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Wedemark Autobahnsperrung belastet die Dörfer
Umland Wedemark Autobahnsperrung belastet die Dörfer
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15:55 10.08.2018
Schwerlaster und immer mehr Verkehr im Dorf - für die Meitzer ein Dauerproblem bei der Sperrung der A7. Quelle: Kallenbach
Wedemark

Wohl kaum ein Gemeindeteil in der Wedemark, der nicht seit Monaten schwer beeinträchtigt wird vom Umleitungsverkehr: Die Sanierungsarbeiten mit Vollsperrungen auf der Autobahn 7 belasten viele Orte. An der Kreisstraße 107 zwischen Elze, Meitze und Gailhof sollen nun kurzfristig Ampeln das Verkehrsaufkommen ordnen.

Diese Entschärfung jedenfalls hat Bürgermeister Helge Zychlinski am Mittwoch und Donnerstag noch einmal mit den für die Kreis- und die Landesstraßen entscheidenden Straßenbehörden vereinbart, wie die Gemeinde am Freitag mitteilte. Monatelang waren Gespräche und Forderungen von der Seite der Kommune vorausgegangen. Aber: Die verabredeten Lichtzeichenanlagen an der Goltermann-Kreuzung in Elze und an der Kreuzung in Gailhof waren bis zum Mittag am Freitag nicht installiert.

Nicht nur zusätzlicher Tagesverkehr bewegt sich durch Ortsstraßen, die schon dafür nicht ausgelegt sind. Besonders der von der Autobahn umgeleitete Schwerlastverkehr sorgt für eine erhebliche Belastung der Anlieger an den Landes- und Regionsstraßen in der Wedemark – und für die Fahrbahndecken. „Durch Staus und rücksichtsloses Fahrverhalten der Autofahrer geraten Schulkinder immer wieder in gefährliche Situationen“, machte der Bürgermeister außerdem wieder deutlich. Genau darauf hatten auch viele Elzer schon hingewiesen.

Tempo 30 für die Kreisstraße 107

Vertreter der Gemeindeverwaltung haben mit der Polizei, der Region Hannover und der Straßenmeisterei Burgwedel am vergangenen Mittwoch die brisantesten Stellen begutachtet. Da besonders die K 107 vom Autoverkehr als Umleitungsstrecke genutzt wird, verabredete die Gemeinde mit den Behördenvertretern direkte Schritte zur Beruhigung dort und in den angrenzenden Straßen. Einig wurden die Behörden Zychlinski zufolge, dass auf der Wasserwerkstraße ab der Grundschule und dem Kindergarten bis zur Goltermann-Kreuzung Tempo 30 eingeführt werden soll – und zwar dauerhaft. Diese Schilder stehen dort bereits, aber bisher zeitlich begrenzt für die Dauer der Autobahnsperrung.

Zusätzlich sollen die genannten Lichtzeichenanlagen in Elze und Gailhof Ordnung schaffen. „Ich habe die klare Erwartungshaltung, dass die Landesstraßenbaubehörde die Ampeln sehr kurzfristig installieren wird“, betonte Zychlinski am Freitagvormittag. Immerhin hätten sich Gemeinde, Polizei, Region und Straßenmeisterei von der Dringlichkeit der Maßnahmen überzeugt gezeigt. Die Dringlichkeit habe er am Donnerstag in persönlichen Gesprächen auch noch einmal den Leitern der Landesstraßenverkehrsbehörden in Verden und Hannover verdeutlicht. Als weitere Maßnahme würden derzeit in den Ortschaften an der L 190 Schilder zur Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h in den Nachtstunden aufgestellt.

Die Gemeinde kann – so hört es sich jetzt doch an – mehr tun, als bei eingerichteter Autobahnsperrung nur auf Regulierung bei den Folgen zu dringen – und das ergebnislos über Wochen. Bisher erhalte die Kommune zur Anhörung von der Verkehrsbehörde die Ankündigung einer geplanten nächtlichen Vollsperrung der A7 erst kurz vorher, wie Gemeindesprecher Ewald Nagel auf Nachfrage erläuterte. „Leider“, bedauerte er. „Künftig werden wir unsere Zustimmung davon abhängig machen, dass die entsprechenden Lichtzeichenanlagen eingerichtet werden.“

Gemeinde kann LKW-Verkehr nicht verhindern

Die Gemeinde könne auf Landes- und Kreisstraßen nicht alles umsetzen, was aus örtlicher Sicht vielleicht wünschenswert wäre, merkte Zychlinski an. Wegen deren überörtlicher und überregionaler Bedeutung sei es beispielsweise nicht möglich, LKW-Verkehre dort zu verbieten. „Die verabredeten Maßnahmen verhindern nicht die zusätzlichen Verkehre durch unsere Dörfer, können aber wenigstens die Sicherheit auf unseren Straßen etwas steigern“, sieht Bürgermeister Helge Zychlinski als Ergebnis.

Der Ortsbürgermeister für Elze und Meitze, Jürgen Benk, nannte es am Freitag bedauerlich, dass die Ampeln noch nicht da sind. „Es ist der Punkt erreicht, wo die Anwohner kein Verständnis mehr haben. Jeder wusste doch, dass in Elze die Schule wieder beginnt, und es gab keine klaren Aussagen von den Behörden. Die Hälfte des Dorfes muss über die Plumhofer Straße“, stellte Benk fest. Nach seiner eigenen Beobachtung habe nicht nur der Verkehr deutlich zugenommen, sondern auch die Rücksichtslosigkeit, mit der Fahrer sich den Weg bahnen. Er hoffe, dass in Elze die Polizei zu den Tempo-30-Schildern auch Kontrollen durchführen werde.

Von Ursula Kallenbach

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