Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten "Ein Schatz, der zum Entdecken einlädt"
Umland Wennigsen Nachrichten "Ein Schatz, der zum Entdecken einlädt"
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 28.03.2016
Martina Reimann vom Heimatverein, Grafikdesignerin Claudia Fortagne, Bürgermeister Christoph Meineke und Autor Klaus Vohn-Fortagne präsentieren das neue Buch über Glashütten in der Deister-Süntel-Region. Oehlschläger Quelle: Nils Oehlschläger
Bredenbeck

"Darf ich schon mal blättern?", fragte Wennigsens Bürgermeister Christoph Meineke, kaum hatte er ein Exemplar in der Hand. Er bekam von Autor Klaus Vohn-Fortagne ein Buch aus der ersten Auflage von 1000 Stück überreicht, das sich mit "Glashütten in der Deister-Süntel-Region" befasst. Denn eine solche Glashütte liegt auch in Meinekes Verwaltungsgebiet, nämlich in Steinkrug, unweit des Sportplatzes.

Die Entstehung der Glashütte gehe zurück auf Freiherr Wilhelm Carl Knigge im Jahre 1809, schreibt Vohn-Fortagne. Die Voraussetzungen zur Glasherstellung in Steinkrug seien ideal gewesen - mit Sand, Kalk, Mergel und Kohle seien in der näheren Umgebung wichtige Rohstoffe vorhanden gewesen. Nach den Recherchen des Autoren erlebte die Glashütte keinen guten Start und die erwirtschafteten Erträge stimmte ihren Bauherren nicht zufrieden. Doch die der Betrieb in der Glashütte lief weiter und produzierte ein umfangreiches Produktangebot von weißem und grünem Fensterglas sowie grünem Hohl- und Arzneiglas oder auch Bouteillen und Medizingläsern.

Als Unternehmer Caspar Hermann Heye 1859 die Pacht für die Glasfabrik übernahm, ging dieser zunächst gegen örtliche Missstände vor. So ließ er den Boden ebnen, neue Fabrikgebäude und Wohnungen auf dem Gelände errichten und bestehende Gebäude reparieren. Zwischen Heye und den Knigges habe es über die Jahre wiederholt harte Verhandlungen um die Höhe der Pacht gegeben, erzählt Vohn-Fortagne - doch letztendlich habe meist der Unternehmer am längeren Hebel gesessen. Unter der Obhut der Unternehmerfamilie Heye mauserte sich die Glashütte Steinkrug zu einem starken Betrieb, bevor im November 1928 die letzten Arbeiter entlassen wurden. Der Betrieb habe nicht mehr ins Imperium der Heyes gepasst, heißt es in dem Buch. Doch noch heute erinnern Überreste der historischen Gebäude an die eins leistungsstarke Glasfabrik, beispielsweise der 21 Meter hohe Rauchgaskegel.

"Ich habe sehr auf dieses Buch gewartet", sagte Martina Reimann vom Heimat- und Kulturverein Bredenbeck. Denn nicht nur inhaltlich, auch grafisch sei das Buch hervorragend gestaltet worden. Verantwortlich für diese Teil der Arbeit war die Tochter des Autoren, Claudia Fortagne. Die Diplomdesignerin habe einige Bilder aufwendig restaurieren müssen, erzählt sie, da einige Fotografien Beschädigungen aufgewiesen hatten. Auch Bürgermeister Meineke zeigte sich begeistert von der aufwendigen Gestaltung 200-seitigen Hardcovers. Denn darin sei nicht nur ein wichtiger Teil der industriellen, sondern auch der örtlichen Geschichte dargestellt. "Die alte Glashütte ist auch ein Schatz, der zum Entdecken einlädt", fügte er hinzu. Er wolle während der Ostertage in dem Buch stöbern.

"Glashütten in der Deister-Süntel-Region" ist in Buchhandlungen Wennigsen, Gehrden, Barsinghausen, Ronnenberg, Springe und Bad Münder erhältlich. Der Preis beträgt 24,90 Euro.

Eine historische Aufnahme der Glashütte in Steinkrug. Quelle: Ingo Rodriguez

Von Nils Oehlschläger

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein Verein gerät ins Zwielicht: Die Eigentümer des früheren Supermarktgebäudes in Bredenbeck erheben schwere Vorwürfe gegen den Vorstand des Dorfgemeinschaftsvereins. Der Grundstückskauf und der geplante Umbau zum Dorftreff sei nicht wie behauptet wegen schwieriger Verhandlungen geplatzt. Diese Erklärung sei ein Vorwand.

Ingo Rodriguez 26.03.2016

Überraschende Kehrtwende: Völlig unerwartet gilt jetzt die Mensingsche Scheune an der Wennigser Straße als favorisierter Standort für das geplante Dorfgemeinschaftshaus. Der frühere Netto-Markt scheidet für einen Umbau aus, weil der Dorfverein mit den Verhandlungen für einen Grundstückskauf gescheitert ist.

Ingo Rodriguez 22.03.2016

Eine Kuscheldecke für jedes Flüchtlingskind: Auch in Wennigsen beteiligt sich jetzt eine Gruppe ehrenamtlicher Helfer an der Hilfsinitiative "Mini Decki". Aus gebrauchter Bettwäsche und Stoffresten werden einheitliche Decken für die Kinder von Asylbewerbern genäht. Im Gemeindehaus war jetzt der Auftakt.

Ingo Rodriguez 21.03.2016