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Wennigsen Diese Themen beschäftigen den Präventionsrat
Umland Wennigsen Diese Themen beschäftigen den Präventionsrat
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14:50 10.01.2019
Informationsveranstaltungen zum Thema Sicherheit, Sport-Flyer, öffentliches W-Lan und mehr Treffpunkte für Jugendliche: Der Präventionsrat hat im vergangenen Jahr vieles erreicht und zahlreiche Projekte angeschoben. Quelle: Lisa Malecha
Wennigsen

Das Sicherheitsempfinden der Bürger stärken, als Vermittler und Ansprechpartner fungieren, Treffpunkte für Jugendliche schaffen und den öffentlichen Raum so gestalten, dass sich alle Wennigser wohl fühlen: Der Präventionsrat hat in den vergangenen anderthalb Jahren zahlreiche Projekte angestoßen. Nun haben die Mitglieder eine erste Bilanz gezogen – und die ist sehr positiv ausgefallen. Doch die Arbeit geht weiter und der Präventionsrat ist auf Helfer angewiesen.

Der Präventionsrat arbeitet seit April 2017 in neuer Zusammensetzung zusammen mit ehrenamtlich und hauptamtlich in der Gemeinde Tätigen an Themen, die von Bürgern in zwei öffentlichen Sitzungen vorgeschlagen wurden. Schwerpunkte waren die Unterstützung von Flüchtlingen sowie die Belange von Jugendlichen. Auch das Thema Sicherheit wurde aufgegriffen.

Sport-Flyer kommen gut an

Mach mit: Mit diesem Plakat werben der Präventionsrat und die Flüchtlingsinitiative Welcome. Quelle: Archiv

Die Projektgruppen haben unter anderem am Sport-Flyer „Mach mit!“ gearbeitet und Anfang 2018 die ersten Exemplare verteilt. Auf ihnen sind Bezugspersonen von Sportvereinen aufgelistet. So soll die Hemmschwelle für eine erste Kontaktaufnahme gesenkt und der Zugang zu Sportangeboten, insbesondere für Flüchtlinge, erleichtert werden. „Weitere Vereine haben Interesse bekundet, wir werden den Flyer daher aktualisieren“, sagt Jonas Farwig. Derzeit werde auch überlegt, weitere Vereine aufzunehmen, die nichts mit Sport zu tun haben. „Das ist sinnvoll, da wir ja das grundlegende Miteinander und den Zugang zu Vereinen fördern wollen“, ergänzt Jürgen Welk.

So stärkt der Präventionsrat das Sicherheitsgefühl

Wennigsen ist ein verhältnismäßig sicherer Wohnort, in den Bereichen Vandalismus, Flüchtlings- und Drogenkriminalität völlig unauffällig, versichert die Polizei. „Und dennoch merken wir, dass sich viele Bewohner nicht sicher fühlen“, sagt Ursula Veit. Daher seien gerade auch die Info-Veranstaltungen zu diesem Thema gut angenommen worden. Unter anderem hatte der Präventionsrat über Online-Banking und über Diebstahl, Trickbetrug und Einbruchsschutz informiert. Weitere Veranstaltungen, unter anderem mit den Schwerpunkten Computer, Fahrrad und Senioren sind geplant. „Wir werden einen Fahrradcheck sowie ein Sicherheits-Fahrrad-Training anbieten und können uns vorstellen, auch über Gefahren bei Kaffeefahrten zu informieren“, sagt Veit und betont, dass noch viele Veranstaltungen geplant werden.

Runder-Tisch weckt gegenseitiges Verständnis

Unter anderem hatte der Präventionsrat im Rahmen zweier Runder-Tisch-Gespräche zwischen Anwohnern und Jugendlichen vermittelt. Am KGS-Gelände hatten sich Anwohner über das Verhalten von Jugendlichen rund um die Sophie-Scholl-Gesamtschule beschwert. Dort sollen neue Mülleimer dafür sorgen, dass es sauberer wird. Zudem wird die Schule sich bemühen, die Jugendlichen zum Thema Rücksichtnahme zu sensibilisieren.

Neue Schilder sollen für mehr Harmonie am Ententeich sorgen. Quelle: Lisa Malecha

Auch am Ententeich hatte es Konflikte gegeben, da der Bereich – ein beliebter Treffpunkt – häufig vermüllt hinterlassen wird. Auch dort wurde ein zusätzlicher Mülleimer angebracht. Außerdem hat der Präventionsrat Plakate mit Verhaltenshinweisen erarbeitet. Auf ihnen weisen Comic-Enten darauf hin, dass Müll in die Mülleimer gehört und die Besucher nicht zu laut sein sollten.

„Die Gespräche sind jetzt abgeschlossen“, sagt Krüger. Sie hatten vor allem dazu gedient, Verständnis für einander zu wecken und das sei gut gelungen. Denn es gilt nicht nur, Verständnis für die Anwohner sondern auch für die Jugendlichen aufzubringen. „Insbesondere Jugendliche treffen sich im öffentlichen Raum und da Wennigsen so ruhig ist, wird schnell jede Geräuschkulisse als bedrohlich empfunden“, sagt Krüger.

Jugenplätze werden gesucht

Um den Jugendlichen auch Alternativen zu dem KGS-Gelände und dem Ententeich zu bieten, hat der Präventionsrat auch nach weiteren Treffpunkten gesucht. Unter anderem sind die Öffnungszeiten des Jugendhauses an jedem zweiten Freitag verlängert worden. Um auch wirklich nach den Wünschen der Jugendlichen handeln zu können, wurden die Jahrgänge 8 und 9 der KGS zu ihrem Freizeitverhalten befragt. Großer Wunsch der Mehrheit: Einfache Treffpunkte, bevorzugt mit Überdachung. „Auch öffentliches WLAN war ihnen wichtig“, sagt Jugendpflegerin Kerstin Kohl. Um das zu bieten, soll Wennigsen auch zwei Solar-WLAN-Bänke bekommen. Große Hoffnung setzen die Jugendlichen unter anderem auf die geplante Skateanlage. „Diese wird sicherlich auch für kleinere Kinder und Familien ein beliebter Treffpunkt“, sagt Krüger.

Gartenparzellen gesucht

Gemüse aus dem Hochbeet: Der Wennigser Präventionsrat kann sich einen Palettengarten wie hier in Barsinghausen auch in Wennigsen vorstellen. Quelle: Frank Hermann

Zusammen im Garten arbeiten, pflanzen und ernten: Der Präventionsrat will einen Gemeinschaftsgarten anlegen und sucht deswegen geeignete freie Grundstücke in Wennigsen, die sich für den Gartenbetrieb herrichten ließen. Flüchtlinge, die in Wennigsen wohnen, waren mit dieser Bitte an ihn herangetreten. In ihren Heimatländern seien es viele gewohnt gewesen, Landwirtschaft zu betreiben oder kleine Gärten zu bewirtschaften, erläutert Nasser Amer. Die Spanne der Ideen reicht von kleinen Gärten bis zu Hochbeetanlagen für mehrere Familien. Wer Flächen kennt, die dafür infrage kommen oder sogar selbst verpachtet, kann sich bei Jürgen Welk telefonisch unter (0 51 03) 15 82 melden. Gut wäre es, wenn auf den Grundstücken Wasser zur Verfügung steht. Ein Grundstück in der Größe von etwa 150 Quadratmetern wird gesucht, doch auch kleinere Flächen von etwa zwei mal fünf Metern können angeboten werden.

Im Juni wird der Präventionsrat neu gewählt

Alle Plätze des Präventionsrats müssen bei der Beteiligungskonferenz am 6. Juni neu besetzt werden. „Für die Wahlen können sich hauptamtliche Beschäftigte in der Gemeinde Wennigsen sowie ehrenamtlich Engagierte melden“, sagt Präventionsratsvorsitzende Barbara Krüger. Ebenfalls im Juni wird auch der Gemeinderat drei politische Vertreter für den Präventionsrat benennen. „Wir hoffen, dass alle Plätze besetzt werden können“, sagt Krüger. Denn mit den Mitgliedern steht und fällt der Präventionsrat. „Jeder kann seine Interessen einbringen“, sagt Krüger. Wer sich für die Arbeit interessiert, der kann sich zunächst auch zunächst einfach nur über den Präventionsrat informieren –unter anderem auf der Homepage der Gemeinde.

Die Lenkungsgruppe wird alle 2 Jahre durch die Beteiligungskonferenz gewählt und vom Gemeinderat eingesetzt. Die von der Beteiligungskonferenz präferierten Themen werden innerhalb der Lenkungsgruppe unter Einbeziehung von Berater bearbeitet.

Derzeit gehören Bürgermeister Christoph Meineke, Cornelius Theis (Jugendbürgermeister), Barbara Krüger (Vertreterin Rat), Ursula Veit (Vertreterin Gemeinderat), Jonas Farwig (Vertreter Rat), Nicole Scheumann (Familienzentrum), Jürgen Welk (Flüchtlingsinitiative Miteinander in Wennigsen), Andrea Schröter (Schulsozialpädagogin), Wolfgang Schulz (Seniorensicherheitsberater), Nasser Amer (Flüchtlingsinitiative Miteinander in Wennigsen) und Kerstin Kohl (Jugendpflege) der Lenkungsgruppe des Präventionsrats an.

Von Lisa Malecha

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