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Umland Wennigsen Nachrichten Die letzte Heilige Messe steht an
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07:16 18.07.2014
Die katholische Kirche feiert am Donnerstag, 24. Juli, den Namenstag des Heiligen Christophorus. An diesem Tag wird in Holtensen die letzte Heilige Messe zelebriert – danach ist das Gotteshaus dort keines mehr. Quelle: Robert Lasser
Wennigsen

Pfarrer Christoph Paschek möchte den Gläubigen Mut machen: „Kirche ist mehr als Stein", sagt er. Der letzte Gottesdienst in St. Christophorus beginnt um 18 Uhr. Mit der Profanierung verlieren rund 600 Gemeindemitglieder aus Holtensen, Bredenbeck, Evestorf und Steinkrug ihr Gotteshaus. St. Christophorus ist eine Filialkirche der Katholischen Kirchengemeinde Gehrden, die Mitglieder gehören zur Pfarrgemeinde St. Bonifatius. In Wennigsen gibt es zudem die Filialkirche St. Hubertus.

„Nicht nur die Holtenser sind sehr traurig, ich bin es auch“, sagt der Gehrdener Pfarrer Christoph Paschek. Besucher von St. Christophorus hätten im vergangenen Jahr mitunter gesagt, sie wollten nach der Schließung der Kirche nicht mehr mitmachen. Die Traurigkeit sei zu groß. Tatsächlich habe er aber keine Austritte wegen der Profanierung registriert, sagt der Pfarrer. Das Gemeindeleben werde sich sicher verändern, räumt Paschek ein. Den Pfarrkreis gebe es wohl weiterhin, wenn auch in veränderter Form. Er freue sich jedenfalls darüber, dass er Angebote für neue Treffpunkte der Kirchenmitglieder erhalten habe, etwa das Dorfgemeinschaftshaus Evestorf.

Paschek weist darauf hin, dass die Profanierung von St. Christophorus zwar nicht verhindert, aber immerhin verzögert werden konnte. Schon 2008 habe die Schließung im Zuge eines Bistumskonzepts zur Disposition gestanden. Mitglieder der Gemeinde hätten sich engagiert, und der Kirchenvorstand sei zu dem Ergebnis gekommen: „Die nötigen 5000Euro im Jahr für den Unterhalt des Gotteshauses stemmen wir.“ Das Finanzielle sei auch nur ein Grund für die Entscheidung, die Kirche aufzugeben, sagt Paschek. „Es ist die demografische Entwicklung: weniger Menschen, weniger Gläubige, weniger Pfarrer.“ Im Frühjahr 2013 fasste der Kirchenvorstand den Beschluss, die Entscheidung des Bistums, die Holtenser Kirche bis November 2014 zu profanieren, zu akzeptieren.

Das Bischöfliche Generalvikariat in Hildesheim hat das Grundstück, auf dem die Kirche St. Christophorus steht, inzwischen verkauft. Es soll im November dem neuen Eigentümer übergeben werden. Dieser beabsichtige, das Gebäude umzubauen und für seine Firma zu nutzen, sagt Pfarrer Paschek.

Die Gehrdener Pfarrkirche und die Wennigser Filialkirche St. Hubertus werden das Inventar der Holtenser Kirche übernehmen, soweit es dort genutzt werden kann. „Die größeren Gegenstände wie Altar, Orgel und Lampen werden in katholischen Kirchen in Litauen weiterverwendet“, sagt Paschek. Dort würden zurzeit vier katholische Kirchen neu gebaut. Das Bonifatiuswerk in Paderborn habe dies vermittelt. Die Gemeinde plane für die nächsten Jahre einen Besuch der litauischen Kirchen.

Die Geschichte der Holtenser Kirche hatte im Juni 1958 mit dem Kauf des Grundstücks begonnen. Die dort befindliche Scheune wurde ab 1960 zur Kirche umgebaut. Bischof Heinrich Maria Jansen weihte die Kirche St. Christophorus im Dezember 1962. „Viele Heimatvertriebene, die alles verloren hatten, erhielten nun wieder eine seelische Heimat“, sagt Paschek. Der Patron aller Reisenden und Autofahrer, der Heilige Christophorus, sei als Schutzpatron der Kirche gewählt worden.

Im Mai 1997 wurde die Kirche zur Pfarrei Gehrden umgepfarrt. Zum November fusionieren die beiden Gemeinden Gehrden und St. Barbara Barsinghausen zur neuen Pfarrei St. Bonifatius.

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