Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Wennigsen Wennigser Jugend produziert eigenen Kinofilm
Umland Wennigsen Wennigser Jugend produziert eigenen Kinofilm
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:54 24.07.2018
Filmklappe für einen Overshouldershot (von links): Levi Wessel ist nicht nur Drehbuchautor und Regisseur, im Film spielt er den Protagonisten „Sven“. Quelle: SVENproduktion
Anzeige
Wennigsen

Mehrere Jahre ist dieses Wennigser Spielfilmprojekt in den Köpfen gereift. „Für so ein Vorhaben braucht man eine Vision – und Durchhaltevermögen“, sagt Produzentin Emilia Fester (20) von der jungen Produktionsgemeinschaft SVEN. SVEN ist ein Projekt, das in Wennigsen gerade von Jugendlichen für Jugendliche entsteht. Das Jugendkollektiv will im Frühjahr 2019 seinen ersten Kinofilm herausbringen auf recht hohem professionellem Niveau.

Auf der Suche nach der richtigen Einstellung (von links): Yorck Heerhorst, Rebekka Theis, Levi Wessel (etwas versteckt in der Hängematte), Thore Fahrenbach (Kameramann). Quelle: SVENproduktion

„Momentan stecken wir mitten in der Produktion“, erzählt Emilia. Ins Leben gerufen haben das Projekt Levi Wessel (20) und Thore Fahrenbach (19), die das Drehbuch geschrieben haben und für Regie und Kamera verantwortlich sind. Für den eigenen Youtube-Channel haben beide bisher eher kurze, spaßige Videos gedreht. Thore hat an der Wennigser KGS gerade Abitur gemacht. Levi arbeitete zuletzt als Regieassistent bei einer Serienproduktion in Süddeutschland. Er ist der einzige, der bereits Erfahrungen an einem professionellen Filmset hat.

Levi Wessel kommt aus einer ganz künstlerischen Familie. Seine Eltern – Schauspielerin und Bühnenbildner – betreiben das Kulturhaus in Bredenbeck. Er selbst stand schon als kleines Kind auf der Bühne, als Zehnjähriger hatte er seine erste Fernsehrolle und mimte in einer ARD-Produktion den jungen Komponisten Georg Friedrich Händel. Als Oberstufenschüler drehte er seinen ersten eigenen Film, einen Drei-Minuten-Streifen.

Ein Screenshot aus dem Film (von links): Lotta Wessel (Sonja), Lian Heüveldop (Ella), Yorck Heerhorst (Norman) und Paul Felix Oster (Paul). Quelle: SVENproduktion

Auch SVEN sei zunächst als Kurzfilm angedacht gewesen, erzählt Emilia. Im Januar hätte dann festgestanden, dass daraus doch etwas Größeres in Spielfilmlänge wird. Im Mai gab es den ersten Drehtag. 25 Drehtage sind angesetzt. Gedreht wird in der Gegend, „meist bewegen wir uns in einem Umkreis von 20 Kilometern rund um Bredenbeck“, sagt Emilia. Auch viele reine Landschaftsaufnahmen sind dabei.

Das Großprojekt ist sehr fordernd. „Wir wollen unabhängig von konventionell Filmstudios arbeiten und von vorne bis hinten alles selbst machen“, sagt Emilia. Und das bedeutet in der Konsequenz auch, dass sich die jungen Leute selbst um die Finanzierung kümmern müssen.

„Jeder muss überall mal mit anfassen“

Worum es in der Geschichte geht, ist schnell erzählt: Hauptfigur im Film ist ein junger Mann, Sven. Er hat sich an der Fotografie-Hochschule in Berlin beworben und will zur Aufnahme dorthin fahren. Doch irgendwo im Nichts bleibt sein Auto plötzlich liegen. Sven landet bei einer Gruppe Aussteigern – und bekommt eine neue Perspektive auf das Leben und seine Kunst.

„Wir sind ein Team von 15 Leuten – ungefähr“, erzählt Produzentin Emilia Fester. Alle haben irgendetwas mit Kultur und Theater zu tun und sind in Wennigsen vernetzt. Emilia wohnt in Hildesheim und arbeitet als Regieassistentin am Jungen Schauspielhaus in Hamburg. Sie ist eine Sandkastenfreundin von Drehbuchschreiber und Regisseur Levi Wessel.

„Auf 15 Leute kommen 1000 Aufgaben und jeder muss überall mal mit anfassen“, sagt Emilia. Das Ganze von der Theorie in die Praxis umzusetzen, sei natürlich eine riesige Aufgabe. Aber das ganze Team sei hoch motiviert und diszipliniert – „nur so geht’s“, lobt Emilia. Im August soll nach den Ferien noch mal an einem Badesee in der Gegend gedreht werden.

Emilia spricht von einem Budget von mehreren tausend Euro, die gebraucht werden und die über Sponsoren und Förderungen wieder reinkommen müssen. „Unsere größten Ausgaben sind die Verpflegung und die Fahrtkosten fürs Team und es wird noch viel ins Marketing gesteckt“, sagt Emilia. Auch die Technik und weitere Ausstattung kostet Geld. Eine Zusage gibt es bereits vom Telekommunikationsunternehmen Telefonica aus München, die das Spielfilmprojekt unterstützen. Wenn der Spielfilm fertig ist, soll sich für Preise beworben werden. Eine weitere Möglichkeit, hat sich Emilia schon überlegt, wäre eine Crowdfunding-Aktion im Internet, also eine breit gestreute Suche nach Geldgebern.

Von Jennifer Krebs

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Raus aus der KGS mitten in den Ort: Wennigsens Gemeindebücherei ist vor fünf Jahren ins Rathaus gezogen – und boomt seitdem. 26.000 Bücher, DVDs und Hörbücher wurden im vergangenen Jahr ausgeliehen, 900 Leser sind registriert. Nun muss wohl der nächste, digitale Schritt kommen: E-Books und Onleihe.

23.07.2018

Trotz der seit dem Frühjahr andauernden Trockenheit ist 2018 ein gutes Storchenjahr. Dabei konnte nur die im April geschlüpften Störche mit ausreichend Regenwürmern versorgt werden.

23.07.2018

Das Wissen über die Anatomie des Menschen kann für Ersthelfer sehr wertvoll sein. Die Johanniter bilden ihre Ehrenamtler deshalb entsprechend aus.

23.07.2018
Anzeige