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Umland Wennigsen Nachrichten Profi hält Amateuren einen Spiegel vor
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14:37 21.02.2018
Bettina Borchert (von links), Frederik Lutter, Suse Wessel und Anja Fahrenbach besprechen im Gemeindehaus die Außenwirkung einer geprobten Szene. Quelle: Ingo Rodriguez
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Wennigsen

 „Was wolltest du denn spielen?“, fragt Suse Wessel den 22-jährigen Frederik Lutter nach einer geprobten Szene. Er habe einen beobachtenden Blick darstellen wollen, sagt der Amateurschauspieler. Die ausgebildete Schauspielerin und Regisseurin Wessel aus Bredenbeck hat das so nicht wahr genommen. „Ich habe mich gefragt, was du suchst“, sagt sie und blickt in die Runde der Ensemblemitglieder. „Den Darstellern einen Spiegel vorhalten“ – das ist nur einer von vielen professionellen Tricks, die das Team der Klosterbühne Wennigsen seit etwa einem halben Jahr nutzt, um sich auf sein neues Stück vorzubereiten. Am Freitag, 23. Februar, hebt sich der Premierenvorhang – Startschuss für ein Projekt, das vom Team Kultur der Region Hannover gefördert wird.

Seit August bereits proben die Amateurschauspieler ein- bis zweimal pro Woche gemeinsam mit der Schauspielerin Wessel vom Theater zwischen den Dörfern. Abkehr vom klassischen Regie-Theater, hin zur modernen Form des Ensemble-Teams: „Die künstlerische Kompetenz der Akteure ist wichtig. Ich gebe keine klaren Anweisungen, die den Schauspieler als Schachfiguren einsetzen“, betont Wessel. Die Profifrau bekommt dafür sogar Fördergeld. „Sonst könnte sich ein ambitioniertes Amateurtheater die Gage gar nicht leisten“, sagt Bettina Borchert.

Frederik Lutter und Lotta Wessel proben im Gemeindehaus eine Szene aus dem neuen Stück- Quelle: Ingo Rodriguez

Sie hat nach mehreren Regisseurwechseln gemeinsam mit Anja Fahrenbach den neuen Weg eingeschlagen. „Das jüngste Stück mussten wir im vergangenen Jahr wegen einer Erkrankung des Regisseurs alleine zu Ende einstudieren. Da haben wir uns zu der Neuausrichtung entschlossen“, sagt Borchert. Der Kontakt zu Wessel habe sich über die Kinder und die Sophie-Scholl-Gesamtschule ergeben. Wessel leitet dort Kurse für Darstellendes Spiel. 

Die Region hat dann auch grünes Licht für das Projekt mit der Klosterbühne gegeben. Die neun Amateurdarsteller des neuen Stücks und das insgesamt etwa 20-köpfige Team – inklusive den Helfern für Technik, Bühnenbau, Kostüme und Maske – haben das neue Stück aber selbst ausgewählt und auch selbst Grundzüge der Inszenierung erarbeitet. Nach einem anschließenden Workshop mit Wessel ist die Profi-Schauspielerin nun für das Coaching zuständig – mit Tricks und Anregungen. „Das klappt prima“, sagt sie. Sollte sich die Zusammenarbeit etablieren, werde sich nach der Förderung sicher ein neues Finanzierungsmodell finden.

„Wir haben uns in 35 Jahren immer weiter entwickelt“, sagt Borchert. Nachwuchsprobleme gibt es bei der Klosterbühne nicht. „Wir haben Darsteller im Alter von 17 bis 80 Jahren“, sagt sie. Trotzdem setzt das Ensemble auch auf Bewährtes: „Die persönliche Ticket-Reservierung bringt uns in Kontakt mit dem Publikum“, sagt Borchert. Kartenverkauf gibt es nicht. Seit 35 Jahren hinterlassen die Besucher nach den Aufführungen Spenden.

Die Premiere rückt immer näher

 Am Freitag, 23. Februar, um 19.30 Uhr ist die Premiere des neuen Stücks der Klosterbühne. In Eugene O’Neills Stück „Jenseits vom Horizont“ geht es um Robert Mayo (gespielt von Frederik Lutter), einen Träumer, den es in die Ferne zieht, um jenseits vom Horizont die Geheimnisse des Lebens zu entdecken.  Am Vorabend seiner Abreise gesteht er Rose (gespielt von Lotta Wessel, der Tochter von Suse Wessel), der Braut seines heimatverbundenen Bruders Andrew (gespielt von Yorck Heerhorst), seine Liebe. Weil sie diese erwidert, kommt es zu einer folgenschweren Entscheidung: An Stelle von Robert tritt der enttäuschte Andrew die Seefahrt an, während Robert an der Seite von Rose die Farmarbeit übernimmt.

Weitere Aufführungstermine sind am Sonnabend, 24. Februar (19.30 Uhr), Sonntag, 25. Februar (16 Uhr), Mittwoch, 28. Februar (19.30 Uhr), am Freitag und Sonnabend, 2. und 3. März (beide 19.30 Uhr), und Sonntag, 4. März (16 Uhr). Alle Aufführungen finden im Klostersaal in Wennigsen statt. Eintrittskarten werden nicht verkauft. Es wird um Spenden gebeten. Platzreservierungen sind unter Telefon (0 51 03) 70 63 89 oder per E-Mail an info@kloster-bühne.de möglich.

Von Ingo Rodriguez

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