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Wedemark Zehn Hektar Ackerfläche stehen in Flammen
Umland Wedemark Zehn Hektar Ackerfläche stehen in Flammen
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00:19 05.07.2018
In Windeseile frisst sich das Feuer auf den trockenen Feldern vor. Quelle: Kallenbach
Wedemark

Die hohen Rauchschwaden sind am Montag über Stunden in weiten Teilen der Wedemark zu sehen – und noch bis nach Hannover. Zwischen Brelingen und Wiechendorf sind zehn Hektar teils noch mit Getreide bestandene oder schon abgeerntete Feldflächen in Brand geraten. Dazu fiel eine Waldfläche von etwa fünf Hektar den Flammen zum Opfer. Bis zu 100 Einsatzkräfte der Feuerweh sind bis abends im Einsatz, um das Feuer zu bekämpfen und die weitere Ausbreitung zu verhindern. Der Polizei zufolge ist das Feuer bei Mäharbeiten auf einem Feld bei Wiechendorf ausgebrochen.

Nach den bisherigen Erkenntnissen der Kriminalpolizei war ein 51-Jähriger gegen 12 Uhr mit einem Mähdrescher dabei, ein Feld westlich der Kreisstraße 103 (zwischen Brelingen und Wiechendorf) abzuernten. Dabei geriet das Kornfeld in Flammen. Der Landwirt brachte die Erntemaschine in Sicherheit und alarmierte die Rettungskräfte. Aufgrund des starken Windes griff das Feuer auf einen angrenzenden Wald über. Dank des schnellen Eingreifens der Brandbekämpfer konnte ein noch stärkeres Ausbreiten verhindert werden. Bei den Löscharbeiten stürzte ein Feuerwehrmann und zog sich leichte Verletzungen zu. Ein Rettungswagen brachte ihn in eine Klinik. Angaben zur Höhe des entstandenen Schadens konnte die Polizei am Montag noch nicht machen.

Nicht nur die Feuerwehren aus mehreren Ortsteilen der Wedemark waren bei dem sich sichtbar schnell ausbreitenden Flächenbrand im Einsatz. Der Flughafen Langenhagen stellte ein Flugfeld-Tanklöschfahrzeug, Kapazität rund 20 000 Liter Wasser. Auch zahlreiche Landwirte hängten ihre mit Wasser gefüllten Güllewagen an die Traktoren zum Löschen. Andere unterstützten die Einsatzkräfte der Feuerwehren, indem sie das trockene Getreide oder Stroh auf den Äckern unterpflügten. Wind und extreme Trockenheit ließen die Flammen in Windeseile sich vorfressen. Die erste Bremse bei Wind und Trockenheit gegen das Feuer, das sei „ein richtig grüner Wald“, verdeutlichte Feuerwehrsprecher Michael Hahn.

Vor Ort im Bereich Brelingen-Schadehop ging Hahn noch gegen 15 Uhr davon aus, dass die Einsatzkräfte bis abends zu tun haben würden. „Wir machen noch drei Stunden intensive Nachlöscharbeiten, vor allem auch bei Brandnestern im Wald“, erläuterte der Feuerwehrsprecher. „Wir werden das Gebiet sicher noch zwei Tage beobachten müssen.“ Es könne übrigens sein, dass in der Folge nochmals Sirenen gingen, kündigte er an. Damit würden weitere Einsatzkräfte angefordert, um die erschöpften Aktiven aus dem Ersteinsatz abzulösen.

Eine mehrere Hektar große Fläche zwischen Wiechendorf und Brelingen ist am Montag in Brand geraten.

Trotz der bedrohlichen Kulisse, die zu fotografieren viele Schaulustige nahe heranfuhren und ihre Autos an die Straßenränder stellten: Für die Feuerwehren sei dies „ein normaler, koordinierter Einsatz“, betonte Hahn am Nachmittag. Fünf weitere Ortsfeuerwehren seien noch verfügbar. „Wir müssen ja auch den Rest der Flächengemeinde Wedemark noch bedenken.“

„Die Feldmark, die Straßenränder –es ist alles komplett trocken“, verdeutlichte gestern auf Nachfrage der Bezirkslandwirt für die Wedemark, Volker Lindwedel, die derzeit vorherrschenden hohen Risiken. „Selbst ein Stück Glas auf dem Boden kann zum Brennglas werden.“ In der Landwirtschaft werde gegenwärtig komplett trockenes Getreide gemäht. „Alle Getreidefrüchte sind teils vorzeitig kurz vor der Reife –Wintergerste, Roggen, Trittikale und Winterraps. Ein Feuer zieht da schnell weiter, und dann kommt der Wind dazu“, verdeutlichte Lindwedel. Das Risiko gelte ebenso für Wald.

Die Rauchschwaden sorgten außerdem für Sichtbehinderungen auf der Autobahn 352 sowie den umliegenden Straßen, der Flugverkehr war nicht beeinträchtigt.

Von Ursula Kallenbach

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