum präsentiert neue Multimedia-Installationen
Umland Wedemark Heimatmuseum präsentiert neue Multimedia-Installationen
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14:00 14.03.2019
Sandra Koch (Vorsitzende Förderverein Richard-Brandt-Heimatmuseum) und Karl-Hans Konert präsentieren den neuen Touchscreen mit Videos zur Geschichte der Wedemark von der letzten Eiszeit bis heute. Quelle: Julia Polley
Bissendorf

Ein Geologiestundent und der Mathematiker Carl Friedrich Gauß treffen sich im 19. Jahrhundert am Brelinger Berg, Cord Knibbe erzählt im Interview etwas über die Bienenzucht früher und heute und Ehepaar Holzhausen zeigt die Mühle, die früher in Wennebostel stand und nach Langenhagen-Kaltenweide umgesetzt wurde: Das Richard-Brandt-Heimatmuseum in Bissendorf bietet Besuchern eine multimediale Ausstellung an. Auf zwei Touchscreens können sich Interessierte jetzt Videos über die Geschichte der einzelnen Orte sowie über die Geschichte der Gemeinde von der letzten Eiszeit bis heute anschauen. Auf einem weiteren Bildschirm werden Bilder des Malers und Kupferstechers Georg Heinrich Busse in Dauerschleife gezeigt. Museumsleiter Karl-Hans Konert hat die Neuerungen am Dienstagnachmittag zusammen mit Sandra Koch, Vorsitzende des Fördervereins des Heimatmuseums, präsentiert.

Vor sieben Jahren ist das Vorhaben, das Museum multimedial zu gestalten gestartet. „Wir müssen neue Wege finden, den Leuten etwas zu vermitteln“, sagt Konert. So wollen die Aktiven insbesondere auch Jugendlichen die Geschichte der Gemeinde zeigen. Es habe verschiedene Ideen für die Umsetzung gegeben. Einige seien jedoch aufgrund des begrenzten Platzes im Museum nicht realistisch gewesen, sagt Konert. Man habe sich schließlich für die platzsparende Variante mit Bildschirmen geeinigt, auf denen die Geschichte in Videos zu sehen sein sollte. Der Museumsleiter dankte bei der Präsentation der neuen Installationen allen Projektbeteiligten.

Verschiedene Filme zeigen Geschichte

Auf dem Touchscreen zur Geschichte der Wedemark von der letzten Eiszeit bis heute können Besucher zwischen 28 verschiedenen Videos auswählen und sie selbst mit einem Fingertipp starten. Die einzelnen Filme sind zwischen zwei und 20 Minuten lang und widmen sich fünf verschiedenen Themenschwerpunkten: Der Eiszeit, der Siedlungsgeschichte und politisch-historischen Entwicklung, der Landwirtschaft, Gewerbe, Handel & Industrie sowie Zeugnisse aus dunkler Zeit – 1933 bis 1945. In fast allen Filmen trifft Schauspielerin Anne Rohde Wedemärker, die zu einem bestimmten Thema etwas erzählen. Rohde übernimmt in dem Projekt die Rolle der Sprecherin und Interviewerin. Hinter der Kamera war während der Dreharbeiten Fördervereinsvorsitzende Koch aktiv. Das gesamte Material hat im Anschluss die Firma Schröder AV-Medien aus Osterholz-Schambeck zusammengeschnitten.

Museumsleiter Karl-Hans Konert präsentiert den Bildschirm, auf dem sich Besucher Videos zur Geschichte der einzelnen Ortschaften anschauen können. Quelle: Julia Polley

Bereits vor zwei Jahren wurde der erste Touchscreen im Museum installiert. Darauf sind rund 50 Filme zu sehen, die bei einem Projekt mit Schülern der IGS entstanden sind. Besucher können sich Geschichten aus den einzelnen Orten in der Wedemark anschauen. Auf den zwei Touchscreens können drei Interessierte gleichzeitig mit Hörern den Ton zu den einzelnen Videos hören.

Mehrjähriges Projekt kostet 38.000 Euro

Insgesamt hat das mehrjährige Projekt rund 38.000 Euro gekostet. Davon kommen 14.000 Euro von der Sparkasse Hannover und die Region Hannover hat das Vorhaben mit 5000 Euro gefördert. Die Gemeinde hat rund 19.000 Euro investiert. „Dies ist ein weiterer Schritt, was die Modernität des Museums angeht“, sagte Bürgermeister Helge Zychlinski. Es sei jedoch nur ein Zwischenprodukt, denn ein Endprodukt gebe es nicht. Das Museum versuche die Bedürfnisse der Besucher aufzunehmen und zu berücksichtigen. Auch Kohnert sagt: „Wir denken immer weiter“.

Die Kosten für den digitalen Bildschirm, auf dem verschiedene Werke des Malers Busse aus Bennemühlen zu sehen sind, hat der Förderverein des Museums übernommen – und dafür einen Zuschuss vom Bissendorfer Ortsrat erhalten. Den Holzständer hat Friedrich Thümler, Mitglied des Museumsteams, eigens dafür angefertigt.

Info: Das Richard-Brandt-Heimatmuseum in Bissendorf, Gottfried-August-Bürger-Straße 3, hat jeden Sonntag von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Gruppen können das Museum auch an einem anderen Tag nach vorheriger Terminvereibarung besuchen. Dazu sollten sich Interessierte per E-Mail an fam.konert@t-online.de an Museumsleiter Karl-Hans Konert wenden.

Von Julia Polley

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