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Aus Klostergrund wird Petersilienburg

Wennigsen Aus Klostergrund wird Petersilienburg

Personen anstatt Kräuter: Der Ortsrat Wennigsen hat beschlossen, die künftigen Straßen im Neubaugebiet auf dem früheren Klostergrund nach verdienten Wennigser Bürgern zu benennen. Nur die größte Straße im neuen Quartier soll in Anlehnung an die abgerissene Kleingartenkolonie "Petersilienburg" heißen.

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Die Mitglieder des Ortsrates stimmen mit kleinen Klebezetteln über die künftigen Straßennamen im Neubaugebiet an der Degerser Straße (siehe Bildergalerie) ab.

Quelle: Ingo Rodriguez

Wennigsen. Sie haben große Leistungen für die Gemeinde vollbracht und sollen nun noch einmal besonders gewürdigt werden: Der frühere Förster Kurt Müller und der Erbauer des Zeitmonuments und der Doppelhelix, Erich Pollähne, sowie der Bildhauer Friedrich Sötebier, Erschaffer der Lutherbüste und des Jünglingsbrunnens - ihre Namen werden künftig die Schilder an den drei nördlichen Wegen des neuen Wohnquartiers zieren. Die drei südlichen Straßen sollen an die langjährige Wennigser Hebamme Marie Wiehler, die von den Nazis verfolgte Jüdin Laya Semmler und an die Lyrikerin Sophie von Sichartshoff erinnern. So hat es der Ortsrat beschlossen.

Dem war aber ein mehrstufiger Entscheidungsprozess mit zielführenden Diskussionsbeiträgen und mit Beteiligung von Bürgern vorangegangen - und gemessen an der zukunftsweisenden Bedeutung des Beschlusses war die Beratungsdauer mit einer Länge von etwa einer Stunde geradezu ein Blitzentscheid. "Ich bedanke mich für das konstruktive Vorgehen. Das haben wir gut hin bekommen", zog Ortsbürgermeister Jan Richard Weber im Bürgersaal ein positives Fazit.

Er hatte gemeinsam mit den Ortsratsmitgliedern gute Vorarbeit geleistet. Das war aber angesichts der möglichen Namen für die insgesamt sieben neuen Straßen auch unumgänglich gewesen. Denn: In den vergangenen Wochen waren, auch mit Beteiligung der Bevölkerung, insgesamt 26 Vorschläge eingegangen - darunter Namen aus Kategorien wie Vogelarten, Wildkräutern und geschützten Wildblumen, aber auch Benennungen nach verdienten Wennigser Bürgern. Über verschiedene Voraussetzungen waren sich die Ortsratsmitglieder jedoch schnell einig: keine Verwechslungsgefahren mit bereits vorhandenen Straßennamen, eindeutiger Bezug zu Wennigsen, keine unpraktischen Überlängen - so lautete die einhellige Meinung vor der weiteren Diskussion.

Auch deshalb fiel für die Benennung der größten Straße quer durch das neue Wohnquartier eine schnelle Entscheidung - und zwar einstimmig: In Anlehnung an das frühere Vereinsheim der abgerissenen Kleingartenkolonie auf dem Gelände wird diese öffentliche Verkehrsfläche künftig die Bezeichnung "Petersilienburg" tragen. Die Bezeichnung "Klostergrund" war zuvor wegen der Ähnlichkeit zu bereits existierenden Wennigser Straßen wie  Klosteramthof und Am Klostergarten ausgeschieden.

Dass sich der Ortsrat anschließend in einer Grundsatzentscheidung für verdiente Personen und gegen die zur früheren Kolonie passenden Kräuternamen aussprach, hatte einen schlichten Grund: "Zu platt - wer will denn schon im Basilikumweg wohnen?", waren sich die Bürgervertreter schnell einig. Weiteres Argument: "Das von seiner Bauart und Lage zunächst optisch isolierte Wohngebiet kann mit den Straßennamen verdienter Wennigser schnell einbezogen werden. Wir können eine Brücke schlagen", sagte Ortsratsmitglied Christina Müller-Marysiak.

Die folgende Entscheidung war ein Mehrheitsvotum. Unter Berücksichtigung der vereinbarten Ausschlusskriterien war zunächst eine Vorauswahl von 13 zur Abstimmung stehenden Personen getroffen worden. Anschließend hatte sich jedes Ortsratsmitglied an einer Pinnwand per Klebezettel für sechs Straßennamen ausgesprochen. Die sechs meist beklebten Titel werden nun vom Erschließungsträger des Neubaugebiets für die spätere Beschilderung verwendet. Unberücksichtigte Namen wie etwa der des ehrenamtlichen Wirtschaftsförderers Werner Brandt sollen bei einer möglichen Erweiterung des Baugebietes wieder zur Auswahl stehen.

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Fotostrecke Wennigsen: Aus Klostergrund wird Petersilienburg

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