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Umland Wennigsen Nachrichten Tierschutzverein droht Wennigsen mit Klage
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12:11 13.01.2017
Zugelaufen - was tun? Der Tierschutzverein Barsinghausen verklagt die Gemeinde Wennigsen. Auch ohne Pauschalvertrag mit dem Verein sei Wennigsen verpflichtet, die Fundtierkosten zu erstatten. Quelle: Jens Büttner
Wennigsen

Seit einem Jahr kümmert sich die Gemeinde Wennigsen wieder in Eigenregie um Fundtiere. Nachdem die Kooperation mit dem Barsinghäuser Tierschutzverein gekündigt wurde, der eine deutliche Erhöhung der finanziellen Unterstützung efordert hatte, arbeitet die Kommune nun wieder mit dem Tierheim in Langenhagen-Krähenwinkel zusammen. Abgerechnet wird nicht pauschal, sondern von Fall zu Fall. Und bisher hat die Gemeinde noch kein Tier nach Krähenwinkel gebracht.

Den Tierschutzverein aus Barsinghausen wundert das nicht. Das Ordnungsamt versuche aus ihrer Sicht, möglichst kein Fundtier ins Tierheim geben zu müssen. Er berichtet von einem privaten Finder, den die Gemeinde dazu bewegen wollte, die gefundene Katze zu behalten. Fundtiere, um die sich eigentlich die Gemeinde kümmern müsste, seien wochenlang beim Tierarzt geparkt worden.

Dieser Darstellung widerspricht die zuständige Fachbereichsleiterin Ulrike Schubert. "Wir haben Kontakt zu Tierschützern in Wennigsen aufgenommen, um Fundtiere eventuell in Pflege geben zu können oder sie direkt vermitteln zu lassen, ehe wir sie ins Tierheim bringen", sagt sie. Und das habe auch "ganz gut geklappt".

Der Vorsitzende des Barsinghäuser Tierschutzvereins, Ernst Wildhagen, vermutete hinter dieser Vorgehensweise den Versuch, Kosten zu sparen. Krähenwinkel rechne auf Basis des Paragraf 970 des Bundesgesetzbuches ab, in dem der "Ersatz von Aufwendungen" geregelt ist. Pro Tag verlange das Tierheim zum Beispiel für eine Katze 7,50 Euro, maximal für 180 Tage zuzüglich Tierarztkosten und Fahrtkostenpauschale. Summa summarum "könnten für eine einzige nicht vom Besitzer abgeholte Katze Kosten von bis zu 1500 Euro anfallen", rechnet Wildhagen vor. 

Die Finanzierung der Unterbringung von Fundtieren belastet das Verhältnis zwischen Tierschutzverein und Gemeinde schon eine ganze Weile. Nachdem die Tierschützer eine deutliche Aufstockung der von Wennigsen gezahlten Jahrespauschale in Höhe von 840 Euro gefordert hatte, wurde die Zusammenarbeit aufgekündigt. "Wir wollten uns erst einmal ein oder zwei Jahre lang ein Bild davon machen, wie hoch der Aufwand tatsächlich ist und um wie viele Tiere es geht", sagt Schubert.

Doch nun droht wegen einiger aktueller Fälle aus Bredenbeck sogar der Gang vors Gericht. "Im August haben wir der Gemeinde drei Fundkatzen ordnungsgemäß gemeldet und um Klärung der weiteren Vorgehensweise gebeten", sagt Wildhagen. Eine Katze wurde inzwischen vermittelt, die beiden anderen befinden sich noch im Tierheim in Barsinghausen. "Doch die Gemeinde fühlt sich nicht zuständig und lehnt die Verantwortung ab", bedauert Wildhagen.

Schubert stellt die Fälle etwas anders dar. Es habe sich um einige Katzen gehandelt, die durch Bredenbeck gestreunert seien, und nach denen die Gemeinde im vergangenen Sommer sogar mit zwei Sachbearbeitern vor Ort vergeblich gesucht habe. Später seien drei Tiere von Anwohnern gefangen worden, die den Tierschutzverein angerufen hätten. "Die haben die Katzen dann einfach mitgenommen und uns erst nachträglich informiert", sagt die Fachbereichsleiterin. "Wir haben damals erklärt, dass wir mit dem Informationsfluss nicht einverstanden sind und die Rechnung nicht begleichen werden, weil der Tierschutzverein bewusst unser Vorgehen untergräbt."

Deswegen geht es nun wohl vor ein Gericht. "Wennigsen kann uns unsere aktive Tierschutzarbeit nicht verbieten", sagt Wildhagen. "Jeder Bürger aus Wennigsen kann sich auch weiterhin an unsere Hotline wenden, wenn er unsere Hilfe benötigt." Auch ohne Pauschalvertrag mit dem Barsinghäuser Verein sei die Gemeinde verpflichtet, die Fundtierkosten zu erstatten.

Schubert sieht auch das etwas anders. "Das Einfangen von Tieren hat nichts mit Fundtieren zu tun, für die wir tatsächlich verantwortlich sind", sagt sie. "Das ist Tierschutz und damit eine freiwillige Leistung, deren Kosten aber in unserer finanziellen Lage nicht gedeckt ist." Eine gerichtliche Klärung der Auseinandersetzung würde die Fachbereichsleiterin aber am liebsten vermeiden. Stattdessen würde sie sich lieber noch einmal mit den Verantwortlichen des Tierheims an einen Tisch setzen, um eine Lösung zu finden. Sie stehe für Gespräche zur Verfügung.

Fotostrecke Wennigsen: Tierschutzverein droht Wennigsen mit Klage

Von Jennifer Krebs und Björn Franz

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