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Umland Wennigsen Nachrichten Blick ins Kirchenarchiv wird teuer
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00:15 15.01.2014
Von Ingo Rodriguez
Für die Recherche in Kirchenbüchern soll die Bredenbeckerin Christa Putzig 120 Euro bezahlen. Quelle: Symbolbild
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Wennigsen

Es ist ausgerechnet eine Nachricht aus der Lutherstadt Mansfeld, die der 62-jährigen Christa Putzig aus Bredenbeck einen Tag vor Heiligabend die Zornesröte ins Gesicht getrieben hat. Sie soll für das Heraussuchen und für die postalische Zustellung von Informationen aus den Kirchenbüchern der Evangelischen Gemeinde Mansfeld 120 Euro überweisen. „Das ist nicht nur unverhältnismäßig, sondern unverschämt“, schimpft die Bredenbeckerin.

Seit etwa eineinhalb Jahren arbeitet sie mit ihrem Mann Joachim an einer Auflistung ihrer Vorfahren. Putzig hat sich auf der Suche nach ihren Ahnen bis zu den Urgroßeltern und bis in das 18. Jahrhundert vorgearbeitet. „Ich will eine Ahnentafel oder einen Stammbaum erstellen“, sagt sie. Bei ihren Recherchen - bislang meist in Kirchenbüchern - sei sie immer auf offene Ohren gestoßen und habe auch viele geeignete Auskünfte erhalten.

Putzig hat flächendeckend gearbeitet, um die weit verzweigte Familienbande zu ermitteln: „Ich hab in der gesamten Region Hannover, in Salzhemmendorf und auch in Berlin geforscht“, sagt sie. Nur in der Bundeshauptstadt habe sie einmal zehn Euro für einen Einblick in die Kirchenbücher bezahlt. „Ich habe aber auch sonst immer als Dankeschön eine kleine Spende hinterlassen - egal wie lange es gedauert hat, bis eine Antwort kam“, sagt sie.

Das Geschäftsgebaren der Gemeinde in Mansfeld findet sie unangemessen. „Wir wurden vorher nicht über die Kosten informiert“, sagt Putzig. Wenn sie den Preis vorher gekannt hätte, hätte sie auf die Recherche verzichtet. Zudem habe die Gemeinde erst auf die zweite schriftliche Anfrage und mit einem Jahr Verzögerung reagiert.

Für das Heraussuchen der Daten werde laut Archivgebührenverordnung für drei Stunden ein Betrag von 120 Euro in Rechnung gestellt - eine halbe Stunde koste 20 Euro, heißt es in dem Schreiben. Putzig will die Summe nicht bezahlen.

Putzig hat nur einen Unkostenbeitrag von 25 Euro sowie fünf Euro für Auslagenerstattung und Porto überwiesen. Das hat sie der Mansfelder Gemeinde auch mitgeteilt und in einem Schreiben ihre Empörung zum Ausdruck gebracht. „Wir zahlen gern unsere Kirchensteuern und beteiligen uns auch ganzjährig mit Spenden an den Kosten unserer Gemeinde“, sagt die 62-Jährige. Aber 120 Euro – das gehe deutlich zu weit.

Eine Stellungnahme der Mansfelder Gemeinde war vor dem Wochenende zwar nicht mehr zu erhalten, aber beim Kirchenkreis Ronnenberg reagiert man irritiert auf den Vorfall. „Eine allgemeine Gebührenverordnung gibt es bei uns im Kirchenkreis nicht“, sagt der stellvertretende Superintendent Klaus-Thilo von Blumröder. In den teilweise uralten Kirchenbücher dürfe zwar nicht jeder persönlich blättern, aber Einsicht beantragen. „Dafür dürfen Gemeinden auch Gebühren erheben, aber das ist nicht einheitlich, und das Vorgehen sollte mit dem Antragsteller abgesprochen werden“, sagt von Blumröder. Ungewöhnlich will er das Vorgehen der Mansfelder nicht nennen, „aber es hat offensichtlich ein Kommunikationsproblem gegeben“, sagt von Blumröder

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10.01.2014
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