Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Unbekannte korrigieren Schild
Umland Wennigsen Nachrichten Unbekannte korrigieren Schild
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:55 13.04.2012
Von Michael Hemme
Das Schild an der Argestorfer Straße ist von Unbekannten mit der Zahl 1000 überklebt worden. Quelle: Michael Hemme
Wennigsen

Die archäologischen Grabungen auf der Baustelle des Kindergartens Vogelnest sind am Mittwoch beendet worden. Die Funde belegen, dass Wennigsen seit mindestens 1000 Jahren kontinuierlich besiedelt ist.

Im Jahr 2000 haben die Wennigser ihre 800-Jahr-Feier gehabt. Hinweistafeln an den Ortseingängen weisen darauf hin. Unbekannte haben auf die archäologischen Funde reagiert und an der Argestorfer Straße aus der 800 eine 1000 auf der Hinweistafel gemacht.

Auch Wennigsens emsige Wikipedia-Gemeinde war schnell zur Stelle: Gleich nachdem die Regionsarchäologin Ute Bartelt vor einer Woche das Ergebnis der Ausgrabungen vor Ort verkündete, wurde der Eintrag über Wennigsen in der Internet-Enzyklopädie auf den neuesten Stand gebracht.

In der aktualisierten Fassung heißt es: „Die bisher ältesten Siedlungsfunde wurden im März 2012 bei archäologischen Grabungen beim Neubau des Kindergartens Vogelnest in der Neustadtstraße in etwa 200 Metern Entfernung vom Kloster gemacht. Diese Funde wurden auf das 10. bis 12. Jahrhundert datiert“.

Auf der Baustelle an der Neustadtstraße waren Reste von Grubenhäusern freigelegt worden. Nach der Dokumentation und der Vermessung durch die Archäologen ist die Fläche von den Baufahrzeugen eingeebnet worden. Nach Ostern beginnen die Arbeiten am Fundament des neuen Kindergartens.

1224 wird das Kloster Wennigsen erstmals urkundlich erwähnt. Die Gründung darf um 1200 angenommen werden. Laut Klosterchronik soll sich jedoch schon seit Ende des 9. Jahrhunderts eine Vorgängerkirche an der Stelle befunden haben. Ein romanischer Torbogen, der sich im Kloster befindet, stammt wahrscheinlich aus der Zeit. Das älteste weltliche Gebäude in Wennigsen ist eine Scheune am Feuerwehrplatz, die aus dem 17. Jahrhundert stammt.

Aus der Geschichte: Name weist auf Gründung hin

Zur Geschichte der Dörfer und Städte können die Namen oft auf die Gründungszeit hinweisen. Die ältesten Orte in unserer Region weisen die Endungen -ithi, -ingen, -loh und -heim auf. Darauf weist Professor Carl-Hans Hauptmeyer in seiner 1882 erschienenen Dorfgeschichte Holtensen hin. Orte wie Degersen, Holtensen und auch Wennigsen hätten ursprünglich auf -hausen geendet. Diese Orte stammen demnach aus der Zeit von 500 bis 800. Der Sturz Heinrichs des Löwen 1180 habe zu einem politischen Vakuum geführt. In diese Zeit, so Hauptmeyer in seinen „Beiträgen zur Ortsgeschichte Wennigsens“, fiel die Gründung der fünf Klöster im Calenberger Raum. Bevorzugte Gründungsplätze seien dünn besiedelte Zonen etwa am Rande großer Waldgebiete gewesen. In Wennigsen, Barsinghausen und den übrigen Standorten handelt es sich um Damenkonvente. Grundbesitzer brachten hier ihre unverheirateten Töchter unter.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!