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Wennigsen Klezmer vom Feinsten mit David Orlowsky Trio
Umland Wennigsen Klezmer vom Feinsten mit David Orlowsky Trio
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00:16 14.02.2019
Harmonisch: das David Orlowsky Trio in der Wennigser Klosterkirche. Quelle: Christa Grünreich
Wennigsen

Mehr als 400 Zuhörer haben den musikalischen und emotionalen Höhepunkt der Saison beim Kulturkreis Kloster Wennigsen erlebt. Zu Gast war das David Orlowsky Trio, das nach 20 gemeinsamen Bühnenjahren mit dem Programm „Milestones“ auf Abschiedstour ist.

„Vergessen Sie, was im Programm steht. Wir machen alles anders,“ sagte der Klarinettist und mehrfache Echo Klassik-Preisträger David Orlowsky zu Beginn des Abends. Und dann spielten die drei Musiker das, wonach ihnen gerade zumute war. Hier spielten zwar drei hervorragende Individualisten mit Orlowsky, Florian Dohrmann (Bass) und Jens-Uwe Popp (Gitarre), die sich aber als Einheit verstehen und das auch musikalisch zum Ausdruck bringen.

Der Funke springt über

Der Funke zum Publikum sprang sofort über. „Gerade auch weil wir keine Noten haben und die Musik einem so viel Freiheiten bietet, dass man die Atmosphäre aufgreifen und damit arbeiten kann“, sagte Orlowsky. Die hervorragende Akustik der Klosterkirche tat ihr Übriges.

Jeder der drei Musiker ist ein Meister auf seinem Instrument – und doch sind sie als Team hervorragend aufeinander eingespielt. Improvisationen und Blickkontakte zeugten davon. Obwohl die Klarinette die größte Bandbreite an Gefühlslagen aufweist – klagend, fröhlich, weinend, jammernd, schluchzend oder einfühlsam flüsternd –, dominierte sie im Zusammenspiel nicht die anderen Instrumente. Alle drei verschmolzen in dem gemeinsamen Klang.

Hommage an Naftule Brandwein

Das Publikum war von Anfang an dabei. Da war das Bedürfnis, den Rhythmus der Melodie körperlich zum Ausdruck zu bringen. Auf der anderen Seite rührten die zum Teil wehmütigen Moll-Töne in der Klezmer-Musik innerlich an.

Orlowsky streute zwischen den Darbietungen auflockernde Geschichten ein und erzählte etwa, wie man sich das Stück „Insomnia“ auf einer Kreuzfahrt durchs Mittelmeer erarbeitete habe. Eine kleine Darbietung galt dem jüdischen Klarinettisten Naftule Brandwein, dem selbst ernannten „King of Klezmer“ der 20er Jahre. Seine eigenwillige Angewohnheit, mit dem Rücken zum Publikum zu spielen, damit niemand seine Fingergriffe abschauen kann, imitierte das Trio kurz. Das Publikum in der Klosterkirche war begeistert.

Von Irmgard Gums und Jennifer Krebs

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