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Wennigsen Dreck an Schule: Gesundheitsamt besichtigt KGS Wennigsen
Umland Wennigsen Dreck an Schule: Gesundheitsamt besichtigt KGS Wennigsen
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00:19 14.01.2019
Böden werden laut Schulleitung, Lehrern und Hausmeistern tagelang nicht gewischt, Tische nicht abgeputzt, ganze Räume einfach nicht gereinigt. Quelle: privat
Wennigsen

“Wie lange darf so mit der Gesundheit der Betroffenen umgegangen werden? Wann sieht sich die Gemeinde in der Pflicht diese unhaltbaren Zustände zu beseitigen?“ Der Vorstand der Elternvertretung der Sophie Scholl Gesamtschule fordert die Verwaltung im Bezug auf die mangelhafte Reinigung an der KGS zum Handeln auf.

Seit 2008 stehe die Schulleitung, wegen des schlechten Reinigungszustands der KGS, in ständigem Kontakt mit der Gemeinde Wennigsen. „Im Jahr 2016 waren die hygienischen Zustände so bedenklich, dass zum erstem Mal die Befürchtung im Raum stand, die KGS wegen gesundheitlicher Bedenken schließen zu müssen“, heißt es in dem Brief. Der Schulelternrat hat damals in einem Schreiben an den Bürgermeister ausdrücklich um Abhilfe gebeten – nicht zum letzten Mal. Bereits 2017 hat der damalige Schulelternrat dann eine offizielle Beschwerde bei der Gemeinde abgegeben. „Die Eltern waren so alarmiert, dass alle Elternvertreter privat zusätzlich Beschwerdebriefe an den Bürgermeister verfasst haben. Sogar eine Schulklasse wandte sich schriftlich an die Gemeinde“, sagen die Elternvertreter und kritisieren: „Das Jahr 2018 verlief, genauso wie die vorangegangenen, ergebnislos.“

Mittlerweile hat sich die Situation zugespitzt. Der hygienische Zustand ist für die Schulleitung so besorgniserregend, dass sie den Gemeindeelternrat von einer möglichen Schließung der Schule aus gesundheitlichen Gründen unterrichtet hat. „Eine diesbezügliche Anfrage des Gemeindeelternrates im Ausschuss für Bildung, Kinderbetreuung und Sport verlief im Sand“, schreibt Elternratsvorsitzende Deborah Bullerdiek und kritisiert: Nach 3,5 Jahren der täglichen Dokumentation von Missständen, unerträglichen hygienischen Zuständen, unzähligen Anfragen und Beschwerden, Unterschriftenaktionen, mehrfacher Überflutung der Räume durch die Reinigungskräfte und sogar der Bedrohung des Hausmeisters durch das Reinigungspersonal sei noch immer nichts geschehen. Die Verwaltung tue laut Elternvertretung zu wenig. „Die Eltern fragen sich, wann es eine verpflichtende, ernstzunehmende Aussage gibt. Da die bisherige Taktik aus freundlichem Zuhören, keiner konkreten Antwort und Aussitzen des Themas bestand.“ Zuletzt hatte die Verwaltung mitgeteilt, dass man über die Alternative einer Reinigung in Eigenleistung nachdenkt. Diese Möglichkeit soll in der Politik diskutiert werden.

Und das obwohl mittlerweile bereits die Landesschulbehörde und das Gesundheitsamt an der Schule waren. Ein Mitarbeiter für Arbeitssicherheit der Stabsstelle Arbeitsschutz und Gesundheitsmanagement bescheinigte nach einem Besuch im Oktober nun in einem Brief, dass die hygienische Situation als stark mangelhaft und unakzeptabel einzustufen ist. „Aus meiner Sich liegt hier ein deutliches Versagen des Schulträgers vor. Dieser hätte das beauftragte Unternehmen zeitnah wegen Nichteinhaltung der Vertragsleistungen, unter Androhung der entsprechenden Konsequenzen in Verzug setzen müssen. Nach fruchtlosem Verstreichen dieser Frist müsste dem Unternehmen der Auftrag gekündigt und entzogen werden“, heißt es in dem Bericht vom 20. Dezember an die Landesschulbehörde, der dieser Zeitung vorliegt. Der Mitarbeiter bittet darin die Dezernentin sich einzuschalten und Situation zu bereinigen. „Die Schulleitung hat aus meiner Sicht die ihr zur Verfügung stehenden Mittel ausgeschöpft und ist auf weitere Hilfe angewiesen.“

Auch das Gesundheitsamt sei nach einer Besichtigung in dieser Woche zu einem vernichtenden Urteil gekommen, sagt Bullerdiek. Hier werde der Bericht der Besichtigung in den kommenden Tagen erwartet. Die Pressestelle der Region hat bestätigt, dass ein Mitarbeiter des Gesundheitsamts vor Ort war und seitdem mit der Schule über notwendige Maßnahmen im intensiven Gespräch ist.

Von Lisa Malecha

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