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Wedemark Rassegeflügelzüchter wagen den Umbruch
Umland Wedemark Rassegeflügelzüchter wagen den Umbruch
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09:11 03.12.2018
Rassegeflügel – züchten oder nur laufen lassen? Der RGZV-Vorsitzende Hendrik Biesalski sieht den Wandel im Zuchtverein. Quelle: Ursula Kallenbach
Wiechendorf

An diesem Wochenende ist noch einmal alles so, wie gewohnt: Hier das Rassegeflügel in Einzelkäfigen. Angegliedert zeigt der Kreisverband, was es bei ihm Neues gibt. Doch damit ist im kommenden Jahr Schluss. Die 52. Wedemarkschau des Rassegeflügelzuchtvereinigung im eigenen Gebäude in Wiechendorf wird 2019 für die Besucher ein neues Bild abgeben. Denn der Verein ist im Umbruch.

Das muss er auch: Zu den klassischen Ausstellungen fänden immer weniger Aussteller und weniger Besucher ihren Weg, stellt Hendrik Biesalski fest. Er, der schon als Jugendlicher in Bissendorf Rassegeflügel züchtete, führt die RGZV seit Anfang 2016 und sieht die Probleme inzwischen auch als Mitglied des Landesvorstands der Rassegeflügelzüchter. „Da kriegt man doch mehr Input“, sagt er.

Schau für das normale Publikum attraktiver gestalten

Gruppenpräsentationen in Kleinvolieren sollen künftig Vorzug erhalten in Ausstellungen. Das Tier im Einzelkäfig genau in Augenschein nehmen zu können, mag für Züchter und Preisrichter interessant sein. Doch für das Publikum sei dies weniger anschaulich, meint Biesalski. Aber auch der bekannte Event- und Volksfestcharakter rund um die Wedemarkschau auf dem Hof Schnehage kommt auf den Prüfstand. „Wir wollen zurück zur Freude am Rassegeflügel, das passt zu uns. Allenfalls werden wir noch Schäfer-Vorführungen einbauen“, kündigt Biesalski an.

Die Jugendgruppe hält sich ans Zwerggeflügel - und ist erfolgreich. Quelle: Ursula Kallenbach

Man sei ein Nischenverein, und der müsse eine neue Rolle einnehmen, stellt der Vorsitzende fest und untermauert es mit der veränderten Struktur der Zuchtvereine – in der Wedemark nicht anders als regions- und bundesweit. „Es wandelt sich. Die Tische bleiben leer bei Versammlungen. Die klassische Geflügelzucht und die Ausstellungen befinden sich im Wandel.“ 115 Mitglieder zählt die RGZV Wedemark – aktive, fördernde und jugendlichen Nachwuchs. Doch eine Tendenz lässt sich nicht wegrechnen: 70 Prozent der Neumitglieder sind lediglich Geflügelhalter und keine Züchter. „Also sind auch unsere Ausstellerzahlen rückläufig“, verdeutlicht Biesalski.

Was der Unterschied zwischen Zucht und Haltung ist, lässt sich an einer prämiierten Zwerg-Wyandotte, orangefarbig gebändert, augenfällig erklären: Dieses bewundernswerte Federkleid, in dem jede kleinste Feder genau gleich aussieht wie jede der anderen, kann ein Rassegeflügelzüchter über Jahre so züchten – ein Halter kann dieses schöne Tier mit anderen Wyandotten aber nur zur eigenen Freude auf seinem Grundstück laufen lassen. Immerhin. Hausbesitzer mit großen Grundstücken interessieren sich zunehmend für Hühner und Enten vor dem Haus. „Teils wollen die Halter die eigenen Eier, teils wollen sie Hühner oder Gänse mästen für den eigenen Verbrauch“, weiß Biesalski.

Aus Haltern werden im Verein dann Züchter

„Wir nehmen Halter nach wie vor gern auf“, sagt der Vereinsvorsitzende. Es gibt einen Vereinsbeschluss, dass Neumitglieder mindestens Halter sein müssen. „Sie können im Verein auch entdecken, was es hier gibt.“ Und nicht selten wird daraus mehr. Der Verein gibt jedenfalls den Haltern Hilfestellungen, die im Interesse der Geflügelzucht und -gesundheit allgemein liegen. „Seit Jahren haben wir ein Impfprogramm für alle. Gegen die Newcastle-Krankheit muss geimpft werden – egal ob Züchter oder Hobbyhalter“, betont Biesalski. Für die Ausstellungen gelte ohnehin das Gebot, dass sie über das Veterinäramt der Region angemeldet und genehmigt werden müssen.

Zwischen 350 und 400 Tiere hat die RGSV in den vielen Jahren im Schnitt ausgestellt, diesmal 374 – Rassehühner, Tauben und Wassergeflügel. Zwei größere Schauen ziehen aktuell Aussteller und Besucher ab. „Die Deutsche Junggeflügelausstellung in Hannover lag vor unserer Ausstellung, und andere Züchter bereiten sich auf die Bundesschau in Leipzig am nächsten Wochenende vor“, sagt Biesalski.

Ohlenbostels Jugendzüchter holen Preis

Bei der Kreisverbandsschau konnten die Züchter der RGZV im Vereinsheim in Wiechendorf diesmal nicht punkten; es blieb bei Vereinsmeistern. Die Jugendbesten dieses Jahres müssen aber unbedingt erwähnt werden, allein schon, weil ihre „Siamesischen Zwerg-Seidenhühner weiß“ auch andere Jugendliche in den Bann ziehen könnten: Hervorgebracht hat diese schönen gefiederten Wesen die Jugendzuchtgemeinschaft Homann aus Ohlenbostel in der Wedemark.

Von Ursula Kallenbach

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