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Wennigsen Unbekannter tötet Vögel und öffnet Ställe
Umland Wennigsen Unbekannter tötet Vögel und öffnet Ställe
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00:17 19.11.2018
Im kleinen Evestorf häufen sich die seltsamen Vorfälle. Quelle: Ingo Rodriguez (Archiv)
Evestorf

Getötete Vögel, ein verwüsteter Garten, Unbekannte, die nachts über die Grundstücke laufen und Ställe öffnen – unter den Evestorfern macht sich große Unsicherheit breit. Seit mehreren Wochen häufen sich seltsame Vorfälle in dem kleinen Ort mit nur 300 Einwohnern.

Als alles anfing, glaubten die Betroffenen noch an einen Zufall, an die eigene Schusseligkeit oder an einen dummen Scherz – Da hatte man dann halt vergessen, das Stalltor zu schließen, die Fußabdrücke im Blumenbeet beunruhigten auch nicht.

Doch nach und nach merkten die Anwohner, dass nicht nur bei ihnen seltsame Dinge passierten, sie kamen mit den Nachbarn über die „komischen Vorfälle“ ins Gespräch. So auch Familie Hellwig. „Wir waren – soweit ich weiß – die ersten, die Probleme hatten“, sagt Astrid Hellwig. Immer wieder standen die Ställe auf dem Grundstück der Familie offen, Hühner. Pferde und Hasen liefen frei auf dem umzäunten Grundstück rum. Die Familie dachte sich zunächst nichts dabei. Als der Strom von den Koppelzäunen abgestellt wurde, kam dann schon ein ungutes Gefühl auf. Dann fand Hellwig eines Tages einen ihrer Wellensittiche tot in der Voliere – erhängt an einem Bindfaden. Auch das Fahrrad ihrer Tochter fehlte plötzlich. Sie alarmierte die Polizei.

Wenige Wochen später wurden drei weiter Vögel von ihrem Besitzer tot aufgefunden, ebenfalls erhängt – diesmal mit einem Draht. „Einige Tage später wurde dann eine tote Katze entdeckt – da fragt man sich dann schon, ob die nicht auch umgebracht wurde“, sagt Hellwig, die mittlerweile nur noch mit mulmigen Gefühl bei Dunkelheit draußen ist.

Jeder im Ort sei nun wachsamer. „Man weiß ja nicht, wo das noch hinführt“, sagt Hellwig. Dass das noch nicht das Ende ist und der der oder die Unbekannten noch mehr Unheil anrichten könnten, diese Befürchtung hat auch Ortsbrandmeister Harm Kolberg. Auch sein Grundstück wurde heimgesucht, seine beiden Zwergschweine wurden freigelassen. Zunächst habe er einfach gedacht, er habe vergessen, den Stall zu zu machen. „Irgendwann dachte ich, das kann kein Zufall sein“, sagt der Ortsbrandmeister. Immerhin sei zu viel auf einmal passiert. „Natürlich fragt man sich, ob es bald nicht das nächst größere Tier trifft oder was noch alles passieren wird“, sagt Kolberg. Ihm sei wichtig, dass nun über die Vorfälle geredet wird und sich eventuell weitere Geschädigte, die bisher dachten, was ihnen passiert ist sei Zufall, melden.

Melden können sich Geschädigte auch bei der Polizeistation Wennigsen. „Wir erhöhen zudem im Rahmen unserer Möglichkeiten die Polizeipräsenz im Ort“, versicherte Christoph Badenhop, Leiter des Polizeikommissariats Ronnenberg. Zudem seien die Beamten der Polizeistation Wennigsen in Evestorf unterwegs gewesen und hätten schon Anwohner zu den Vorfällen befragt. „Für Hinweise sind wir immer dankbar“, sagt Badenhop. Wer etwas beobachtet hat, was im Zusammenhang mit den Vorfällen in Evestorf stehen könnte, wird gebeten sich an die Polizeistation Wennigsen zu wenden. „Wenn es ein Notfall ist, dann bitte sofort die 110 wählen“, sagt Badenhop.

Von Lisa Malecha

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