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Nachrichten Polizeischule: Tiefgarage ist der Knackpunkt
Umland Wennigsen Nachrichten Polizeischule: Tiefgarage ist der Knackpunkt
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18:30 28.02.2014
Von Michael Hemme
Besuch von der CDU: Eike Werner (von links), Martin Sondermann , Marianne Kügler, Ursula-Brigitte Veit, Rainer Hartmann, Peter Armbrust (verdeckt) und Hans-Heinrich Warnecke besichtigen die ehemalige Polizeischule. Quelle: Michael Hemme
Wennigsen

Die Detailplanungen beginnen nun – und auch das Pokern ums Geld: Am Tisch sitzen die Gemeinde Wennigsen, die Oberfinanzverwaltung des Landes Niedersachsen und Planer wie die Niedersächsische Landgesellschaft (NLG). Nach Abzug der Polizeischule will das Land das 5,3 Hektar große Gelände für rund vier Millionen Euro verkaufen. Bislang ohne Erfolg. Mit der NLG könnten nun erstmals Pläne konkreter werden, die auch von der Gemeinde favorisiert werden: Baugrundstücke und Wohnungen.

NLG-Geschäftsstellenleiter Andreas Kutscher skizzierte am Donnerstagabend im öffentlichen Bauausschuss der Gemeinde eine Variante, nach der sich 61 Wohneinheiten am Deister auf dem Gelände verwirklichen ließen. Kutscher nannte auch erstmals Zahlen für die Abrisskosten des Schulungskomplexes, die bei rund 1,5 Millionen Euro liegen sollen. Stehen bleiben soll alleine die Sporthalle, die derzeit von Wennigser Vereinen genutzt wird.

Als Knackpunkt erweise sich die riesige Tiefgarage unter Teilen des Geländes. Diese zu beseitigen würde die Kosten in unbezahlbare Höhe treiben. Die NLG möchte Reihenhäuser auf die Garagen setzen. „Die Statik gibt das her“, sagte Kutscher. Entscheidend werde die Kaufverhandlungen mit dem Land sein. „Für uns ist wichtig, dass der Preis stimmt“, sagt Christian Knapp von der Oberfinanzdirektion.

Hoffnung ruhen auf der NLG

Bei einem Ortstermin haben sich Mitglieder der CDU-Fraktion am Freitag ein Bild von der ehemaligen Polizeischule gemacht. Dabei fiel der Blick auch auf die Tiefgarage aus Beton, die von der Polizei als Werkstatt und Waschgarage genutzt wurde. Die Größe war vor 40 Jahren so dimensioniert worden, dass sogar die Wasserwerfer der Polizei dort geparkt werden konnten. Ein Abriss wäre nicht nur teuer, sondern würde auch ein großes Loch in den Hang reißen.

Genutzt werden auf dem Gelände nur noch die Sporthalle und die ebenfalls unterirdische Schießanlage. Um eine energetische Sanierung der ansonsten gut erhaltenen Halle werden spätere Eigentümer nicht herumkommen. Auch fehlt es an Duschen und Toiletten, sollte es zu einem Anriss des Hauptgebäudes kommen. Die Halle wird von Vereinen, aber auch noch von der Polizei genutzt. „Das ist der Grund, weshalb wir sie noch nicht geschlossen haben“, sagte Christian Knapp von der Oberfinanzdirektion. Auf Altlasten sei das Gelände bisher nicht untersucht worden, sagte der Liegenschaftsverwalter. Auf dem Gelände befand sich zudem während des Zweiten Weltkriegs ein Lager für Zwangsarbeiter.

Der CDU-Bürgermeisterkandidat Martin Sondermann bezeichnete die geplante Wohnbebauung als Herausforderung und auch als Chance. Fraktionsvorsitzender Eike Werner griff eine Idee der SPD auf und sprach sich für familienfreundliche Preise aus. „Das hatte mir als junger Familienvater beim Hausbau auch sehr geholfen“, sagte er.

Bürgermeister Christoph Meineke hatte bereits im Bauausschuss am Donnerstagabend die Hoffnung ausgesprochen, dass sich mit der Bebauung auch DSL-Probleme in der Wennigser Mark lösen lassen, denn in der Polizeischule gibt es ein ungenutztes Glasfaserkabel. Die Planer der NLG sind nun am Zuge. Grob überschlagen sei das Projekt aber, sagte Geschäftsstellenleiter Andreas Kutscher. Bis Ende des Sommers sollen konkrete Pläne vorliegen. Das Land gibt sich abwartend.

In einem Gutachten wird der Wert der Immobilie auf 3,8 bis 4,5 Millionen Euro geschätzt. Investoren werden sicher die Kosten für den Abriss der Gebäude und die Erschließung gegenrechnen. „Dann muss aber immer noch eine siebenstellige Summe übrigbleiben“, sagte Knapp.

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